Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (bitte ohne Spoiler)  (Gelesen 2862 mal)

Online Annabas

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines von der Autorin) ist immer interessant.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen.

Besonders freut es uns (und auch die Autorin), wenn ihr eure Rezensionen auch auf anderen Seiten veröffentlicht. Danke!  :)
« Letzte Änderung: 13. Juni 2014, 15:58:20 von Annabas »
:lesen:   "Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen." Marcus Tullius Cicero

Offline odenwaldcollies

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Eine Geschichte um zwei ungleiche Schwestern

Inhalt:
Frankfurt, 1784: für die 25-jährige Luisa Montanari gerät die Welt aus den Fugen, als sie durch das Testament ihres Vaters Domenico erfährt, daß sie ein ältere Schwester hat, die in Italien lebt. Außerdem überträgt er die Leitung seiner Geschäfte nicht, wie erwartet, an Luisa, sondern an deren Bruder Roberto, der seit 2 Jahren verschollen ist. Zwischenzeitlich werden die Geschäfte von Domenicos Bruder geleitet, der stellvertretend seinen Sohn Pier-Luigi nach Frankfurt schickt. Pier-Luigis Vorstellungen von der Leitung der Firma decken sich allerdings in keiner Weise mit denen von Luisa, die von ihrem Cousin zunehmend aus dem Geschäft gedrängt wird. Und plötzlich steht Luisas Schwester Francesca mit ihrer Tochter vor der Tür.

Meine Meinung:
Als erstes fiel mir das schöne Cover auf, bei dem ich das Gefühl habe, den Duft von reifen Zitronen in der Nase zu haben, dabei nimmt der Zitronengarten vordergründig keine so große Rolle ein, auch wenn die Familie Montanari außerhalb von Frankfurt eine Mühle mit Orangerie besitzt, in der Zitronen-, Orangen- und Olivenbäumchen gedeihen.

Das Buch beginnt zumächst mit zwei Handlungssträngen: zum einen wird der Leser mit Luisa Zeuge der Testamentseröffnung in Frankfurt, zum anderen erlebt er Francescas Flucht aus Sardinien mit. Beide Handlungsstränge treffen in Frankfurt im Hause der Montanaris zusammen.

Die Handlung wird flott erzählt und es kommt keine Langeweile auf. Allerdings gab es für meinen Geschmack zuviel glückliche Zufälle, die die Handlung beschleunigt haben.

Ein großer Pluspunkt der Geschichte sind für mich die Charaktere, die der Leser nach und nach immer besser kennenlernt. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten und manch eine Figur überraschte mich, wenn sie ihrem ersten Eindruck so gar nicht entsprach.

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Luisa und Francesca, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Luisa ist der ruhende und zuverlässige Pol in der Firma, was aber leider nicht so wahrgenommen wird. Sie ist noch ledig, was für ihr Alter ungwöhnlich, aber ihrer exremen Schüchternheit zuzurechnen ist. Man möchte sie als Leser öfters mal schubsen, daß sie endlich den Mund aufmacht, statt sich im Warenlager zu verstecken und sich mit, zugegebenermaßen leckerer Salami tröstet. Ihr liebster Rückzugsort ist die Mühle mit der Orangerie, in der sie sich in ihren Tagträumen verlieren kann.

Francesca dagegen ist wie ein Vulkan: temperamentvoll und aufbrausend, ihr gehen öfters die Pferde durch, ein Verhalten, mit dem sie sich nicht nur Freunde schafft. Zusammen mit ihrem Mann Rinaldo, einem Rebellenführer, und der gemeinsamen Tochter Graziella lebt sie seit Jahren im sardischen Untergrund, bis sie gezwungen ist, nach Frankfurt zu fliehen.

Was die eine Schwester zuviel hat, hat die Andere zu wenig, eigentlich könnten sich die beiden Frauen gut ergänzen, wenn da nicht ihr Cousin Pier-Luigi wäre, der von Anfang an versucht, einen Keil zwischen die beiden Schwestern zu treiben. Pier-Luigi wurde mir zusehends unsympathischer, und ich habe mich öfters gefragt, wie dämlich ein Mensch eigentlich sein kann – ohne hier zuviel von der Handlung verraten zu wollen.

Luisas Mutter Sigrid ist ebenfalls ein interessanter Charakter, hinter dem sich mehr verbirgt, als man am Anfang den Eindruck hat. Sie glaubt nicht an den Tod ihres Sohnes Roberto und ist weiterhin auf der Suche nach ihm. Außerdem hütet sie das eine oder andere Geheimnis, dessen Auflösung mich sehr verblüfft hat.
Das Buch erzählt jedoch nicht nur eine Familiengeschichte mit ihren verschwiegenen Geheimnisse, dich auch in der Gegenwart noch ihre Auswirkungen zeigen: durch eine Entführung wird die Handlung zusätzlich verschärft. Die Familie bekommt zwar Hilfe von außen angeboten, jedoch ist nicht klar, inwiefern man dieser Hilfe trauen kann.

