Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 5466 mal)

Offline In Flagrantibooks

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Halli Hallo!

Hier nun auch meine Rezension zu deinem Buch, ulli.

http://inflagrantibooks.blogspot.de/2014/05/die-australierin-rezension.html

Auf Amazon folgt sie im Laufe des Tages.

Fazit:
"Die Australierin" von Ulrike Renk ist ein Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Wahrheit vermischt sich mit Fiktion. Realismus und Glaubhaftigkeit machen eine beeindruckende Lebensgeschichte zu etwas besonderen und der einprägsame Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass die Geschichte um Emilia Bregartner lange in Erinnerung bleibt. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der wahre Lebensgeschichten gerne liest und dem eine glaubhafte Recherche und detailgetreue Wiedergabe der damaligen Lebensumstände wichtig sind. Und alle anderen können sich auf eine beeindruckende Geschichte freuen, die ergreifend und dramatisch ist. Tränenfluss inklusive.

Liebe Grüße
Tilly

Offline ulli

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Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine überraschte Frau

Offline Dani

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Hier nun auch meine Rezension zu deinem Buch, ulli.

Stell sie doch ganz hier ein, uns interessiert doch auch alle deine ganze Meinung und nicht nur das Fazit  ;)
Liebe Grüße
Dani

Offline In Flagrantibooks

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Ah ja. Klar. Kein Problem. Mir war nicht klar, dass ihr euch die nicht anschaut, entschuldigung.  ::)  Hier ist der Rest:

Cover:

Das Cover hat bei mir von Anfang an ein Gefühl von Sehnsucht hervorgerufen. Zeitgleich sieht es aber so aus, als wäre die Dame darauf irgendwie angekommen. Genau dort, wo sie hin wollte. Zur Geschichte passt es ganz wunderbar, die Farben spiegeln die Wärme und Geborgenheit der Hauptprotagonistin wider.

Meinung:

Auf eine gesonderte Inhaltsangabe verzichte ich an dieser Stelle. Der Klappentext verrät in meinen Augen schon genug. "Die Australierin" ist eigentlich eine Geschichte, die ich vielleicht gar nicht gelesen hätte, denn solche Erzählungen tauchen im Grunde nicht auf meinem Leseradar auf. Aber das Cover hat mich angelockt und der Klappentext tat dann seinen Rest.

Vorab muss gesagt werden, dass die Geschichte um Emilia auf wahren Begebenheiten beruht. Die Autorin hat Kontakt zu einer Nachfahrin und erzählt die Geschichte somit aus erster Hand. Diesbezüglich fällt die Rezension auch anders aus. Denn da es alles real existierende Menschen waren, die zu der Zeit auf eine bestimmte Handlung reagiert haben, kann man der Autorin nicht ankreiden, dass sie ihre Figuren seltsam handeln lässt.
Natürlich mussten einige Stellen ausgefüllt werden und sicherlich sind auch die Gespräche nicht Wortgetreu wieder gegeben worden, aber die Rahmenhandlungen, die Menschen, die Orte und auch große und kleine Ereignisse sind tatsächlich so geschehen. Genau das sollte man auch während des Lesens immer vor Augen haben, denn dann betrachtet man die Geschichte in einem ganz anderen Blickwinkel.

So erging es jedenfalls mir.

Emilia Bregartner ist eine wirklich beeindruckende Frau, die trotz ziemlich großen Widerständen und immer wieder auftauchenden Problemen ihren Weg geht. Von klein auf ist sie im Grunde ein Spielball der Erwachsenen und setzt trotz der gesellschaftlichen Denkweisen und Vorschreibungen ihren Kopf durch und folgt letztendlich ihrem Herzen.
Sie schafft das, was andere Frauen damals und auch manche heute nicht geschafft haben:

Sie lebt ihren Traum und macht aus ihrem Leben das, was sie selbst wollte.

Das Leben meint es nicht immer gut mir ihr, aber dennoch macht Emilia grundsätzlich das Beste daraus. Sie bricht mit den gesellschaftlichen Konventionen und ist sich dessen Konsequenzen dennoch durchaus bewusst. Ulrike Renk schafft durch ihren wirklich einprägsamen Schreib- und Erzählstil, die damalige Zeit und die tiefgreifenden Ereignisse sehr lebhaft, anschaulich und, wenn nötig, auch sehr dramatisch an den Leser zu bringen.

