Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 882 mal)

Offline odenwaldcollies

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!
Liebe Grüße
Karin

Offline TochterAlice

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Hier nun meine Rezension - selbstverständlich eine begeisterte! Was für ein tolles Buch, das ich mit Vergnügen gelesen habe, ganz herzlichen Dank, dass ich hier dabeisein durfte!

Was für ein Tanz!

Die "Psychopathenpolka" von Christine Sylvester macht ihrem Namen alle Ehre - der Dresdner Regionalkrimi kommt alles andere als betulich und beschaulich - Attribute, die man diesem Genre ja öfter mal anhängt - daher. Im Gegenteil, der mittlerweile vierte Band um die Ermittlerin Lale Petersen ist witzig, spritzig, schäumend vor Lebenslust - aber beileibe nicht nur vor guter Laune - nein, wie es in einem Krimi nicht anders sein soll, wird dem Leser die dunkle Seite des Lebens nicht vorenthalten.

Worum es geht: Die Kommissarin Lale Petersen wird von einem jungen Radfahrer, mit dem sie zusammenstößt, angezeigt. Als sie ihn zusammen mit ihrer Kollegin Mandy am Arbeitsplatz aufsucht, finden sie ihn tot auf. Ist der Azubi tatsächlich am Arbeitsplatz gestorben?  Garniert wird dieser Fall von diversen anderen Episoden, erschwert werden die Ermittlungen dadurch, dass Lales Exmann und Vater ihres Sohnes, der smarte Staatsanwalt Jobst Petersen, kräftig mitmischt.

Christine Sylvester schreibt mit einer unglaublichen Leichtigkeit, die gerade in diesem Genre ihresgleichen sucht und ihm dabei doch so gut ansteht. Ihre Figuren sind Karikaturen, die exakt treffen und dabei von brillianten Regionalwissen zeugen - der Leser wird nicht nur bestens unterhalten, sondern erfährt auch noch viel über Dresden und seine Umgebung.

Ein Sachsenkrimi, der aufgrund seiner Qualität überregional einschlagen sollte!Schade, dass die Autorin und ihre überaus unterhaltsame Reihe noch nicht so bekannt sind - als sächsische Antwort auf Rita Falks niederbayerischen Kommissar Franz Eberhofer zum Beispiel könnten Lale Petersen und ihre Kollegin Mandy, das sächsische Urgestein, das entscheidend zum Lokalkolorit beiträgt durchaus ihren Mann, ach Entschuldigung: natürlich ihre Frau stehen. Ein Lesespaß, den sich Fans von Regionalkrimis nicht entgehen lassen sollten!
« Letzte Änderung: 11. Juli 2014, 19:00:33 von TochterAlice »