Sehr gut hat mir auch gefallen, daß der Leser Fakten über die gesellschaftliche und politische Situation der katholischen Italiener im lutherischen Frankfurt der damaligen Zeit erfährt.

Zur Leserunde:
Die gemeinsame Leserunde hat mir sehr viele Spaß gemacht. Ein besonderes Dankeschön an Helena, daß du uns so toll begleitet und unsere Fragen beantwortet hast. Und vielleicht lesen wir uns hier mal wieder, ich würde mich freuen.

Meine Rezension erscheint bei:
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Liebe Grüße
Karin

Offline nicigirl85

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Meine Meinung zum Buch:

Titel: Das Geheimnis ihrer Eltern...

Wir schreiben das Jahr 1784, befinden uns in Frankfurt und erleben wie die junge Luisa ihren Vater Domenico durch einen unglücklichen Unfall verliert. Doch dem nicht genug tun sich bei Eröffnung des Testaments Abgründe auf. Luisa hat noch eine Halbschwester, von der sie bisher nichts wusste. Wird diese Fremde ihr das Erbe streitig machen?

Gemütlich wird der Leser in die Geschichte eingeführt und lernt erst einmal alle Charaktere kennen, die ich persönlich als sehr gut gezeichnet empfunden habe. Vor allem in die beiden Schwestern Francesca und Luisa kann man sich sehr gut hineinversetzen.

Die Handlung wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven an den Leser herangetragen, was für zusätzliche Spannung sorgt. Gerade an den interessanten Stellen kommt es zu einer Unterbrechung und die gestreuten Geheimnisse werden erst später gelüftet.

Ab der zweiten Hälfte des Buches überschlugen sich die Ereignisse für meinen Geschmack etwas, so dass es zu Zufällen kommt, die für mich nicht immer glaubhaft oder nachvollziehbar waren.

Gesamt betrachtet muss ich jedoch sagen, dass es sich bei diesem Buch um einen soliden historischen Roman handelt, der gut zu unterhalten weiß.

Dies war mein erstes Buch des Autorenduos, welches unter dem Pseudonym Helena Marten schreibt, bei dem man zu keinem Zeitpunkt gemerkt hat, dass hier zwei Schreiberinnen am Werk waren.

Fazit: Ein historischer Schmöker, der sich gut lesen ließ und den ich mit minimalen Abstrichen gern weiter empfehle. Lesenswert!

Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Meine Rezensionen findet ihr auch hier:

Mein Blog: http://nicigirl85.blogspot.de/p/im-junin-2014.html

Amazon: http://www.amazon.de/review/R2H49LZBV5BGMP/ref=cm_cr_rdp_perm

Buechereule.de: http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=79799

Literaturschock.de: http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php?topic=33582.0

Lovelybooks: http://www.lovelybooks.de/autor/Helena-Marten/Der-Zitronengarten-1099121573-w/rezension/1099491780/

Wasliestdu: http://wasliestdu.de/rezension/das-geheimnis-ihrer-eltern

Es hat mir wirklich sehr viel Spaß bereitet dieses Buch zu lesen und es ist immer wieder toll mit anderen gemeinsam ein Geheimnis lüften zu dürfen. Und hier waren es ja gleich mehrere.  ;)

Danke auch an die nette Autorenbegleitung. Mit den Erklärungen habe ich noch ein bissel mehr die Handlung verstehen und mich intensiver in die Charaktere hinein versetzen können.

"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

Offline dodo

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Luisa Montanari fällt bei der Testamentseröffnung ihres Vaters aus allen Wolken. Das Familienunternehmen fällt an ihren verschollenen Bruder Roberto. Bis ihr Bruder wieder auftaucht, soll sich ihr Onkel Zio Eugenio darum kümmern. Was hat sich ihr Vater dabei nur gedacht, sie so aus dem Geschäft zu drängen. Und um allen noch die Krone aufzusetzen, erbt sie nicht einmal ihre geliebte Mühle mit dem Zitronengarten alleine, sondern muss sich diese auch noch mit einer ihr bis dahin unbekannten italienischen Halbschwester teilen. Es kommt, wie es kommen muss. Ihr als Geschäftsführer eingesetzter Cousin Pier-Luigi erweist sich als unfähig und mit ihrer  Schwester Francesca kommt Luisa auch auf keinen grünen Zweig.

Der historische Roman um die Frankfurter Montanari-Familie beginnt sehr spannend. Man lebt von Anfang an mit der schüchternen Luisa, ihrer nüchternen Mutter Sigrid und der überaus temperamentvollen Francesca mit. Die Figuren sind gut gezeichnet, sie haben alle sympathische Stärken und Schwächen. Besonderes Augenmerk legt das Autorenduo Helena Marten auch auf eine gründliche Ausarbeitung der Atmosphäre. So kann man beim Lesen förmlich die Zitronen riechen und sich den Geschmack einer erlesenen Salami auf der Zunge zergehen lassen.

