Autor Thema: #03 - Kapitel 10 bis einschl. 13 (Seite 147 - 219)  (Gelesen 1585 mal)

Offline ulli

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Die Sache ist die - es ist ja kein rein fiktionaler Roman, sondern eine Geschichte die auf Tatsachen beruht.
Auf Amazon habe ich gerade eine niederschmetternde Rezi bekommen "Man hätte ja SO viel mehr aus dem Buch machen können". Vielleicht. Aber dann wäre ich in die reine Fiktion abgerutscht. Das mag ich nicht. Dinge sind passiert, Leute waren so, wie sie waren - dafür gibt es Belege und Dokumente.
Dies ist kein 'Love&Landscape" Buch, dies ist ein historischer Roman, der auf Tatsachen beruht.
Bevor jetzt alle das Buch in den Müll schmeißen - lest es erstmal.

Ich finde negative Rezis auch nicht schlimm, wenn sie MICH als Autor nicht angreifen, sondern das Buch. Ich finde auch nicht jedes Buch toll.
Aber ich rede hier in einem Thread über Äpfel eigentlich über Birnen.
Sorry.
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Offline Dani

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Dies ist kein 'Love&Landscape" Buch, dies ist ein historischer Roman, der auf Tatsachen beruht.
Bevor jetzt alle das Buch in den Müll schmeißen - lest es erstmal.

Ich könnte mir vorstellen, dass einige dazu neigen, den letzten Satz der Kurzbeschreibung/ des Klappentextes zu überlesen, dass dieser Roman auf einer realen Lebensgeschichte beruht.
Tja, und vielleicht ist der Buchtitel tatsächlich etwas irreführend? Australien kommt ja nun doch bis zur Hälfte des Buches nicht wirklich vor.
Hat der Verlag den ausgesucht und wie war deine Meinung dazu?
Liebe Grüße
Dani

Offline ulli

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Den Titel hat der Verlag ausgesucht und ich war entsetzt.
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Offline Dani

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Liebe Grüße
Dani

Offline In Flagrantibooks

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Aber gerade die Tatsache, das es eben kein rein fiktionaler Roman ist, finde ich am Interessantesten. Zu wissen, dass die Menschen das genauso früher gemacht haben udn zu wissen, dass eben die Menschen, über die wir lesen, genau das getan haben, was wir gerade lesen, das ist wie ein kleiner Blick in die Vergangenheit. Eine Reise zurück, sozusagen. Ich finde diesen Aspekt richtig toll und lese das Buch ganz anders, als wenn es "erfunden" wäre.
Aber dennoch kann ich ja auf mein Happy End hoffen ...  ;)

Offline dubh

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Hallo zusammen,

entschuldigt bitte, dass ich so eine Leseschnecke bin, aber die letzten Tage haben mir kaum Zeit gelassen zu lesen oder gar zu schreiben. Dabei gefällt mir das Buch so wahnsinnig gut, dass ich mich immerzu ärgere, wenn ich es zuklappen muss!
Emilia ist eine großartige junge Frau - ich liebe ihren Pragmatismus, den sie nach ihrer Entscheidung entwickelt! Sie lässt sich von Inken das Kochen zeigen und die Kräuter erklären und geht zu Mette, damit sie etwas über Kleider lernt - und auch sonst noch allerhand Praktisches erfährt. ;)
Emilia ist über beide Ohren verliebt und ich denke, dass die Zeit, in der dieses Gefühl reifen konnte, ausreicht, um zu erkennen, dass es ihr und Carl ernst ist. Ich mag dieses langsame Entwickeln, die ersten Begegnungen der beiden nach der zweiten Fahrt der Lessing...
Mit Onkel und Tante habe ich meine Schwierigkeiten, aber da ringe ich eher mit den Zeichen der Zeit, denn ich weiß natürlich, dass Tante Minna und Onkel Hinrich nach den Gepflogenheiten dieser Jahre handeln. Wenn man sich überlegt, dass Frauen noch bis in die 70er Jahre das Einverständins ihres Mannes benötigten, um ein eigenes Bankkonto zu eröffnen, dann sind die beiden Verantwortlichen total in ihrer Zeit. Im Grunde wollen sie Emilia ja auch nichts böses, für sie sind Gefühle aber absolute Nebensache wenn es um die standesgemäße Ehe geht. Ob die beiden Emilias Eltern bereits informiert haben? Ich bin sehr gespannt, was von diesen kommt - auch wenn ich nichts anderes erwarte.
Carl ist wirklich sehr umsichtig und das rechne ich ihm hoch an, denn er hat nichts zu verlieren. Als Mann, und noch dazu als einer mit Schulden, sind seine Überlegungen wirklich sehr ehrbar und ich denke ebenso wie Mette: er liebt Emilia von ganzem Herzen. Ob er auch keinerlei Erfahrungen mit der Liebe gemacht hat? Ich denke fast, dass er ebenso unbedarft ist wie Emilia.

Oh, ich schwelge so gerne in diesem Buch - noch dazu, wo ich weiß, dass es auf wahren Begebenheiten beruht!

Liebe Grüße
dubh
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline dubh

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Den Titel hat der Verlag ausgesucht und ich war entsetzt.

