Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 935 mal)

Online odenwaldcollies

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Liebe Grüße
Karin

Online odenwaldcollies

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Inhalt:
Das kleine Dorf Wittenrode machte vor über 20 Jahre Schlagzeilen durch drei grausame Morde, die aufgrund ihrer Durchführung als Teufelsmorde bezeichnet wurden – der Täter wurde damals gefasst und verurteilt. Da geschieht jetzt ein neuerlicher Mord, der den Teufelsmorden von damals verblüffend ähnelt. Die Ehefrau des Opfers gesteht die Tat, um sich kurz darauf umzubringen. Julia Wagner, eine Jugendfreundin der Täterin, kehrt nach Wittenrode zurück, um der Beerdigung beizuwohnen. Doch bald kommen Julia Zweifel an der Schuld ihrer Freundin und sie stellt auf eigene Faust Nachforschungen an, die bei den Dorfbewohnern Mißtrauen und offene Ablehnung hervorrufen. Ihre Suche nach der Wahrheit führt sie in tödliche Gefahr.

Meine Meinung:
Bereits auf den ersten Seiten hatte das Buch eine enorme Sogwirkung auf mich: man wird mitten in die Ermittlungen um die Teufelsmorde des Jahres 1987 und deren Aufklärung versetzt. Im Anschluß geht es nahtlos in das Jahr 2010 und der Leser wird Zeuge eines erneuten Mordes an Jürgen Jakob, der den damaligen Teufelsmorden frappierend ähnelt: den Opfern wurde die Kehle durchgeschnitten und ihr Unterleib zierte ein eingeritztes Pentagramm.

Auch wenn die Ehefrau von Jürgen Jakob, Kerstin, die Tat gesteht, wird bereits im ersten Kapitel klar, daß etwas nicht stimmt. Auf den nächsten Seiten läßt die Autorin die wichtigsten Dorfbewohner die Bühne betreten und es wird schnell klar, daß einige von ihnen Schlimmes zu verbergen haben. Anfangs hatte ich die Befürchtung, womöglich den Überblick über die vielen Charaktere zu verlieren, aber das hat sich nicht bestätigt.

Tanja Noy streut geschickt viele Hinweise in die Handlung, die bei mir eine Vielzahl an Fragen aufgeworfen haben, die Stück für Stück beantwortet werden – dadurch wird die Spannung immer weiter gesteigert.

Die Charaktere sind sehr vielfältig, die Geheimniskrämerei der Dorfbewohner macht den Leser mißtrauisch, die menschlichen Abgründe hinter dem Einen oder Anderen haben mich schockiert. Julia Wagner ist eine junge mutige Frau, die sich zwar nicht so schnell einschüchtern läßt, aber mit ihren eigenen Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen hat und vor irgendetwas davonzulaufen scheint. Zusammen mit ihren früheren Freunden Kerstin, Eva und Greger wuchs sie in dem Waisenhaus von Wittenrode auf; nachdem sie lange Zeit keinen Kontakt mehr hatten, treffen sich die Freunde auf Kerstins Beerdigung wieder. Die Suche nach der Wahrheit um den Mord an Jürgen Jakob läßt die Drei wieder etwas zusammenrücken.

Ich hatte relativ früh einen Verdacht, um wen es sich bei dem oder die Täter handeln könnte: mit diesem Verdacht lag ich sowohl richtig als auch falsch, wie das verblüffende und nervenaufreibende Ende gezeigt hat, das einen kranken Wahnsinn zu Tage bringt. Da es sich bei „Teufelsmord“ um den Auftakt einer Serie um Julia Wagner handelt, werden am Ende dieses Buches noch nicht alle Fragen beantwortet – die Handlung ist aber dennoch in sich abgeschlossen und endet mit einem fiesen Cliffhanger.

Ich bin nun gespannt auf den zweiten Band um die toughe Julia Winter, der Ende des Jahres erscheinen wird.

Meine Rezension erscheint bei:
Amazon
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Liebe Grüße
Karin