Leider beginnt das Buch im zweiten Teil für meinen Geschmack zu sehr zu hetzen. Auf einmal überschlagen sich die Ereignisse, es kommt zu vielen Zufällen, wodurch die Plausibilität doch merklich darunter leidet. Ein weiteres Manko ist für mich, dass durchaus einige Fragen offen bleiben, ohne Hinweise, die den Leser zumindest zum Spekulieren einladen.

Fazit: Ein nette angenehme Lektüre für den Sommer. Am Besten neben einem Zitronenbäumchen mit einem Stück Salami daneben.

Offline Rosenprinzessin

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Vielen Dank auch von mir für diese schöne Leserunde und das schöne Buch! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht  :winken:


Rezension:
Frankfurt 1764: Nach dem Tod ihres Vaters erfährt Luisa, dass ihr Vater noch eine Tochter in Italien hat: Francesca. Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Luisa schüchtern und zurückhaltend ist, ist Francesca eine Rebellin und ein Wildfang. Doch nun müssen die beiden ungleichen Schwestern sich kennenlernen und zusammentun, denn sie haben gemeinsam geerbt und müssen noch so gegen manche Widrigkeiten kämpfen...

Mein Leseeindruck:

Dieser Roman spielt im 18. Jahrhundert und entführt den Leser sowohl ins sonnige Italien als auch nach Frankfurt, wo Luisas und Francescas Vater ein bisher gutgehendes Handelsunternehmen geführt hat.

Nach Domenicos Tod ändert sich alles, und in dem Fortlauf der Geschichte kann man sehr schön miterleben, wie sich gerade die schüchterne Luisa weiterentwickelt und Selbstbewusstsein aufbaut.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Es ist ein roter Faden vorhanden, der sich durch das ganze Buch zieht. Spannung ist auch immer da; Langeweile kommt gar nicht erst auf, auch wenn die Geschichte doch eher ruhiger ist.

Anhand des Covers und des Titels hatte ich vermutet, dass die Geschichte vorwiegend in Italien spielen würde, doch das ist nicht der Fall. Ein großer Teil der Handlung findet in Frankfurt statt.

Die Figuren sind überzeugend dargestellt, interessant und vielschichtig. Die Handlung ist nachvollziehbar und spannend. Der Schreibstil ist angenehm und leicht, so dass sich das Buch flüssig lesen lässt.

Mir hat es viel Freude gemacht, diesen Roman zu lesen, einzig am Ende ging mir alles ein wenig zu schnell. Da hätte ich mir gerne noch ein bisschen mehr Gefühl gewünscht. Trotzdem gibt es von mir eine klare Leseempfehlung, denn die Geschichte ist schön, interessant und absolut lesenswert!
Lesen aus Leidenschaft

Offline bookstars

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INHALT
Frankfurt und Italien, 1764:
Nach dem Tod des Vaters kämpft die junge Luisa mit aller Kraft um ihr Erbe, denn sie fürchtet um ihre Stellung im Familienunternehmen Montanari & Figli. Francesca, ihre italienische Schwester, von der sie bis vor Kurzem nichts wusste, hat sich ausgerechnet mit ihrem ärgsten Widersacher verbündet. In ihrer Not begibt Luisa sich auf eine gefährliche Reise über die Alpen, um sich bei der italienischen Verwandtschaft Hilfe zu holen. Dort wird sie zu ihrer Überraschung mit einer alten Familienfehde konfrontiert ...