Einmal eingetaucht in die Zeit von Segelschiffen, Mamsellen und standesgemäßen Verbindungen, kann man sich nur sehr schwer daraus wieder flüchten, denn die Autorin fesselt den Leser an die Wörter und lässt die Geschichte aufleben. Es ist nicht nur, dass die Autorin einfach das Leben von 1842 und seine Entwicklungen bis 1909 wiedergegeben hat. Es kommt auf die Einzelheiten an, das ist immer wichtig. Egal ob es eine erfundene Geschichte ist oder eine, die auf wahren Begebenheiten beruht. Bei wahren Geschichten sogar mehr als sonst, denn sie büßen ihre Glaubwürdigkeit ein, wenn der Verfasser sich die Einzelheiten aus den Fingern zieht.
Nicht so bei Ulrike Renk.
Bei ihr stimmte alles. Von der Kleidung, über das Essen bis hin zu den sprachlichen Gewohnheiten. Standesunterschiede wurden in der Wahl des Wohnortes deutlich gemacht, Liebesheiraten gab es nicht (oder nur sehr selten und vielleicht aus Zufall) und die jungen Frauen mussten das machen, was ihre Eltern oder der Vormund sagte. Diese Kleinigkeiten machen das Herz der Geschichte aus und die Autorin bringt sie wirklich sehr glaubhaft und detailreich dem Leser näher.

Des Weiteren beeindruckt sie mit einer tiefgreifenden Recherche in Bezug auf Segelschiffe, das Leben darauf und alles, was mit Kapitänen und dem Thema "zur See fahren" zusammenhängt. Sei es der Handel, Frauen an Bord oder sogar Geburten, die auf hoher See stattfanden.

Das Einzige, was den einen oder anderen Leser vielleicht in die Irre führen könnte ist der Titel "Die Australierin", denn Australien kommt im Grunde nur am Ende vor und es geht auch nicht um dieses Land. Ein anderer Titel hätte hier vielleicht ein besseren ersten Eindruck verschafft, aber wenn man das außer Acht lässt und sich auf die Geschichte einlässt, fesselt sie einen und überzeugt am Ende, auch mit einem nicht ganz so passenden Titel.

Während des Lesens fühlte ich mich, als würde ich eine Reise in die Vergangenheit machen, aus der ich eigentlich nicht wieder zurück wollte. Auch wenn einige Ereignisse wirklich schrecklich sind und ich mehr als nur einmal Tränen verdrückt habe, so habe ich Emilia doch gerne auf ihrer Reise begleitet und muss ehrlich gestehen, ich kann es kaum erwarten zu wissen, wie es weiter geht. Gut zu wissen, dass es wirklich noch nicht vorbei ist …

Fazit:

"Die Australierin" von Ulrike Renk ist ein Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Wahrheit vermischt sich mit Fiktion. Realismus und Glaubhaftigkeit machen eine beeindruckende Lebensgeschichte zu etwas besonderen und der einprägsame Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass die Geschichte um Emilia Bregartner lange in Erinnerung bleibt. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der wahre Lebensgeschichten gerne liest und dem eine glaubhafte Recherche und detailgetreue Wiedergabe der damaligen Lebensumstände wichtig sind. Und alle anderen können sich auf eine beeindruckende Geschichte freuen, die ergreifend und dramatisch ist. Tränenfluss inklusive.

Bewertung:

"Die Australierin" von Ulrike Renk bekommt von mir ohne Frage 5 von 5 Marken.

Offline Dani

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Ah ja. Klar. Kein Problem. Mir war nicht klar, dass ihr euch die nicht anschaut, entschuldigung.  ::)  Hier ist der Rest:

Danke! Schöner Blog, ich bin dem Link natürlich gefolgt  ;)
Aber die Leserunde war ja hier, da finde ich es schöner, wenn man auch auf einen Blick die Rezis hier hat.
Liebe Grüße
Dani

Offline dubh

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Hallo zusammen,

nun auch meine abschließende Meinung zum Buch.