Offline buchregal123

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Hauptkommissarin Lale Petersen fährt einen Radfahrer an, weil sie spät dran ist. Sie drückt dem Radfahrer ihre Visitenkarte in die Hand und er macht sich davon, denn es scheint nichts passiert zu sein. Kurz darauf erfährt sie von ihrem Ex, Staatsanwalt Jobst Petersen, dass der Radfahrer sie angezeigt hat. Als sie den zusammen mit Mandy, ihrer Kollegin, zur Rede stellen will, findet sie ihn tot an seinem Arbeitsplatz. Da sie Nachwirkungen des Unfalls befürchtet, lässt sie ihn zur Obduktion bringen und beginnt zu ermitteln. Der Tote scheint ein ziemliches Ekel gewesen zu sein. Nicht nur sein Ausbilder, auch seine Familie sind nicht sonderlich bestürzt.
Wegen Personalnotstand müssen Lale und ihre Kollegin Mandy auch noch die Überfälle auf Frauen aufklären.
Da geht es dann recht chaotisch zu. Auch Polizeipressesprecher Winter trägt mit seinen Aktionen nicht unbedingt dazu bei, dass die Ermittlungen geordneter laufen, denn er verordnet, dass eine Journalistin den Kommissarinnen zur Seite stehen soll. Gut, dass die Ermittlerinnen da noch das verkannte Genie Kroko zur Unterstützung haben. Die Ermittlungen verlaufen doch recht eigenwillig und Staatsanwalt Petersen geht seiner Ex auch noch gehörig auf die Nerven.
Die Protagonisten sind teilweise sehr skurril. Lale ist chaotisch und sieht rot, wenn sie ihren Ex sieht. Auch ist sie nicht auf den Mund gefallen, was ihrem Chef nicht so gefällt. Jobst ist überall, wo man ihn nicht erwartet, kommt bei seiner Ex aber nicht zu Wort. Pit, der Sohn der beiden, ist Schüler und Musiker und treibt mit seiner Band Mutter und Nachbarn in den Wahnsinn. Das Mutter-Sohn-Verhältnis ist sehr locker und verständnisvoll. Kroko dokumentiert auf farbigen Zetteln, jeder Wochentag hat eine andere Farbe. Mandy würde jedes Tourenwagen-Rennen gewinnen und ist recht schlagkräftig. Aber auch alle Nebenfiguren sind gut und detailliert beschrieben.
Der Schreibstil ist locker leicht und lebendig, die Dialoge schlagfertig und voll trockenem Witz.
Wer einen spannenden Krimi erwartet, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Die Geschichte lebt von den Eigenheiten der sympathisch chaotischen Protagonisten. Die Ermittlungen sind so chaotisch und eigenwillig wie die Protagonisten. Am Ende ist man verblüfft, dass bei allen Pannen doch noch eine Lösung zustande kommt.
Das Cover ist interessant und passt blendend zur Story.
Ein Krimikomödie mit wenig Krimi und viel Komödie, die aber viel Sonne in den grauen Alltag bringt.
Liebe Grüße
Bruni

Offline odenwaldcollies

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Inhalt:
Ein mieser Montagmorgen für Kriminalkommissarin Lale Petersen: sie fährt einen Radfahrer an, dem aber nichts passiert - um später von ihrem Exmann, dem Staatsanwalt, zu erfahren, daß der Radfahrer sie nachträglich wegen Unfallflucht angezeigt hat!
Lale beschließt, zusammen mit ihrer Kollegin Mandy Schneider den jungen Mann aufzusuchen, um ihn zur Rede zu stellen – und findet ihn tot an seinem Arbeitsplatz auf. Starb er womöglich doch an den Folgen des morgendlichen Unfalls oder steckt Fremdeinwirkung dahinter? Was hat es mit den geheimen Daten auf sich, mit denen der tote Ronny Hummel als Auszubildender der Fachinformatik zu tun hatte? Und wieso reagieren Ronnys Eltern so emotionslos auf den Tod ihres Sohnes?

Meine Meinung:
Es handelt sich zwar bereits um den fünften Fall des Ermittlerduos Petersen/Schneider, ich hatte aber mit den beiden Frauen in diesem Buch zum ersten Mal Kontakt. Besonders angesprochen haben mich der skurrile Titel sowie der Handlungsort Dresden. Und ich wurde nicht enttäuscht: ich wurde mit einem Regionalkrimi mit etwas schrägen Figuren und einer tollen Handlung belohnt, wobei der eigentliche Kriminalfall ab und an etwas in den Hintergrund tritt, um weiteren
unterhaltsamen Nebenschauplätzen Platz zu machen.

Lale Petersen mit ihrer etwas chaotischen und ungeduldigen Art war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn ich sie öfters gerne eingebremst hätte, da sie durch ihre Ungeduld immer mal wieder wichtige Informationen verpasst. Ein typischer Charakterzug von ihr ist ihr vorlautes Mundwerk, an das ihre Kollegen jedoch schon gewöhnt sind. Bei Vernehmungen eckt sie das eine oder andere Mal mit ihrer Art an, kommt aber auch oftmals schneller ans Ziel.