MEINE MEINUNG
„Der Zitronengarten“ von Helena Marten, einem Pseudonym hinter dem sich zwei Autorinnen verbergen, ist ein äußerst unterhaltsamer und farbenprächtiger Roman vor historischer Kulisse. Die im Frankfurt und Italien Mitte des 18. Jahrhunderts angesiedelten Schauplätze sind mit viel Liebe nachgezeichnet und lassen den Leser leicht in die damalige Zeit abtauchen.
Die 25-jährige Luisa aus der Frankfurter Kaufmannsfamilie Montanari, die einen florierenden Handel zwischen Italien und Deutschland betreibt, und ihre ältere Halbschwester Francesca stehen im Mittelpunkt der mitreißenden Familiengeschichte, in der eine alte Familienfehde, jede Menge Geheimnisse und Intrigen sowie eine abenteuerliche Reise nach Italien eine wichtige Rolle spielen.
Die Geschichte lebt von ihren herrlich ausgearbeiteten, lebendigen Figuren. Im Laufe der Handlung lernt man sie mit all ihren charakterlichen Stärken und Schwächen immer besser kennen und kann sich gut in sie hineinversetzen, auch wenn man ihr Verhalten bisweilen nicht gutheißen kann. So manches Mal gelingt es den Figuren auch, uns mit ihrem Verhalten und ihren Geheimnissen zu überraschen.
Zu Anfang lernen wir in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen die beiden Protagonistinnen Luisa in ihrem Frankfurter Umfeld und Francesca mit ihrer kleinen Tochter Graziella kennen, die als Schwestern charakterlich kaum unterschiedlicher sein könnten.
Während Luisa mit ihrer schüchternen, ruhigen und besonnenen Art lieber den Problemen aus dem Weg geht, ist die energische, selbstbewusste Francesca mit ihrem hitzigen und temperamentvollen Auftreten das genaue Gegenteil.
Natürlich dürfen bei diesem Roman auch die zwielichtigen, undurchsichtigen Figuren nicht fehlen, die facettenreiches Eigenleben führen und mit ihren Intrigen für viel Spannung sorgen.
Insgesamt erscheinen mir einige weibliche Figuren allerdings in ihrem Rollenverhalten für jene Zeit etwas zu selbstbewusst und unglaubwürdig.
Der sehr tempo- und ideenreich erzählte Roman ist in einem lebendigen, mitreißenden Sprachstil geschrieben und lässt sich angenehm flüssig lesen. Die Ausdrucksweise der Figuren ist allerdings eher modern gewählt, wodurch man sich nicht ganz so gut in die damalige Zeit hineinversetzen kann. Gut recherchiert sind auch die in die Handlung eingebauten historischen Details. Mit den unerwarteten Wendungen, überraschenden Enthüllungen und etwas zu vielen glücklichen Zufällen steuert die immer mehr an Fahrt gewinnende Geschichte schließlich auf ein leider nicht ganz schlüssiges Ende zu, bei dem auch einige kleinere Handlungsstränge offen blieben.

FAZIT
Ein kurzweiliger, mitreißend erzählter historischer Schmöker über eine alte Familienfehde mit herrlich lebendigen Figuren und einer abwechslungsreichen Handlung!
Trotz kleiner Abstriche ein lesenswertes Buch, das den Leser in eine andere Zeit abtauchen lässt, und unterhaltsame Lesestunden beschert.

Zur Leserunde:
Die gemeinsame Leserunde mit den vielen Spekulationen hat mir viel Spaß gemacht.
Vielen Dank auch an Helena für die tolle Leserundenbegleitung!   :winken:

Offline schlumeline

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 8) Das war eine tolle Leserunde und ein Buch, welches ich wirklich genossen habe. Danke für die schönen Beiträge hier. Es hat wieder einmal Spass gemacht.

Und hier kommt meine Rezension:

Frankfurt im Jahre 1764. Der Geschäftsmann Domenico Montanari ist bei einem schrecklichen Unfall ums Leben gekommen. Sein Testament überrascht die anwesenden Familienmitglieder. Luisa erfährt, dass sie eine Halbschwester namens Francesca hat, mit der sie nun zusammen die von ihr so geliebte Mühle der Familie in Niederursel erbt. Sie ist schockiert. Außerdem sollen die Geschäfte der Kaufmannsfamilie bis zum Wiederauftauchen des verschollenen Sohnes Roberto von Domenicos Bruder Eugenio geführt werden.

Eigentlich glaubt außer Domenicos Witwe Sigrid niemand mehr so wirklich daran, dass Roberto noch lebt, denn schließlich ist er bereits seit langer Zeit fort. Das belastet die Familie. Umso schlimmer wird die gesamte Situation als der in Italien lebende Eugenio seinen Sohn Pier-Luigi nach Frankfurt schickt um dort die Geschäfte des Hauses Montanari zu führen. Pier-Luigi wirbelt den ganzen Laden durcheinander, drängt Luisa, die immer gerne im Geschäft geholfen hat, an die Seite und geht sehr großzügig mit dem Vermögen der Familie um. Luisa bemerkt all das, ist aber nicht in der Lage sich gegen ihren Cousin durchzusetzen. Ihre Mutter Sigrid hört nicht auf die Tochter und verbringt ihre Zeit mit der Suche nach Roberto. Dann taucht auch noch Domenicos Tochter Francesca mit ihrer eigenen kleinen Tochter Graziella auf und erfährt nach ihrer Flucht aus Italien erst in Frankfurt vom Tod ihres leiblichen Vaters. Leider ist der Zeitpunkt ihres Erscheinens sehr ungünstig und so ergibt es sich, dass Pier Luigi sich um Francesca und deren Tochter kümmert, die beiden aber auch beeinflusst.