Ein bemerkenswertes Leben

Emilia ist die Tochter des Hamburger Werftbesitzers Bregartner und wächst sehr behütet vor den Toren der Hansestadt in Othmarschen auf. Nachdem ihre Eltern in den 1840ern mit ihrem kleinen Bruder aus geschäftlichen Gründen nach England gehen, bleibt das Mädchen bei Onkel und Tante zurück und soll von diesen auf ein Leben in den höheren Kreisen Hamburgs vorbereitet werden. Während Emilia in den anfänglich geplanten zwei Jahren hofft, dass ihre Eltern sie doch noch nach England nachholen, wird sie langsam erwachsen und ihre Familie erwartet von ihr, dass sie eine gute Verbindung mit einem jungen Mann aus einer angesehenen Hamburger Familie eingeht.
Auf einem der sorgsam geplanten Dinners von Onkel Hinrich und Tante Minna lernt Emilia den Kapitän Carl Gotthold Lessing kennen - ein Großneffe des berühmten Schriftstellers. Die beiden sind sich gleich sympathisch - teilen sie doch die Leidenschaft für gute Bücher und das Schreiben von Briefen. Doch natürlich ist der junge Lessing keine standesgemäße Wahl, nicht nur, weil er sich das Geld für sein erstes eigenes Schiff bei seinen Brüdern leihen musste… Doch Emilia und Carl schreiben sich während seiner ersten großen Fahrt zahlreiche Briefe und kommen sich so näher. Als sie sich über ein Jahr später wieder begegnen, ist es längst um sie geschehen und sie beginnen eine heimliche Beziehung. Der Bruch mit der Familie ist somit unaufhaltsam, aber Emilia hat sich längst entschieden: für ein Leben ohne Luxus und Konventionen, dafür mit Carl - und so geht sie mit ihm auf große Reise.

Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten, die durch die Autorin in einen solch schönen Rahmen gepackt wurde, dass ich kurzer Lektüre bereits fasziniert war: die Atmosphäre der damaligen Zeit ist in meinen Augen sehr authentisch eingefangen, so dass ich an der ein oder anderen Stelle schlucken musste, denn elterliche Entscheidungen waren damals sehr häufig von nüchternen Erwartungen geprägt als von liebevollem Verständnis. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Bregartners ihre Tochter einfach bei Onkel und Tante "zwischenparken" und auch nach zwei Jahren - für ein Mädchen sicher eine Ewigkeit - nicht wieder zu sich holen. Dass das Mädchen leiden könnte und Sehnsucht nach Mutter, Vater und Bruder hat, hat offensichtlich keiner bedacht. Zum Glück gibt es eine Handvoll wirklich liebenswerter Figuren, die Emilia so gut sie es können unterstützen… Die Geschichte ist packend, auch wenn sie sich langsam entwickelt und damit ein wirklich interessantes Leben voller Abenteuer und Emotionen aufbaut wird. Dabei haben mir vor allem die Schilderungen der unterschiedlichen Schiffsreisen gefallen und wie Emilia das ihr ungewohnte Leben an Bord meistert. Dass sie an manchen Stellen sicherlich ein entbehrungsreiches Leben führt, hindert Emilia nicht daran, ein glückliches zu führen - mit sich und ihrer Entscheidung im Reinen. So erlebt sie Freundschaft, Gefahren, große Hilfsbereitschaft und die Geburt ihrer Kinder auf hoher See und trifft letzten Endes mit ihrem Mann eine weitere große Entscheidung…
Emilia hat ein spannendes und vor allem sehr unkonventionelles Leben geführt, das mir aus heutiger Sicht einiges an Respekt abverlangt - gerade deshalb finde ich es großartig, dass Ulrike Renk uns diese Geschichte erzählt. Die Mischung aus Fakten und Fiktion, die ruhige und stimmungsvolle Erzählweise haben mir große Freude beim Lesen bereitet und ich hätte gerne noch mehr aus dem Leben dieser bemerkenswerten Frau gelesen. So ging es mir zum Ende hin fast ein bisschen zu schnell, denn ich hätte gerne mehr aus dem Leben der Kinder von Emilia und Carl gelesen - aber dennoch bin ich mit dem Ende natürlich zufrieden.
Bleibt eigentlich nur ein Punkt, den ich kritisch erwähnen muss, nämlich den Titel des Buches. Auch wenn ich verstehen kann, dass man einen Titel durchaus auch aus Verkaufsgründen wählen muss, finde ich, dass dieser dem Inhalt einfach nicht gerecht wird. Zum einen, weil die Geschichte zum größten Teil nichts mit Australien zu tun hat, zum anderen, weil ich den Eindruck habe, dass dem Buch damit ein Genre verpasst werden soll, in das es meiner Meinung nach nicht gehört. "Die Australierin" ist kein Love & Landscape-Roman und auch kein Auswandererroman, bei dem die Helden ihr Glück in einem fernen, vielleicht sogar exotischen Land suchen. Dieses Buch ist ein toll erzählter historischer Roman, dessen Autorin einen perfekten Weg gefunden hat, aus den Eckdaten eines spannenden Lebens eine Geschichte zu machen, die authentisch und fesselnd ist, deren Figuren mir schon nach wenigen Seiten ans Herz gewachsen sind und dabei mit liebevollen Details aufwartet. Ein echtes Lesevergnügen!

