Autor Thema: #05 - Kapitel 17 bis einschl. 20 (Seite 277 - 352)  (Gelesen 1086 mal)

Offline Horst Berger

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Hallo Ulli,

auf deine Frage weiter oben: Ja, wir haben 3 Kinder; zuerst ein Mädchen, dann zwei Buben. Meine Frau ist aus Köln und hat viele Wörter in die Ehe mitgebracht, die ich noch nie gehört hatte. Von pucken hat aber auch sie nicht gesprochen. Und jetzt weiß ich immer noch nicht, was es konkret heißt. :unschuldig:

Weiter unten, Sütterlin: Ja, ich habe in der Schule noch Sütterlin gelernt. Aber nur ganz kurz, und damit wir lesen konnten, was unsere Eltern schrieben, die so eine Art Mischmasch zusammengeschrieben haben. Wenn jemand sehr korrekte Buchstaben schreibt, kann ich es noch lesen. ::)
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Offline JanaBabsi

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Ich bin auch wieder da.  :winken:
Leider haben wir erst heute den WLAN-Zugang in der Ferienwohnung bekommen .... dafür hab ich das Buch jetzt aber fertig.  ;D

Ich bin auch erstaunt wie gut das alles auf See funktioniert, wie gut Emma mit der Crew klar kommt.
Der Smutje wird zur Hebamme - eigentlich ein Unding zur damaligen Zeit, oder? Emma kann auf jeden Fall froh sein, daß Piet an Bord ist und er sich auch anbietet ihr zu helfen. Carl wäre vermutlich hoffnungslos überfordert gewesen. Zumal es sich um die eigene Frau gehandelt hat, da ist man emotional ja doch eher enger dran.

Ich musste auch lachen, daß Carl einfach nur beschäftigt wurde bis die Geburt vorbei war.

Die Rückkehr nach Othmarschen war sehr emotional. Inken, die immer schon für Emma sowas wie "Heimat" darstellte, die Versöhnung mit ihrem Bruder und dann die Mutter so vorzufinden. Freud und Leid liegen ziemlich eng beieinander.

Rieke .....  :wegrenn: Ich finde ihren Slang noch immer grausam. Ja, sie ist ziemlich kühl was den Tod ihres Mannes betrifft. Aber was sollte sie sonst auch tun? Lamentieren und heulen hätte sie im Leben nicht weitergebracht, also kneift sie die Pobacken zusammen.

Ich hab auch gegooglet was "pucken" ist. Da ich keine Kinder habe bin ich da auch eher planlos - aber ich kenne das Einschnüren bei Hunde, zum gleichen Zweck " Diese Grenzsetzung wird als hilfreich für die Beruhigung des Kindes angesehen. "






Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

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Offline Horst Berger

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Nochmals zum Pucken:

Hab wieder nicht aufgepasst, Ulli, dass du einen Link gesetzt hast. Ja, jetzt weiß ich, worum es geht. Diese Foltermethode gab es hier bei uns im Süden auch. Das nannte man wohl fatschen oder gefatscht. Genau weiß ich das nicht. Hab das Wort für diese Tätigkeit auch in Wikipedia nicht gefunden. Das Jesusbaby wird oft als Fatschenkind oder Fatschenkindl dargestellt. Die Bäuerinnen oder Mägde hatten vermutlich oft keine andere Wahl, als die Kinder auf diese Weise ruhig zu stellen. Sie mussten arbeiten. Ich selbst kann mich allerdings nicht daran erinnern, dass ich auf diese Weise gefoltert wurde. :trost:

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Offline dubh

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Hallo zusammen,

auch wenn ich nicht so schnell wie Ihr lese, genieße ich das Buch trotzdem sehr! Dieser Abschnitt ist wirklich ganz, ganz toll - die Eindrücke vom Schiff, wie schnell sich Emilia mit der Mannschaft versteht, ja diese und die allgemeines Atmosphäre an Bord sogar verändert. Gerade zum Ende, als die Mannschaft sich in Reih und Glied aufgestellt hat und ein Hipp, Hipp, Hurra zu ihren Ehren bis ans Ufer schallen lässt, war ich wirklich gerührt! Ich mag diese kleinen liebevollen Details einfach zu gerne: wie sich der Steward verändert, so dass er plötzlich Hunde mag und sogar Cookie mit nachhause nimmt. Oder aber die Geschenke der Besatzung für Lily... Alle sind besorgt und haben die Babys, ob menschlich oder tierisch, ins Herz geschlossen. Aber auch die Szenen während des Sturms oder der Geburt haben mir richtig gut gefallen, weil sie so beschrieben sind, dass ich mir alles genau vorstellen konnte - wirklich toll!
Bei Julius Brief an Emilia war ich wirklich erleichtert, denn endlich öffnet sich ihre Familie ihr gegenüber und dazu auch noch so herzlich - wer hätte das gedacht. Schade nur, dass dafür der Vater der beiden erst einmal sterben musste. Naja, und der nächste Dämpfer ist dann Anna. Ich frage mich, ob ihre geistige Verwirrtheit nur mit dem Tod ihres Mannes zusammenhängt oder ob schon der erzwungene Umzug nach London, die Trennung von Emilia und schließlich das Verstossen der Tochter dazu beigetragen haben... Da war ich im Gegenzug schon fast erleichtert, dass Inken und Mats unverändert auf dem Gut leben. Tja, und dann ist da auch noch Rieke - ich wollte schon anmahnen, dass ich von ihr und ihrem Verbleib auch noch etwas erfahren möchte... So ist es natürlich umso besser, auch wenn der Tod ihres Mannes natürlich nichts erfreuliches ist. Aber Rieke ist, wie Rieke eben ist: sie steckt den Kopf nicht in den Sand.
Dass Carl sich nun durchgesetzt hat und alleine nach Australien segelt, finde ich nur vernünftig, auch wenn ich Emilias Sorgen und ihre Trauer durchaus nachvollziehen kann. Allerdings ist es auch leichtsinnig, sehenden Auges mit einer hichschwangeren Frau durch fremde Gewässer zu schippern, wenn noch nicht einmal klar ist, ob Australien etwas für die frische Familie ist! Bleibt also zu hoffen, dass alle Besatzungsmitglieder die Fahrt gut überstehen und in Australien gute Aussichten auf Arbeit haben.

Übrigens habe ich mich schon dabei ertappt, dass ich nach Carl und Emilia im Internet recherchiert habe. Glücklicherweise habe ich nichts gefunden, denn ich lese dann doch viel lieber, ohne das Ende zu kennen - aber mich würde interessieren, wie Du, Ulli, über die Fakten der beiden "gestolpert" bist.

Liebe Grüße
dubh
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline ulli

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Übrigens habe ich mich schon dabei ertappt, dass ich nach Carl und Emilia im Internet recherchiert habe. Glücklicherweise habe ich nichts gefunden, denn ich lese dann doch viel lieber, ohne das Ende zu kennen - aber mich würde interessieren, wie Du, Ulli, über die Fakten der beiden "gestolpert" bist.

Liebe Grüße
dubh

Relativ viel darüber habe ich im Nachwort geschrieben. Aber wenn du darüber hinaus noch Fragen hast, beantworte ich sie dir gerne. Lies aber erstmal zuende.
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Offline AddictedToBooks

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Das Leben auf dem Schiff mit einem Baby scheint gar nicht so kompliziert zu sein, wie ich mir das vorgestellt habe. Es funktioniert, solange es bei einem bleibt. Ich kann mir nicht vorstellen wie das klappen soll, wenn da 2 oder gar 3 von den Kleinen rumwuseln. Aber dann würde Emma ja nicht auf dem Schiff bleiben. Irgendwann müssen die Kinder ja auch mal zur Schule. Oder gibt es das auch schon auf einem Schiff?  ??? *Spaß* ^^

Ich hätte mir das auch viel schwerer vorgestellt, vor allem zu der Zeit. Aber ich finde Ulrike hat das wirklich schön erklärt und anschaulich gemacht, wie es abläuft. Und glücklicherweise war es doch nicht so schlimm wie befürchtet - das ist mir wirklich ein Stein vom Herzen gefallen!

Offline Rosenprinzessin

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Ihr Lieben, es tut mir unendlich leid, dass ich so lahm bin.  :-[ Ein ganz dickes Sorry!
Ich kann versichern, dass es nicht am Buch liegt, denn das fesselt mich wirklich sehr. Auch dieser Abschnitt war sehr spannend!
Emilia hat mit der Hilfe vom Smutje ihre Tochter entbunden. Ich muss gestehen, ein wenig besorgt war ich ja schon. Mitten auf dem Meer zu entbinden und dann zu der damaligen Zeit, ohne irgendwelche Hilfen!  :o Kein schöner Gedanke, obwohl die Frauen damals natürlich generell nicht die Hilfen hatten, wie wir sie heute haben. Wie gut, dass der Smutje da war! Den mag ich ja total gerne; er ist mir sehr sympathisch.
Sowieso ist die komplette Mannschaft eigentlich total sympathisch. Und Emilia hat einen guten Einfluss auf sie. Ich bin ja gespannt, wie die jetzige Fahrt Richtung Australien verlaufen wird ohne sie. Ob es dann wieder mehr Streit untereinander geben wird?

Sehr besorgt war ich auch um Ferdinand! So ein komplizierter Bruch mitten auf dem Meer, kein Arzt in Sicht. Keine Schmerzmittel. Opium hatten sie, glaube ich. Aber trotzdem; ich stelle mir das schlimm vor. Aber auch hier scheint alles gutgegangen zu sein!

Dann dieser heftige Sturm! Oh je, ich mag mir das gar nicht vorstellen. Ich bin auch nicht so ganz seefest; das ist für mich eine gruselige Vorstellung.

Über den Brief von Julius war ich sehr gerührt. Der Junge ist erst 16, aber zum Glück hat er die Ablehnung seiner Eltern Emilia gegenüber nicht übernommen. Da hatte ich schon meine Bedenken, aber zum Glück scheint er ganz anders zu sein. Ich mag ihn jetzt schon sehr!

Anna tut mir jetzt fast ein wenig leid. Zwar kann ich ihr Verhalten Emilia gegenüber immer noch nicht gutheißen, aber dass sie jetzt so verwirrt ist und in der Vergangenheit lebt, tut mir trotzdem leid. Auch für Emilia tut es mir leid. Ich hätte mir eine Versöhnung der beiden Frauen sehr gewünscht und für Emiliia erhofft.

Dafür freut es mich total, dass Rieke wieder da ist!  :) Andererseits heißt das aber auch, dass sie wieder als Dienstmagd arbeitet und keine eigene Familie mehr hat. Das wiederum tut mir leid. Es wäre schon schön gewesen, wenn sie mit ihrem Mann in Amerika sich hätte etwas aufbauen können. Aber sie ist ja noch jung, und ich habe noch die Hoffnung, dass sich ihr Leben doch noch positiv ändern kann. 
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Offline Rosenprinzessin

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Rieke .....  :wegrenn: Ich finde ihren Slang noch immer grausam.

Ehrlich? Ich mag ihn!  ;D
Wir sprechen hier ostfriesisches Plattdeutsch, das klingt gar nicht mal so anders.  ;D
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