„Der Zitronengarten“ ist weniger historischer Roman als eine wundervolle Familiengeschichte mit sehr viel Gefühl. Die Schauplätze könnten unterschiedlicher nicht sein, genau wie die Charaktere, die hier aufeinandertreffen. So sind die Halbschwestern Luisa und Francesca so verschieden wie die Länder, in denen die jungen Frauen aufgewachsen sind. Im Verlauf der Geschichte aber entwickeln sich die Protagonisten und zwar insbesondere diese beiden Frauen. Gerade das macht diesen Roman zu einem wirklich erfrischenden und temperamentvollen Lesegenuss mit ruhigen und aufregenden Abschnitten.

Sie ist auch hier zu finden:

http://buchrezicenter.filmbesprechungen.de/genres/historisch/der-zitronengarten/

und gleich noch auf Literaturschock  ;)
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Offline Martha-Johanna

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Liebe Helena(s),
Liebe Mitleserinnen,

Ich habe meine Rezension fertig und möchte sie euch gern vorstellen!
Herzlichen Dank nochmals an den Diana-Verlag, dass mir das Buch zur Verfügung gestellt wurde.

Es hat mir großen Spaß gemacht, mit euch zu diskutieren.
Vielen Dank, liebe Helena, für die Zeit, die du uns geschenkt hast.

LG Martha-Johanna


Inhalt:
Frankfurt 1764
Domenico Montanari, ein italienischer Kaufmann, der sich über viele Jahre hinweg in Frankfurt die Firma „Montanari & Figli“ aufgebaut hat, ist tödlich verunfallt.
Er hinterlässt seine Ehefrau Sigrid, Tochter Luisa, Sohn Roberto und einen gut florierenden Lebensmittelhandel.
Bei der Testamentseröffnung erkennen Mutter und Tochter, dass Domenico nicht gut für sie gesorgt hat.
Als Alleinerbe wird nach alter Tradition der seit Jahren verschollene Sohn Roberto eingesetzt.
Deshalb soll Eugenio, der Bruder des Verstorbenen, als Vermögensverwalter fungieren.
Dieser schickt seinen Sohn Pier-Luigi, um die Firma zu führen, bis Roberto, der rechtmäßige Erbe,  wieder auftaucht.
Luisa hört zum ersten Mal in ihrem Leben, dass es noch eine Halbschwester Francesca gibt, die aus einer früheren Verbindung ihres Vaters stammt.
Für die junge Frau bricht eine Welt zusammen. 
Als sich ihr geschäftsführender Cousin mit ihrer Halbschwester verbündet, hat Luisa das Gefühl, dass ihr Leben ruiniert ist.
Doch dann wird Francescas vierjährige Tochter Graziella entführt, und Luisa erfährt, dass das Leben noch so viel Aufregendes für sie bereithält....

Die Hauptprotagonisten dieses Romans sind drei Frauen: Sigrid, Luisa und Francesca, die den Namen Montanari tragen und unterschiedlicher nicht sein könnten.
Während Luisa sehr ruhig ist und daher wie ein graues Mäuschen wirkt, ist die laute, meist sehr undiplomatische Francesca mit der wallenden schwarzen Mähne ein Blickfang für alle Männer.
Mutter Sigrid wirkt immer beherrscht, ist aus gutem Hause und wohlerzogen.
Die immer noch schöne Frau tut scheinbar immer das Richtige.
Doch auch die kühle Sigrid ist nur äußerlich ruhig.
In ihrem Inneren steckt eine leidenschaftliche Frau, die viele Geheimnisse hütet.
Während der Handlung offenbart sich, ob die drei Frauen in der Lage sind, sich gegen eine dominante Männerwelt durchzusetzen.

Kritik:
Mir hat das Buch gut gefallen.
Die Autorin hat mit Herz, und an den richtigen Stellen auch humorvoll, eine wunderbar dramatische Familiengeschichte mit historischem Hintergrund geschrieben.
Die Charaktere sind bestens ausgearbeitet und werden mit reichhaltigen blumigen Worten zum Leben erweckt.
Besonders gut haben mir die inneren Monologe der beteiligten Personen gefallen, und das waren natürlich nicht nur Frauen!

Helena Marten hat so bildlich erzählt, dass ich förmlich das Aroma von Zitronen, Gewürzen und den italienischen Düften beim Lesen in der Nase hatte.
Ich hätte gern noch viel mehr über diese interessante, bunte und laute Familie erfahren.
Das Buch macht richtig Lust darauf, nach Italien zu reisen, und die so wunderbar beschriebene Landschaft mit eigenen Augen anzuschauen.
Wer gern einen schönen Roman mit vielen Intrigen, Familiengeheimnissen, aber auch einer gehörigen Portion Romantik lesen möchte, ist hier genau richtig!


Ich stelle meine Rezi auch auf Amazon ein!