Liebe Grüße
dubh
« Letzte Änderung: 11. Mai 2014, 21:27:17 von dubh »
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline ulli

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Offline Rosenprinzessin

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So, auch meine Rezension ist endlich fertig.
An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für dieses schöne Buch und die Leserunde, bei der ich leider ziemlich hinterherhinkte.  :-[ Um so mehr habe ich mich gefreut, dass Du trotzdem immer noch dabei warst, liebe Ulrike! Vielen herzlichen Dank!  :bussi:

Meine Rezension:

1842: Emilia wächst in Othmarschen auf und verlebt eine glückliche Kindheit. Doch eines Tages wandern die Eltern zusammen mit Emilias jüngerem Bruder Julius nach England aus, und Emilia wird zu Onkel und Tante nach Hamburg geschickt. Dort ändert sich ihr bisher beschauliches Leben. Im Jugendalter lernt sie Carl Gotthold Lessing kennen und verliebt sich in ihn. Er ist Kapitän und nicht „standesgemäß“, so dass ihre Verwandten und Eltern gegen eine Heirat sind. Doch Emilia und Carl heiraten trotzdem, und Emilia geht fortan als Kapitänsfrau mit auf große Fahrt. Recht bald wird sie schwanger und bekommt ihr erstes Kind, dem schon im darauffolgenden Jahr das zweite Kind folgt. Carl und Emilia überlegen sich, nach Australien auszuwandern. Sie erhoffen sich dort eine bessere Zukunft für ihre kleine Familie.
 
Mein Leseeindruck:
 
Ich liebe dieses Buch; es gehört schon jetzt zu meinen Lese-Highlights des Jahres 2014!
Beschrieben wird in Romanform das Leben von Emilie Bregartner und Carl Gotthold Lessing und ihrer Familie. Die Geschichte beruht also auf wahren Begebenheiten, was für mich besonders faszinierend ist. Emilia muss eine sehr starke und beeindruckende Frau gewesen sein!
Sehr gut gefallen hat mir, dass ihr Leben wirklich von Anfang an beschrieben wird. Wir lernen sie im Buch bereits als Kind kennen und begleiten sie dann auf ihrem Lebensweg, der wirklich abenteuerlich und spannend war!
Ulrike Renk hat dabei einen Schreibstil, der so schön und intensiv ist, dass ich wirklich das Gefühl hatte, neben Emilia zu gehen und alles so zu erleben, wie sie es erlebt hat. Auf den letzten Seiten flossen dann bei mir auch die Tränen, so bewegt hat mich ihre Geschichte und die ihrer Familie.
 
Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist, dass wir am Ende auch erfahren, was tatsächlich auf Tatsachen beruht und was Fiktion ist. So ein Nachwort fehlt mir in vielen Historischen Romanen, aber hier ist es vorhanden!
Einziger Kritikpunkt von mir ist der Titel des Buches. Ich mag ihn zwar, könnte mir aber auch vorstellen, dass viele Leser anhand des Titels mit falschen Erwartungen an das Buch herangehen und dann vielleicht enttäuscht sein werden. Wer hier nämlich einen Auswanderungsroman erwartet, der in Australien spielt, der wird sich bis Seite 400 gedulden müssen. Der größere Teil der Romans spielt in Deutschland und unterwegs „auf großer Fahrt“.
Mir hat das Buch aber auf jeden Fall mehr als gut gefallen; ich empfehle es uneingeschränkt weiter!
Lesen aus Leidenschaft

Offline ulli

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Herzlichen Dank!