Mit dem Staatsanwalt, der dummerweise der Vater ihres Sohnes Pit und Lales Exmann ist, verbindet sie ein gespanntes Verhältnis. Er nervt sie regelmäßig und sie kann gerne darauf verzichten, wenn er seine Hilfe anbietet – aber ab und an läßt es sich leider nicht vermeiden.

Lales Partnerin Mandy Schneider ist ein sächsisches Urgestein, sehr schlagkräftig und bildet mit Lale das perfekte Team. Im Gegensatz zu Lale findet sie den Staatsanwalt Petersen ganz toll, was immer wieder zu Gesichtsrötungen bei Mandy führt, wenn er auftaucht. Aber auch Kroko, der hypochondrische Kollege und Gerste, der Chef von Lale und Mandy, haben mir gut gefallen, besonders Kroko fand ich niedlich mit seiner naiv-korrekten Art, der aber auch immer wieder mit Genialität überraschen konnte.

Die Personen sind alle etwas überspitzt und skurril dargestellt, aber ohne, daß es mich genervt hätte oder ins Lächerliche abgedriftet wäre. Auch den Humor in der Geschichte fand ich wohldosiert. Neben dem Tod von Ronny Hummel müssen sich die Dresdner Beamten noch mit einer mysteriösen Überfallserie beschäftigen. Auch wenn die Autorin mehrere Handlungsstränge beginnt, fühlte ich mich nicht verwirrt, sondern habe vielmehr überlegt, ob es vielleicht Zusammenhänge zwischen ihnen geben könnte.
Mit manchen Überlegungen lag ich gar nicht falsch, aber mit einigen Wendungen hatte ich so nicht gerechnet, daher hat mich die Auflösung der Fälle schlußendlich überrascht.

Ich habe mich mit den Polka tanzenden Psychopathen sehr gut unterhalten gefühlt und bin nun neugierig, ob es weitere Fälle des Dresdner Ermittlerduos geben wird. Die Wartezeit bis dahin werde ich mir mit den ersten vier Bänden vertreiben.

Meine Rezension erscheint bei:
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Liebe Grüße
Karin

Offline Rosenprinzessin

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Auch von mir ein herzliches Dankeschön! Es hat sehr viel Spaß gemacht, dieses herrliche Buch gemeinsam mit Euch zu lesen!

Rezension:

Kommissarin Lale Petersen stößt mit einem Radfahrer zusammen. Der Radfahrer hat es eilig, den Unfallort zu verlassen. Wenig später erfährt Lale, dass er sie angezeigt hat wegen Fahrerflucht. Als Lale gemeinsam mit ihrer Kollegin Mandy den Radfahrer zur Rede stellen will, ist er tot. Was ist passiert?

Mein Leseeindruck:

"Psychopathenpolka" ist bereits der fünfte Fall für Lale Petersen und ihre Kollegin Mandy Schneider. Für mich war es der erste Fall, den ich gemeinsam mit den beiden sympathischen Kommissarinnen lösen durfte. Es ist aber kein Problem, wenn man - so wie ich - die früheren Fälle noch nicht gelesen hat. Ich hatte keine Probleme, in die Story hineinzufinden und mit den Figuren klarzukommen.

Der eigentliche Kriminalfall ist durchaus spannend und auch unvorhersehbar, und doch gerät er manchmal etwas in den Hintergrund. Für mich waren die skurrilen Figuren im Vordergrund. Allen voran natürlich die beiden taffen Kommissarinnen Lale und Mandy, aber auch ihre Kollegen Gerste, Kroko und Kowalski, die Journalistin Natascha und die stets auf Männerfang gehende Nachbarin Brigitte. Auch Lales Exmann Jobst und Sohn Pit sind Charaktere, die lange im Gedächtnis bleiben.

Der Schreibstil ist sehr leicht, locker und humorvoll, so dass sich das Buch wirklich schnell "weglesen" lässt.