Online Annabas

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Inhaltsangabe:

Frankfurt 1764.
Bei der Eröffnung des Testaments ihres Vaters erfährt die junge Kaufmannstochter Luisa, dass sie eine ältere Schwester hat, von der sie noch nie etwas geahnt hatte: Francesca. Diese trifft nur kurze Zeit später in Frankfurt im Haus der Familie ein, und mit ihrem stürmischen Temperament bringt sie den Haushalt gehörig durcheinander. Doch das ist noch die kleinste Sorge von Luisa – viel größere Probleme macht ihr Cousin Pier-Luigi, der im Testament als Verwalter der Firma eingesetzt worden war, denn Pier-Luigis kaufmännische Schachzüge gefährden die alt eingesessene Firma. Die Situation spitzt sich zu, als es zu einer Entführung kommt. Um zu retten, was noch zu retten ist, macht sich Luisa nach Italien auf, zum älteren Bruder ihres Vaters und dem Oberhaupt der Familie Montanari. Doch was sie dort erfährt, zeigt alles in einem ganz anderen Licht ...

Meine Meinung zum Buch:

Besonders gefallen haben mir an diesem Buch die bildhaften Beschreibungen. Ich konnte die Landschaften vor meinem inneren Auge genau sehen – und sie waren wunderschön.

Die Geschichte selbst ist spannend aufgebaut und ich habe mich oft gefragt, wie Luisa und Francesca es schaffen werden, das Ruder herumzureißen und die Familie zu retten. Und immer wieder war ich überrascht, wie es weiter ging.

Luisa fand ich von Anfang an sympathisch in ihrer stillen und doch klugen Art. Außerdem gefiel mir ihre Schwäche für italienische Salami – ein Laster, das ich ebenfalls teile. Ich hätte mir nur gewünscht, dass sie sich etwas besser zur Wehr setzen könnte, aber vielleicht ist das für ein Mädchen im Jahr 1764 zu viel verlangt. Francesca mit ihrem unbändigen Temperament ist ein extremer Gegensatz zu Luisa, aber die beiden Frauen schlagen sich zusammen ganz ordentlich. Was die eine an Durchsetzungsvermögen hat, besitzt die andere an Besonnenheit. Sigrid, die Mutter von Luisa, spielt in der Geschichte ebenfalls eine Rolle und im Lauf der Zeit gewinnt sie sehr an Profil und Tiefe. Am Anfang der Geschichte wirkte sie kühl und etwas bigott, aber wenn man erst einmal erfährt, wie ihr Leben war, erwärmt man sich für sie. Pier-Luigi ist ein erstklassiger Bösewicht, gegen den es anzukämpfen gilt, und der vor keiner Niedertracht zurückschreckt. Da war mir manchmal etwas rätselhaft, warum die Leute überhaupt auf ihn hereinfallen können.

Es gibt noch eine ganze Reihe von Nebenfiguren, die sich im Hause Montanari tummeln und die die Geschichte bunt und lebendig machen. Ich fand sie alle sehr individuell gestaltet, jede/r hatte eine ganz eigene Besonderheit – im positiven wie auch im negativen Sinn.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, nur am Schluss ging mir alles ein bisschen zu schnell. Aber das ist auch das Einzige, was ich zu meckern habe.

Hervorheben möchte ich auch noch das wunderschöne Cover des Buches – ein echter Blickfang und eine Einladung, das Buch in die Hand zu nehmen.

Zur Leserunde:

Mir hat das gemeinsame Diskutieren wieder sehr viel Spaß gemacht. Danke an meine Mitleserinnen!

Danke auch an Helena die uns so nett durch die Leserunde begleitet hat. Ich hoffe, wir können eines deiner nächsten Bücher hier wieder gemeinsam lesen.

Viele Grüße von Annabas  :winken:

Die Rezension habe ich auch eingestellt auf Literaturschock und auf Amazon.
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Online Annabas

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Hallo zusammen,

seit zwei Wochen haben alle, die mitgelesen haben, das Buch beendet und nun ist es Zeit, die Leserunde auch offiziell zu schließen.
Vielen Dank für eure rege Teilnahme und natürlich auch noch einmal an dieser Stelle vielen Dank an Helena Marten, dass du dir für uns Zeit genommen hast.   :winken:

Viele Grüße von Annabas
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Offline JanaBabsi

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Meine Rezension fehlt noch.  :anbet: :anbet: :anbet:

Kommt umgehend !!

Aber auch ich möchte schon mal Danke sagen - für die Leserunde und die nette Begleitung durch Helena Marten.
Viele Grüße
Babsi

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Offline JanaBabsi

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Zitronen – mitten in Frankfurt

Domenico Montanari, Inhaber des Familienunternehmens Montanari & Figli, kommt bei einem Unfall ums Leben. Er hinterlässt seine Frau Sigrid, seine Tochter Luisa und seinen Sohn Roberto, der jedoch seit vielen Jahren verschollen ist. Bei der Testamentseröffnung erfährt Luisa, daß sie eine Schwester hat – Francesca – mit der sie ihr Erbe teilen muss. Als Leiter des Familienunternehmens wird der seit Jahren verschollene Sohn Roberto eingesetzt. Stellvertretend für Roberto soll Domenicos Bruder die Firma leiten und der wiederum beruft seinen Sohn Piere-Luigi zum kommissarischen Geschäftsführer. 