Dies war einer der schönsten Leserunden, die ich bisher gehabt habe und ganz, ganz supergerne würde ich wieder eine in diesem Forum machen.
Vielen Dank an euch Leser. Danke dafür, dass ihr so gründlich und auch kritisch gelesen habt. Für mich als Autorin ist dieses Feedback nicht in Gold aufzuwiegen.

Ich weiß, dass ich am Anfang immer etwas langatmig bin und langsam in eine Geschichte einsteige, vielleicht sollte ich das ändern.
Ich weiß auch, dass ich zur Detailgetreue neige und sich das manchmal zieht.
Aber Romane, die falsch oder glorifizierend über vergangene Zeiten sprechen, finde ich eher öde, weil unwahr.

Also nochmal - herzlichen Dank ihr alle - für diese ganz tolle Leserunde und hoffentlich bis bald!

Ulli
Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine überraschte Frau

Offline Dani

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Dies war einer der schönsten Leserunden, die ich bisher gehabt habe und ganz, ganz supergerne würde ich wieder eine in diesem Forum machen.

Das ist ein wunderschönes Lob für uns, vielen Dank dafür!
Lass es uns einfach wissen, sobald zu Näheres zum nächsten Buch sagen kannst, dann planen wir dich sehr gerne wieder ein  :-*
Liebe Grüße
Dani

Offline Dani

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Emilia Bregartner wächst in Othmarschen, in der Nähe von Hamburg, als Tochter einer wohlhabenden Reederfamilie auf. Ihre Kindheit im ländlichen Othmarschen ist glücklich und geprägt von einem liebevollen familiären Umfeld. Dies ändert sich, als ihre Eltern nach England gehen, um die Geschäfte dort auszubauen und Emilia in die Obhut ihrer Tante und ihres Onkels übergeben. Diese leben in Hamburg und Emilia muss sich an ein Leben mit deutlich mehr Zwängen und weniger Freiheiten gewöhnen. Zudem fehlt ihr ihre Familie sehr. Als sie den jungen Kapitän Carl Gotthold Lessing kennenlernt, freundet sie sich schnell mit ihm an und es entwickelt sich zuerst eine intensive Brieffreundschaft. Ihre Familie hält wenig von dieser Freundschaft, ist Lessing doch keine standesgemäße Partie in ihren Augen. Doch die beiden lassen sich davon nicht abhalten. Nach ihrer Heirat geht Emilia mit ihrem Mann auf große Fahrt und lernt so deutlich mehr von der Welt kennen als damals für Frauen üblich. Nachdem sie mehreren Kindern das Leben geschenkt hat, müssen sie sich irgendwann ein neues Zuhause suchen und wählen Sidney in Australien.

Für mich war es das erste Buch der Autorin Ulrike Renk, aber sicher nicht das letzte. Ihre unaufgeregte Art, das interessante Leben der Emilia Lessing zu erzählen, hat mir sehr gefallen. Sie gibt der Geschichte am Anfang viel Raum und dementsprechende Tiefe, sowohl was die Charaktere als auch was die Handlung angeht. Besonders gerne habe ich die Szenen in Othmarschen gelesen, dort schien für mich immer das perfekte, liebevolle Zuhause zu sein. Aber ebenfalls als sehr spannend empfunden habe ich Emilias späteres Leben auf See, die vielen kleinen Details vom Leben an Bord eines Hochseeseglers, über die ich mir bisher noch nie Gedanken gemacht hatte. Auch gut dargestellt wird die aufkommende Industrialisierung, die den Niedergang der Segelschiffe und das Aufkommen der großen Dampfschiffe bedeutete.
Nach ihrer Ankunft in Australien erfolgt ein relativ großer Zeitsprung und dann widmet sich die Autorin noch etwas detaillierter dem Leben einer von Emilias Töchtern.
Hier wird für mich besonders schön deutlich, wie anders Familienleben früher war, als man noch eine ganze Schar Kinder hatte und der Zusammenhalt gefühlt einfach viel stärker war.