Wer gerne Regionalkrimis liest, skurrile und außergewöhnliche Charaktere mag und auch nichts gegen ganz viel Humor hat, der wird mit diesem Buch ganz sicher gut unterhalten werden. Mir hat die Lektüre auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht! 
Lesen aus Leidenschaft

Offline Annabas

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Inhaltsangabe:

Die Dresdner Kommissarin Lale Petersen ist mal wieder im Stress: auf der Fahrt ins Büro rammt sie versehentlich einen Radfahrer, Ronny Hummel. Der scheint genauso in Eile zu sein, denn nachdem beide feststellen, dass ihm außer einem Schrecken nichts weiter passiert ist, radelt er weiter. Allerdings überrascht er Lale kurz darauf mit einer Anzeige, was diese natürlich ärgert. Sie will Ronny Hummel deswegen zur Rede stellen und sucht ihn an seinem Arbeitsplatz in einer IT-Firma auf – aber da ist er bereits tot. Das bringt Lale in Gewissensnöte – hatte sie ihn bei dem Unfall doch schwerer verletzt, als es zunächst aussah und ist sie damit schuld an seinem Tod? Allerdings stellt sich auch heraus, dass Ronny Hummel an einem geheimen Projekt mitgearbeitet hat, über das nicht einmal sein Ausbilder Bescheid wusste. War es vielleicht ein Mord?

Bei der Geschichte handelt es sich um den vierten Band der Reihe um Kommissarin Lale Petersen.

Der erste Satz:

„Mist, verflucht!“

Meine Meinung zum Buch:

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, es hat mir eine sehr vergnügliche Zeit beschert.

Obwohl ich die Vorgängerbücher nicht kenne, bin ich gut in die Geschichte hineingekommen. Es wurde schnell klar, wie die verschiedenen Personen zueinander stehen und ich konnte mich auf die Geschichte und die skurrilen Charaktere konzentrieren.

Die Kriminalfälle sind in diesem Buch fast Nebensache, denn die Figuren und all ihre Eigenarten stehen im Vordergrund. Doch nicht so weit, dass die Fälle keine Rolle spielen würden, sie werden am Ende zufriedenstellend aufgelöst. Es ist nur so, dass sie eher die Bühne bilden, auf der sich die Figuren austoben dürfen.

Und austoben tun sie sich, allen voran Lale und ihre schlagkräftige und schlagfertige Kollegin Mandy Schneider. Aber auch Lales blonder Ex-Mann Jobst, für den Mandy eine große Schwäche hat, und die Kollegen Kroko, Dr. Kowalski, Gerste und IT-Martin spielen ihre Rollen bestens. Nicht zu vergessen das bunte Umfeld wie Nachbarin Brigitte, Ärztin-Patientin Lucy Nebel und Journalistin Natascha – alle zusammen ergeben eine quirlige Truppe, die sich bei den Ermittlungen gegenseitig unterstützen.

Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben, besonders Mandys schlagfertige Bemerkungen brachten mich zum Lachen. Witzig fand ich vor allem die Haustiernamen: die Wellensittich-Dame „Gräfin Cosel“ und der Hund „Pit Bull“.

Wer Dresden ein bisschen kennt, wird sich auch an einige Schauplätze erinnern- und vor allem an die berühmten Eierschecken, die auch in diesem Buch gerne und oft verzehrt werden. Achtung, beim Lesen können Hungergefühle auftreten.

Viele Grüße von Annabas  :winken:

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« Letzte Änderung: 13. Juli 2014, 20:08:25 von Annabas »
:lesen:   "Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen." Marcus Tullius Cicero

Offline odenwaldcollies

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Nachdem nun alle Teilnehmer mit der Psychopathenpolka durch sind, werde ich diese Runde allmählich beenden. Ich danke euch allen für eure tollen Beiträge, die zum Gelingen dieser Runde beigetragen haben.