Leider verfügt Piere-Luigi über viele Dinge aber nicht über Geschäftssinn. Oder möchte er die Firma Montanari & Figli bewusst in den Ruin treiben?

Können die 3 Frauen Sigrid, Luisa und Francesca das Unternehmen retten?

Mein Fazit:

Montanari, ein Name wie er italienischer gar nicht sein kann, ein Familienunternehmen das unter anderem Orangen, Zitronen und Oliven anbaut und dann stellt der Leser erstaunt fest, daß sich das Familienunternehmen nicht in Italien sondern mitten in Frankfurt, im Jahr 1784, befindet.

Am Anfang ist die Handlung zweigeteilt - einerseits geht es um die Testamentseröffnung und die deutsche Seite der Familie Montanari in Frankfurt und andererseits erfährt der Leser von der Flucht Francescas und ihrer Tochter Graziella aus Italien. Francesa entstammt der 1. Ehe von Domenico. Sie ist mit einem italienischen Rebellen verheiratet und als die Situation eines Tages brenzlig wird, nimmt sie ihre Tochter und macht sich auf den Weg zu ihrer Familie nach Frankfurt. Vom Tode ihres Vaters weiß sie noch nichts.

Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein können.
Francesca ist impulsiv, temperamentvoll, aufbrausend und sie redet erst und denkt dann.
Luisa ist schüchtern, zurückhaltend und frisst ihre Probleme im wahrsten Sinne des Wortes in sich hinein; sie hat eine Vorliebe für Salami.
Sigrid ist zurückhaltend in Bezug auf die Firma, dafür ist sie sehr rührig in der Suche nach ihrem verschollenen Sohn Roberto. Sie glaubt als einzige nicht daran, daß er tot sein könnte.

Piere-Luigi, der die Firmenleitung inne hat, stiftet eine Verwirrung nach der anderen und treibt die Firma fast in den Bankrott. Um das Unternehmen zu retten müssen die Frauen an einem Strang ziehen.

Das Drama findet seinen Höhepunkt als Graziella, Francescas Tochter, entführt wird.

„Der Zitronengarten“ wurde von einem Autorenduo geschrieben, das gemeinsam das Pseudonym „Helena Marten“ trägt. Für mich war es zu keiner Zeit irgendwie auffallend, daß dieses Buch von 2 Personen geschrieben wurde oder wer welchen Part geschrieben hat.

Die Landschaftsbeschreibungen wecken die Lust auf einen Italien-Trip um genau das zu sehen was hier im Buch sehr eindrucksvoll beschrieben wurde.

Ein sehr schönes Buch in dem die Spannung toll gehalten wurde, weil immer irgend etwas passierte mit dem man gar nicht gerechnet hat.

Wer Lust auf Familiensaga gepaart mit Historischem Roman hat, der ist hier richtig.

Zur Leserunde:

Herzlichen Dank an Helena Marten (beide Helenas) für die nette Begleitung der Leserunde. Ganz herzlichen Dank auch für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Danke auch an meine Mitleserinnen, die Runde war wieder sehr nett und aufschlussreich.

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Viele Grüße
Babsi

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Offline dubh

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Frankfurt, 1764. Domenico Montanari ertrinkt während eines Hochwassers. Seine Tochter Luisa trifft dies besonders hart, denn zusätzlich zu ihrer Trauer, muss sich auch noch aus dem Testament erfahren, dass der Vater sein Familienunternehmen, in dem sie tatkräftig unterstützt hat, an seinen Sohn vermacht - sollte dieser wieder auftauchen. Roberto ist mit einer Jüdin durchgebrannt und hat damit den Unmut seines Vaters auf sich gezogen. In der Zwischenzeit soll Domenicos Bruder Eugenio, den er schon Jahre nicht mehr gesehen hatte, die Geschäfte übernehmen und das Vermögen der Familie verwalten. Als wäre das nicht genug, muss Luisa auch noch erfahren, dass sie eine ältere Halbschwester in Italien hat… Mit Francesca, so ihr Name, erbt Luisa die Mühle in der Nähe Frankfurts.
Als Francesca auch noch urplötzlich mit ihrer 4jährigen Tochter Graziella vor der Tür der Frankfurter Familie steht und Luisas Onkel Pier-Luigi, Luisas Cousin, schickt und dieser binnen kürzester Zeit die Montanaris an den Rande des Ruins bringt, reicht es Luisa endgültig. Sie macht sich gemeinsam mit Matthias, dem vertrauten Bankier ihres Vaters auf den Weg nach Italien. Dort möchte sie den Bruder ihres Vaters, das Oberhaupt der Montanaris, aufzusuchen und zugleich Francescas Ehemann Rinaldo ausfindig machen.