Ehrlich gesagt, finde ich aber den Titel vom Verlag sehr unglücklich gewählt. Emilia Lessing war für mich nicht „Die Australierin“. Der australische Kontinent spielt natürlich eine Rolle in ihrem Leben, lässt sich das Ehepaar doch schließlich in Sidney nieder und zieht dort seine Kinder auf. Der Lebensweg dieser hochinteressanten Frau hat sie aber vorher an so viele andere Orte geführt, die sie entscheidend geprägt und beeinflusst haben, dass der Buchtitel für mich einfach nicht passend ist. Hier hat man anscheinend versucht, auf eine gewisse Welle der Auswanderer- und „love&landscape“-Romane aufzuspringen, was aber nicht der Handlung dieses Buches entspricht und dementsprechend wahrscheinlich bei einigen Lesern zu Enttäuschung führen wird.

Emilia Lessing hat wirklich gelebt und im Nachwort erklärt die Autorin, wie es dazu kam, dass sie ihre Geschichte aufgeschrieben und zu einem Roman gemacht hat. Viele Details beruhen also auf historischen Fakten, die Lücken dazwischen hat Ulrike Renk meiner Meinung nach absolut lesenswert mit eigenen Gedanken und Ideen gefüllt.
Liebe Grüße
Dani

Arietta

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Hallo ENTSCHULDIGT das ich jetzt erst hier meine Rezi einstelle
habe durch Zufall die vergangene Leserunde gefunden. Bin ja erst ganz Kurz hier!
Trotzdem möchte ich gerne meine Ansicht hier einstellen !

Freue mich das es 2015 eine Fortsezung gibt .

Die Geschichte beginnt mitten im 19. Jahrhundert. Emilia ist 6 Jahre alt , bisher verlief ihre Kindheit unbeschwert. Ihre Eltern lieben sie , ihr Leben auf dem Land ist frei und ohne Gesellschaftliche Zwänge. Aber das alles ändert sich ,als ihre Tante Minna und ihr Onkel aus Hamburg auftauchen.Ihre Mutter hat ein Kind bekommen und ist schwer geschwächt.

Auch gehen die Eltern aus Geschäftlichen Gründen nach England, und

nehmen nur den kleinen Bruder mit. Emilia, ist auf anraten und Wunsch der Tante zurückgeblieben. Sie muss ihr Elternhaus verlassen und mit nach Hamburg gehen. Das schöne Leben auf dem Lande ist vorbei, jetzt wird sie in ein Gesellschaftliches Korsett gezwängt.

Sehr zu Missfallen von Onkel und Tante verliebt sie sich in den Kapitän Carl Gotthold Lessing.

Der ist nicht die Gute Partie , die man für sie vorgesehen hat.Beide beginnen eine Affäre und nach Carls Rückkehr von einer großen Reise, heiraten sie heimlich. Die Familie will sie nicht mehr sehen, was Emilia traurig macht , aber Carl gibt ihr die nötige Kraft und Halt.

Sie begibt sich mit Ihm auf seinem Schiff auf viele große Reisen. Die Mannschaft liebt sie über alles obwohl man erst Skeptisch war ,Frau an Bord. Der Smutje steht ihr bei der ersten Geburt bei.

Emilia lernt viele Länder kennen und übersteht so mache gefährliche Abenteuer und Stürme auf den Meeren. Ihre Letzte Reise verschlägt sie und Carl nach Australien , wo sie sich endgültig niederlassen .


Sehr schön und mit viel Fingerspitzengefühl erzählt die Autorin Emilias Kindheit und ihr Werdegang. Ihre Abenteuerliche Reisen an der Seite Ihres Ehemanns , Carl Gotthold Lessing einem Kapitän und dem Neffen des Dichters Lessing. Ihre Reisen und ihr Leben , ob an Bord oder Land, sind mehr als spannend beschrieben. Man lernt ferne Welten kennen , mit ihren Düften und Gerüchen , Menschen und aber auch das Leben an Bord. Ihr neues Leben , das sie sich in Australien aufgebaut haben. Eine wunderschöne fesselnde und facettenreiche Auswanderungsgeschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Auch Freud und Leid erfährt man .Ihre Protagonisten wirken lebendig , man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen.

FAZIT :


„ Eine fesselnde , bewegende und unvergessliche Geschichte „


Ein Buch das man unbedingt lesen sollte !

DAS BUCH HAT 5 STERNE VERDIENT

Offline Dani

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Wie entschuldigen? Die Leserunde ist ja eigentlich schon eine Weile vorbei. Trotzdem danke für deine schöne Rezension!
Liebe Grüße
Dani

 

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