Ehrlich gesagt bin ich das inzwischen auch.
Aber ich bin auch anders an den Roman herangegangen: mich hat einerseits die Auswanderung zu der damaligen Zeit an sich interessiert (wobei mich zugegebenermaßen das Ziel Amerika noch mehr angesprochen hätte) und natürlich die wahre Begebenheit! Hätte ich den Roman für eine Love & Landscape Geschichte gehalten, wäre mein Interesse nicht im Entferntesten so groß gewesen. Von daher: ich finde den Titel auch furchtbar, leider.
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Offline JanaBabsi

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Welchen Titel hättest Du dem Buch denn geben wollen Ulli ?
Viele Grüße
Babsi

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Offline ulli

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Welchen Titel hättest Du dem Buch denn geben wollen Ulli ?

Das weiß ich gar nicht mehr so genau - am liebsten hätte ich es nur Emilia Lessing genannt. Ephraim durfte ja sein Buch auch "Emilia Galotti" nennen.  ;D

Ich finde Titel immer unglaublich schwierig und bei Aufbau komm ich nie auf einen Nenner mit dem Verlag. Natürlich wollen die Bücher verkaufen - das will ich schließlich auch - und natürlich suchen die Titel, von denen sie meinen, dass sie ziehen.
"Die Australierin" passt in den momentanen Trend Love&Landscape in der Ferne. Vom Titel her.
Die Geschichte gibt das nicht her.

Mein Arbeitstitel für das Folgebuch ist "Die australischen Schwestern" - wie es schließlich heißen wird, erfahre ich vermutlich im Herbst.

"Die Heilerin" ist ein noch gruseliger Titel. Unter zwanzig anderen von mir war "Die Tochter der Auswanderer". Und etliches mehr.
Aber Titel sind für den Verlag immer eine Kunst für sich - oder auch nicht.
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Offline Rosenprinzessin

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Ich finde es richtig schön, wie authentisch Emilia und ihr Leben hier beschrieben werden. Dadurch fühle ich mich ihr richtig nahe irgendwie.
Und ich kann wirklich mit ihr leiden, denn ihre Situation momentan ist ja wirklich unschön. Sie liebt Carl und er liebt sie. Da könnte eigentlich ja alles richtig schön sein; ist es aber natürlich nicht.
Ich mag Emilia; sie hat überhaupt keinen Standesdünkel, sondern lernt Kartoffelschälen, kochen und Wunden verarzten. Wenn Tante Minna das wüsste!  :ohnmacht:

Schade, dass Tante Minna und Onkel Hinrich so gar nicht mit sich reden lassen. Natürlich waren die Zeiten anders, aber ich finde es trotzdem sehr schade, dass sie nicht einmal versuchen, Emilia zu verstehen. Und wo sind eigentlich Emilias Eltern? Natürlich leben sie in England, aber haben sie nicht auch etwas dazu zu sagen? Es geht doch um das Leben ihrer Tochter; das kann ihnen doch nicht so gänzlich egal geworden sein!?  :-\

Wie gut, dass Emilia Inken und Mette hat! Ich finde es richtig schön, wie sie alle zusammenhalten und Emilia helfen wollen!
Rührend fand ich ja auch, wie Emilia Mette befragt nach den eigentlich alltäglichen Dingen, von denen Emilia aber keine Ahnung hat, weil sie sich nie darum kümmern musste.
Wenn Emilia wirklich mit Carl aufs Schiff geht, dann wird das noch eine richtig große Umstellung für sie werden! Und dann als einzige Frau auf diesen Schiff; das stelle ich mir auch gar nicht so einfach vor.

Dass Rieke weg ist, tut mir leid. Für sie ist es natürlich schön, und ich hoffe wirklich sehr, dass sie und ihr Mann in Amerika wirklich ihr Glück finden werden! Rieke hat es verdient; ich mag sie wirklich sehr. Aber irgendwie fehlt sie mir jetzt im Buch; ihre lustige Art zu sprechen, ihre Offenheit und ihre Verbundenheit zu Emilia.

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Offline Rosenprinzessin

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Erzähl mal den Kids von heute, daß damals Briefe wochen-/monatelang gebraucht haben bis sie beim Empfänger waren. In Zeiten von E-Mail, WhatsApp & Co. unvorstellbar, daß man nicht innerhalb von 5 Minuten Antwort bekommen hat.  :totlach:


Oh ja, unglaublich, oder?! Wie sehr sich die Zeiten geändert haben!

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Offline JanaBabsi

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Oh ja, unglaublich, oder?! Wie sehr sich die Zeiten geändert haben!

Manches fand ich früher besser/schöner.
Viele Grüße
Babsi

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Offline Rosenprinzessin

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Manches fand ich früher besser/schöner.

Ja, ich auch durchaus.
Fortschritt ist schön und gut, und ich möchte auf vieles wirklich nicht mehr verzichten müssen, aber es gibt auch durchaus Dinge bzw. Einstellungen, die mir von früher besser gefallen.
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Offline ulli

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Offline Dani

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Ich glaube auch, mir fallen mehr Dinge ein, auf die ich heute nicht mehr verzichten möchte. Waschmaschine (überhaupt fließendes Wasser aus dem Hahn), Strom, Internet, Reisemöglichkeiten wie Flugzeuge, etc.
Liebe Grüße
Dani

 

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