Die Geschichte lebt vor allem von den Bildern, die mit den Sätzen vor meinem geistigen Auge entstanden sind. So konnte ich Luisa an ihrem Lieblingsort, der Orangerie der Familie beinahe sitzen sehen und die Gerüche um mich herum wahrzunehmen. Ebenfalls gefallen haben mir die sehr unterschiedlichen Figuren, von denen die meisten der Handlung eine gute Würze geben. Sie sind wild, temperamentvoll, ruhig, wohlerzogen, ihrer Zeit voraus oder auch ganz schön undiplomatisch. Und dabei spreche ich jetzt mal nur von den beiden so unterschiedlichen Schwestern: Luisa ist zurückhaltend, ja geradezu ein bisschen unscheinbar, wohingegen Francesca laut und impulsiv ist - manchmal auch, ohne über ihr Handeln nachzudenken. Während die eine klug, aber mit wenig Durchsetzungskraft vor sich hin träumt, kämpft die andere für ihre Rechte und liebt ganz nebenbei einen Räuberhauptmann, so sagt man zumindest. Aber auch die anderen Figuren haben genug Potential, die Geschichte bunt und abwechslungsreich zu machen und so fliegen die Seiten nur so dahin. Auch wenn es an der ein oder anderen Stelle ein wenig zu schnell geht, so mochte ich die durchaus humorvollen Stellen, die passende Prise Romantik und die Dramatik in dieser recht Familienkonstellation gerne. Ich habe mich durchaus gut unterhalten gefühlt und habe richtig Lust auf Italien bekommen - da kann man über ein paar Zufälle zu viel dann auch hinweg sehen.

Fazit: Ein guter historischer Schmöker, der Lust auf Italien macht und in der Sonne nur so dahin flutscht.


"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline Dani

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Frankfurt, 1764.
Luisa ist Tochter eines Kaufmanns. Als ihr Vater stirbt, enthält sein Testament einige böse Überraschungen für sie und ihre Mutter. Die Verwaltung des Unternehmens überträgt der Vater per Testament seinem Bruder Roberto, mit dem er doch seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Nun soll er sich aber darum kümmern, bis Luisas verschollener Bruder wieder auftaucht. Doch keiner weiß, ob der überhaupt noch am Leben ist. Roberto schickt seinen Sohn Pier-Luigi, um die Geschäfte in die Hand zu nehmen. Luisa erbt zwar die kleine Mühle außerhalb Frankfurts, die sie sehr liebt, doch sie soll sich das Erbe mit einer Halbschwester teilen, von deren Existenz sie bisher nicht einmal gewusst hat.

Ebendiese Francesca befindet sich zeitgleich auf Sizilien, wo sie als Frau eines Rebellen verfolgt wird. Nach einem Hinterhalt bleibt ihr nur, gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter zu flüchten. Sie wendet sich Richtung Frankfurt, um dort bei ihrem Vater Unterschlupf zu finden. Doch dieser ist tot und ihre Halbschwester und deren Mutter nehmen sie nicht gerade mit offenen Armen auf. Wenigstens Cousin Pier-Luigi freut sich über ihr Kommen, doch was ein Spiel spielt er überhaupt? Luisa hat auf jeden Fall ganz andere Vorstellungen, wie das Geschäft geführt werden sollte, aber sie ist ein eher zurückhaltender Mensch und schafft es nicht, sich durchzusetzen. Darin ist sie das genaue Gegenteil ihrer impulsiven und auffallenden Schwester Francesca. Schade, dass die beiden sich so gar nicht leiden können, sie würden sich so gut ergänzen!

Eine tolle Familiengeschichte! Ich muss gestehen, ich hatte bei dem Titel und Cover etwas anderes erwartet, eher so einen Roman auf zwei Zeitebenen, aber es handelt sich um einen reinen historischen Roman. Sehr abwechslungsreich wird die Geschichte durch die unterschiedlichen Handlungsorte, Frankfurt und Sizilien, sowie im späteren Verlauf eine Reise Luisas nach Italien.
Die Figuren fand ich sehr interessant, sowohl die beiden Protagonistinnen Luisa und Francesca als auch die meisten der Nebenfiguren. Einzig mit einer Figur habe ich mich etwas schwergetan, derjenige wurde zuerst sehr böse und für mich absolut widerlich dargestellt, entpuppte sich dann aber am Ende als gar nicht so schlimm.

Am Schluss ging mir manches ein bisschen schnell. Nachdem sich die Handlung vorher viel Zeit gelassen hatte, überschlugen sich auf einmal die Ereignisse, einiges durften wir Leser auch nur noch im Nachhinein erfahren und waren nicht mehr direkt dabei – aber insgesamt auf jeden Fall ein schönes, unterhaltsames Lesevergnügen!
Liebe Grüße
Dani

 

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