Offline buchregal123

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1987 wurden in Wittenrode drei Menschen grausam getötet. Der Mord wurde dem Satanisten Bruno Kalis nachgewiesen, der sich nach seiner Verurteilung erhängte.
Nun hat Kerstin ihren Mann umgebracht, ein Geständnis abgelegt und sich dann erhängt. Pastor Jordan bittet Julia Wagner, zur Beerdigung ihrer früheren Freundin Kerstin zu kommen. Widerstrebend lässt sich Julia darauf ein, obwohl sie nie mehr zurück nach Wittenrode wollte, aber die anderen aus ihrem Kleeblatt, Greger und Eva, kommen auch
Die drei können einfach nicht glauben, dass Kerstin einen Mord begangen hat. Sie versuchen herauszubekommen, was geschehen ist und stoßen nur auf Schweigen. Die Dorfbewohner haben alle ihre Geheimnisse, die auch geheim bleiben sollen. Da Julia aber keine Ruhe gibt, wird gedroht und weiter getötet. Kurt Hagen und Eddie Winter sind nicht gerade zimperlich im Umgang mit der Familie. Bürgermeister Raddatz verfolgt eigene Interessen. Polizist Ebeling schiebt eine ruhige Kugel und will keine Aufklärung der merkwürdigen Vorgänge im Dorf. Aber Julia muss sich auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen.
Julia Wagner und ihre Freunde sind sympathische Personen, aber richtig nahe kamen sie mir nicht. Die männlichen Dorfbewohner sind unsympathisch, ignorant und böse. Darunter haben auch die Frauen im Dorf zu leiden. Davon gefällt mir am besten Margot, die sich nicht vorschreiben lässt, was sie sagen darf und rücksichtslos erzählt, was ihr nicht passt.
Die Geschichte ist sehr düster und spannend, die Dorfbewohner mehr als merkwürdig und Verdächtige gibt es mehr als genug.
Der Schreibstil ist flüssig und durch Perspektivwechsel und unverhoffte Wendungen auch interessant und spannend.
Am Ende bleiben eine Reihe von Fragen, die wohl erst in einem der Folgebände geklärt werden.
"Teufelsmord" ist gute Unterhaltung.
Liebe Grüße
Bruni

Offline mrskatha

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Das Cover und der Klappentext haben mich sehr neugierig auf das Buch gemacht. Kaum kam es bei mir zuhause an, hab ich auch schon angefangen zu lesen. Und allein der Prolog war einfach richtig, richtig gut. Ich musste unbedingt sofort weiter lesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Und sonst so:

Wie schon gesagt, der Einstieg war einfach wirklich grandios. Man wusste von Anfang an, dass jemand anders hinter den Morden stecken muss und es war lange Zeit sehr verzwickt. Am Anfang fand ich es noch sehr schwer, die ganzen Personen zu zuordnen. Aber da konnte ich mich nach und nach gut rein finden und irgendwie kam wirklich jeder in Frage, aber keiner sagt irgendwas. Das ganze Dorf war für mich irgendwie schon sehr verwunderlich. Ich wüsste nicht, ob ich da freiwillig wohnen wollen würde. Und ich hatte irgendwie das Gefühl hier würde am liebsten jeder jeden umbringen wollen. Fand ich aber richtig gut, da dadurch die Spannung bestens gewahrt wurde.

Julia Wagner ist ein sehr starker Charakter, sie hat durch den frühen Verlust ihrer Eltern, das Aufwachsen im Waisenhaus und ihre Karriere in der Mordkommission schon viel durchmachen müssen und wagt sich nur mehr oder weniger widerwillig nach Wittenrode zurück. Und sie hatte zurecht Angst davor. Auch die anderen Charaktere sind gut beschrieben und lassen das ganze Dorf lebendig werden.

Was mir auch gefallen hat, dass man auch wirklich einen Einblick in das Leben einiger Dorfbewohner bekommen hat, da Situationen aus ihrer Sicht oder eben ihrem Privatleben auch wirklich bildhaft und durchdacht geschildert werden.

Allerdings muss habe ich auch einen kleinen Kritikpunkt. Das Ende hat mir gar nicht so richtig gefallen. Julia setzt all ihre Erfahrungen und das zusammengetragene Wissen ein und ist auf einer sehr heißen Spur, die sich auch zum Teil als richtig erweist. Und auch die Spannung ist bis zum letzten Satz da. Aber irgendwie lässt mich das Ende schon noch mit einigen Fragen zurück, von denen ich mir gewünscht hätte, dass es sich noch aufklärt. Und ich hab wirklich ungläubig auf das Wort “Ende” gestarrt und gedacht: Wie? Das war’s jetzt?  Das Ende spricht für mich irgendwie für einen zweiten Teil. Aber mal schauen.

Fazit:

Ein guter deutscher Thriller, bei dem es mir Spaß gemacht hat weiter zu lesen. Von der ersten bis zur letzten Seite spannend, allerdings lässt das Ende für mich doch zu viele Fragen offen. Ich schwanke zwischen 4 und 5 Pusteblumen, das mit dem Ende hat mich wirklich irgendwie gestört, aber der Rest war richtig gut und hat mir sehr gut gefallen. Da ich mich wirklich nicht entscheiden kann, gebe ich 4,5 Pusteblumen.

Online odenwaldcollies

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In dieser Runde wird es allmählich ruhiger, daher möchte ich euch bitten, evtl. fehlende Beiträge und Rezensionen hier bald einzustellen, damit wir die Runde abschließen können  :winken:
Liebe Grüße
Karin

Taubenschlag

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Jetzt hatte ich beinahe vergessen, meine Rezension zu schreiben. Das ist ja meine erste Leserunden bei Leserunden.de und ich hatte nicht gleich gefunden, wo hier die Rezensionen eingestellt werden. