Autor Thema: #08 - Kapitel 27 bis Nachwort (Seite 468 - Ende)  (Gelesen 1491 mal)

Offline Jasmin

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Emilia und Carl hatten sich bereit erklärt, sich der Enkel anzunehmen. Carola hätte im Kreise ihrer Lieben bleiben können. Rudi hat auf seinen falschen Stolz gehört.

Von seiner Schwester hat Rudolph aber Geld bekommen - im Austausch für Carola.
Seine Schwiegereltern hätten nur für die Kinder gesorgt, er hätte noch immer leer dagestanden.


Da hatte er die Anstellung als Makler schon. Wäre er arbeitslos gewesen, hätte die Sache anders ausgesehen. Aber so ... FALSCHER STOLZ! Und das kriegt Ihr mir auch nicht ausgeredet. ;D

Offline JanaBabsi

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Da hatte er die Anstellung als Makler schon. Wäre er arbeitslos gewesen, hätte die Sache anders ausgesehen. Aber so ... FALSCHER STOLZ! Und das kriegt Ihr mir auch nicht ausgeredet. ;D

 ;D ;D ;D
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Babsi

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Offline ulli

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Ich glaube, ich muss mir nun unbedingt die beiden genannten Bücher um Anna te Kloot besorgen, auch wenn diese Familie hier im Buch nicht so gut wegkommt, meine Neugier ist geweckt!

Das habe ich erst jetzt wirklich gelesen - das ist eine komplett andere, auch wahre, Geschichte der Familie te Kloot.
Das hat nichts mit den Lessings zu tun und hat sich auch viel früher ereignet.

Ich betrachte es als Geschenk, dass mir diese Familiengeschichten zugetragen wurden - ich finde gerade diese Geschichten, die ja eher Alltag sind und das Leben damals schildern - also keine Königshäuser, sondern Bürger, unglaublich faszinierend, fesselnd.
Aber auch die Geschichte der Familie Lessing um Emilia ist so ein Geschenk ...  dass das nächste Buch eher wieder um die te Kloots gehen wird, find ich doppelt spannend. Ich recherchier mir gerade den Wolf und tauch wieder ein in die Zeit.
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Offline ulli

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Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Buch, nach all den vielen Büchern, die ich gelesen habe, noch berühren könnte. Dieses Buch von Ulrike Renk hat mich berührt … sehr sogar. :winken:

Ich wüsste ganz von dir, WAS dich denn so berührt hat. Ich bin ganz glücklich, DASS es dich berührt hat, aber warum? Das ist so eine Schriftstellerfrage, fürchte ich.
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Offline ulli

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Emilia und Carl hatten sich bereit erklärt, sich der Enkel anzunehmen. Carola hätte im Kreise ihrer Lieben bleiben können. Rudi hat auf seinen falschen Stolz gehört.

Von seiner Schwester hat Rudolph aber Geld bekommen - im Austausch für Carola.
Seine Schwiegereltern hätten nur für die Kinder gesorgt, er hätte noch immer leer dagestanden.


Da hatte er die Anstellung als Makler schon. Wäre er arbeitslos gewesen, hätte die Sache anders ausgesehen. Aber so ... FALSCHER STOLZ! Und das kriegt Ihr mir auch nicht ausgeredet. ;D


Du liegst fast richtig. Als ich die Dokumente, die ich vor einem Monat bekommen habe, las, ist mir ziemlich viel aus dem Gesicht gefallen - Brille, Gebiss, Pappnase .. nein, ich finde es erstaunlich, erschreckend, wie die Familiengeschichte weiter gegangen ist. Aber das Buch muss ich erst noch schreiben. Den Vertrag habe ich schon - es wird also erscheinen.
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Offline JanaBabsi

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Du liegst fast richtig. Als ich die Dokumente, die ich vor einem Monat bekommen habe, las, ist mir ziemlich viel aus dem Gesicht gefallen - Brille, Gebiss, Pappnase .. nein, ich finde es erstaunlich, erschreckend, wie die Familiengeschichte weiter gegangen ist. Aber das Buch muss ich erst noch schreiben. Den Vertrag habe ich schon - es wird also erscheinen.

Bis dahin ist ja noch ellenlang hin, aber vielleicht kommen wir hier ja wieder zusammen in einer Leserunde??
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Offline Horst Berger

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Liebe Ulli,

deine „Schriftstellerfrage“ zielt wohl in folgende Richtung: Du willst wissen, welche Wörter, welche Sätze es waren, die dieses Berührtsein in mir aufkommen ließen. Das ist schwierig, weil dieses Gefühl immer sehr plötzlich aufsteigt, und ich in diesem Moment nicht darauf achte, welchen Satz ich gerade gelesen habe. Sehr kurze und einfache Sätze sind es meist. Aber ich bin nicht überzeugt, dass diese Wörter bei allen die gleiche Wirkung hervorrufen. (Besonders bei Frauen bin ich mir nicht sicher. Frauen empfinden anders.)

Trotzdem versuch ich mal ein paar Beispiele herauszusuchen, die stellvertretend für alle die Stellen stehen sollen, die dieses Gefühl des Berührtseins und der Beklemmung bei mir erzeugten.

Seite 9o (die letzten 6 Zeilen, 8.Kapitel) … warum wollt ihr mich nicht mehr? …
Seite 128 Für einen Moment saß Emilia ganz still da … (dieses „ganz still“ ist es, was mich berührt hat)

Schließlich, als ich meinte, die Geschichte würde jetzt ausklingen, treibst du es nochmals auf eine einsame Spitze:
Seite 520: Sie wuschen Minnie … (lesen, soweit man es eben schafft, bis man die Brille abnehmen muss, um über die Augen zu wischen.)
Seite 524: „Nein!“, schrie Carola, als Rudolf ihr sagte …

Es waren vor allem die Stellen, an denen gegen den Willen der Kinder und gegen ihre Angst, allein gelassen zu werden, gehandelt wurde. Das hat mich am meisten fertiggemacht. Kinder sind Menschen, keine Ware wie ein Stück Butter, das man in den Kühlschrank legt, weil es da besser aufgehoben ist.
Ach es gebe noch viele Stellen, über die man schreiben könnte, aber das würde nochmals ein Buch füllen. Deshalb mach ich jetzt Schluss. :winken:
Der Fachverstand wird überall dort eingesetzt, wo der  gesunde Menschenverstand fehlt.

Offline ulli

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Lieber Horst,

eigentlich wollte ich keine Sätze haben, sondern Situationen - das hast du aber auch wunderbar gerade rübergebracht.

Ich finde es schon schwierig, etwas, was ich auch als schlimm empfinde, so zu schreiben, dass es nicht schmalzig trieft aber dennoch berührt.

LG

Ulli

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Offline dubh

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Hallo zusammen,

was für ein Ende! Mir gefällt, wie viel an der Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht und dass Emilia ein so langes und erfülltes Leben hatte - auch wenn es nicht immer einfach war. Gerade die letzen Szenen mit Minnie gingen mir sehr ans Herz, denn sie starb so früh und das obwohl sie noch reichlich Träume hatte! Ob das Ehepaar te Kloot ansonsten noch einmal eine Chance auf Weinanbau bekommen hätte? Rudolph hätte das Zeug zu einem echten Pionier gehabt, denn er konnte für seine Träume hart arbeiten… So aber ist alles vergebens und er scheitert über das Anfängerpech beim Kauf des Grundstücks, sehr bitter.
Als Carola schließlich das Schicksal von Emilia teilen muss und ebenfalls bei Tante und Onkel aufwachsen muss, konnte ich nur schlucken. Wie hart für ein achtjähriges Mädchen, nach dem Tod der Mutter von allem was ihr lieb und teuer ist, getrennt zu werden und so weit weg zu ihr fremden Menschen zu müssen! Emilia wirkt in diesen Situationen sehr abgeklärt, vermutlich, weil sie es dem Mädchen nicht noch schwerer machen möchte und der Vater längst entschieden hat. Dennoch muss es ihr doch unendlich schwer gefallen sein, dass sie gute Miene zu dem Ganzen machen muss, oder?
Wenn ich mir überlege, wie traurig meine Mutter war, als ich aus dem Süden dieser Republik nach Hamburg gezogen bin… Wie muss sich da erst eine Großmutter gefühlt haben, die ihre Enkeltochter von Australien nach Europa verabschieden muss? Zumal das Mädchen noch klein ist und unter dem Tod der Mutter leidet und sie davon ausgehen muss, dass sie Carola nie wiedersehen wird…
Die Frau, Robyn Jessiman, die Dir, Ulli, geschrieben hat: von welchem Kind der te Kloots ist sie denn die Tochter? Und wisst Du, was aus dem Familienzweig Carolas und Werners wurde? Sie bleiben vermutlich in Hamburg, oder?
Schade fand ich ein bisschen, dass die anderen Kinder Emilias in den Schatten Minnies treten: gerade die mutige und meeresbegeisterte Lily hätte mich noch sehr interessiert, aber mir ist klar, dass dies sicherlich den Rahmen gesprengt hätte.
Ulli, ist die Geschichte damit erzählt oder planst Du noch neue Geschichten rund um die Lessings oder die te Kloots? Und da Du im Nachwort darauf hinweist: zwei Deiner Bücher handeln ja von Anna te Kloot - in welcher Verbindung stand sie zu Jean und Rudolph te Kloot? Wahnsinn, wenn man überlegt, wie sich ganze Familien über den Globus verteilt haben…

Euch allen einen schönen Sonntag!

Liebe Grüße
dubh
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline ulli

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Die Frau, Robyn Jessiman, die Dir, Ulli, geschrieben hat: von welchem Kind der te Kloots ist sie denn die Tochter?

Sie ist Minnies Enkelin. Arthur te Kloot ist ihr Vater.

Und wisst Du, was aus dem Familienzweig Carolas und Werners wurde? Sie bleiben vermutlich in Hamburg, oder?

Ja, weiß ich.  ;)

Schade fand ich ein bisschen, dass die anderen Kinder Emilias in den Schatten Minnies treten: gerade die mutige und meeresbegeisterte Lily hätte mich noch sehr interessiert, aber mir ist klar, dass dies sicherlich den Rahmen gesprengt hätte.

Ich musste mich entscheiden ... und meine Wahl fiel auf Minnies Geschichte. Ich hatte eine vorgegebene Seitenzahl im Vertrag, die ich mal wieder gesprengt habe. Aber noch mehr durfte ich nicht erzählen, weil ich keinen Platz hatte. Aber ...  ;D ;)

Ulli, ist die Geschichte damit erzählt oder planst Du noch neue Geschichten rund um die Lessings oder die te Kloots?

Im Frühjahr 2015 wird ein weiteres Buch über die Geschichte im Aufbau Verlag erscheien, die Tinte unter dem Vertrag ist noch feucht ...  8) Darüber freue ich mich sehr.

Und da Du im Nachwort darauf hinweist: zwei Deiner Bücher handeln ja von Anna te Kloot - in welcher Verbindung stand sie zu Jean und Rudolph te Kloot? Wahnsinn, wenn man überlegt, wie sich ganze Familien über den Globus verteilt haben…

Anna war die Groß- Großtante von Jean und Rudolph. Die beiden waren die Enkel ihres Bruders.


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Offline AddictedToBooks

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Gerade weil mich das auch so berührt hat - auch dieser familiäre Kreislauf UND weil ICH weiß, wie es mit der Familie weiter gegangen ist, wird es ein weiteres Buch geben.

Im Frühjahr des nächsten Jahres bei Aufbau. Ich freue mich sehr darüber, dass ich diese Familiengeschichte noch ein wenig weiter erzählen darf.

Das sind ja super Neuigkeiten. Da freue ich mich schon jetzt drauf.  :winken:

Offline Rosenprinzessin

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Ich habe das Buch nun auch beendet und entschuldige mich nochmals für die Verspätung.
Dabei ist das Buch so wunderschön!  :herz: Ich muss gestehen, zum Ende hin flossen bei mir die Tränen. Als Minnie gestorben ist, hat mich das sehr berührt. Ich hatte so gehofft, sie würde es schaffen. Wie traurig, nach einer Geburt sterben zu müssen. Der kleine Wilhelm hat seine Mutter nie kennenlernen können.  :(
Und wie traurig, dass Carola nach Deutschland geschickt wurde, und all ihre Geschwister durften in Australien bleiben! Wie gemein ist das! Sie war doch erst acht; das muss schrecklich für sie gewesen sein!
Ich gestehe, in diesem Abschnitt ist Rudolph mir unsympathisch geworden. Bisher mochte ich ihn, aber als er beschlossen hat, seine älteste Tochter wegzuschicken und dafür Geld zu bekommen, kam es mir fast so vor, als hätte er sie verkauft. Gut, das ist etwas hart ausgedrückt, denn wahrscheinlich wollte er wirklich nur das Beste für all seine Kinder. Er musste ja für alle fünf sorgen. Trotzdem - seine Tochter wegzuschicken, kurz nachdem die Mutter gestorben ist, sie also auch von allen anderen Familienmitgliedern zu trennen und zu ihr fremden Menschen zu schicken - das kam mir in dem Moment wirklich grausam vor.

Emilia muss eine beeindruckende Frau gewesen sein! Ich habe großen Respekt vor ihr.
Und dieses Buch hat mich sehr bewegt. Ich werde bestimmt noch lange darüber nachdenken müssen.
« Letzte Änderung: 12. Mai 2014, 21:40:57 von Rosenprinzessin »
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Offline Rosenprinzessin

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Im Frühjahr 2015 wird ein weiteres Buch über die Geschichte im Aufbau Verlag erscheien, die Tinte unter dem Vertrag ist noch feucht ...  8) 


Das ist großartig!  8)
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Offline ulli

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Ich freue mich sehr, dass es dir gefallen hat. Und ja, auch mir ist Rudolph unsympathisch geworden.
Ich weiß inzwischen sehr genau, wie die Geschichte weitergegangen ist und darf sie schreiben - das finde ich toll.
Was euch, und nicht nur euch, mehrhaltlich aufgestoßen ist, ist ja der Buchtitel. So ging es mir auch.
Der Folgeband, der aber in sich auch abgeschlossen ist, hat als Arbeitstitel "Die australischen Schwestern" - ich bin mal gespannt, was der Verlag daraus macht.  >:(
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Offline dubh

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.
Ich weiß inzwischen sehr genau, wie die Geschichte weitergegangen ist und darf sie schreiben - das finde ich toll.

Das finde ich großartig, denn ich würde nur zu gerne erfahren, wie es weiter geht! Ich hoffe, dass wir uns dann hier wiederlesen! :)

Zitat
Was euch, und nicht nur euch, mehrhaltlich aufgestoßen ist, ist ja der Buchtitel. So ging es mir auch.
Der Folgeband, der aber in sich auch abgeschlossen ist, hat als Arbeitstitel "Die australischen Schwestern" - ich bin mal gespannt, was der Verlag daraus macht.  >:(

Mich würde ja interessieren, ob diese Kritik auch im Verlag ankommt... Auf jeden Fall bin ich aber schon jetzt auf den endgültigen Titel gespannt! ;)

Liebe Grüße
dubh
« Letzte Änderung: 16. Mai 2014, 20:54:43 von dubh »
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(Theodor W. Adorno)

 

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