Vielen Dank auch an dich Christine, daß du uns trotz deines vollen Terminkalenders begleitet hast  :winken:
Liebe Grüße
Karin

Offline buchregal123

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Nachdem nun alle Teilnehmer mit der Psychopathenpolka durch sind, werde ich diese Runde allmählich beenden. Ich danke euch allen für eure tollen Beiträge, die zum Gelingen dieser Runde beigetragen haben.

Vielen Dank auch an dich Christine, daß du uns trotz deines vollen Terminkalenders begleitet hast  :winken:

Auch vielen Dank - es war toll.
Liebe Grüße
Bruni

Offline odenwaldcollies

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Rezension von Rhea:

Großstadtmelodie - Psychopatenpolka

„Mist verflucht!“
Was kann an einem Montagmorgen alles schief gehen, wenn es eh schon spät ist?
Es ist der erste Krimi der Autorin, aber diese Lale war mir vom ersten Satz an sympathisch. Wo ist der Schlüssel, wo steht das Auto, wieso ist es schon wieder so spät und dann übersieht sie den Radfahrer. Nix passiert, also Visitenkarte geben und weiter in diesen Tag, der sicher nicht viel Potenzial hat, besser zu werden.
Zwei sympathische Frauen bilden hier ein Ermittlerduo. Lale und Mandy, die an diesem Morgen von einem Mann angegriffen wird, den sie dann in Selbstverteidigung in die Elbe geschmissen hat und deshalb retten musste.
Dieser Beginn verspricht viel und das Buch hält das auch. Die Dialoge zwischen den beiden Frauen machen wirklich Spaß. Zwischen ihnen agiert dann Lales Exmann, der sich immer mal übergriffig in das Leben seiner Exfrau einmischt, und während sich Lale dadurch genervt fühlt, wird Mandy in seiner Nähe rot.
 Lale lebt mit ihrem Sohn Pit zusammen. Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn ist wirklich locker und von gegenseitigem Verständnis geprägt. Pit spielt in einer Band „Polka-Guerilleros“ in Ermangelung eines Proberaums proben die Jungs in Lales Wohnung. Lale ist wohl in vielen Dingen chaotisch, aber sie hat Vertrauen zu ihrem Sohn und das gefällt mir sehr.
Außerdem gefällt mir auch die Art, wie Lale ermittelt. Sie versucht immer die Menschen zu sehen und sie zu verstehen.
Außerdem gibt es da noch die Nachbarin, die immer auf Männerfang aus ist und die Journalistin, die man Lale aufdrückt und die sie bei ihren Ermittlungen begleiten soll, um darüber eine Reportage zu machen und natürlich ist Lale ein Teamspieler und so gibt es auch noch verschiedene Charaktere, die wir als ihre Kollegen kennenlernen.
Jeder dieser Charaktere ist interessant und hat seine Eigenheiten und jeder steuert etwas zur Aufklärung der Fälle bei, die von der Polizei bearbeitet werden.
Es gilt den Mann zu fangen, der Mandy angegriffen hat, denn sie war nicht die einzige Frau, die durch ihn belästigt wurde. Außerdem hat der Radfahrer doch Anzeige erstattet und ist dann aber tot, als Lale ihn befragen will. Die Eltern und der Bruder des Toten wirken aber total unbeteiligt, als sie von Lale benachrichtigt werden.
Bei der Klärung der Fälle macht es einfach Spaß, die Personen in ihren Interaktionen zu erleben. Nicht immer ist man mit ihren Handlungen einverstanden, aber am Ende steht eine Verhaftung und auch für den Leser sind alle Fragen gelöst. Ein wenig melancholisch stimmt es schon, denn einige Probleme entstehen, weil sich die Menschen nicht umeinander kümmern. Deshalb habe ich mir den Titel „Großstadtmelodie“ von Fats Hagen ausgeborgt, ein kleiner Kontrapunkt zu der ansonsten lockeren flüssigen und humorvollen Handlung.

Fazit:
Ein spannender Krimi mit einem ganzen Team interessanter und skurriler Charaktere. Unbedingte Empfehlung.
Liebe Grüße
Karin

 

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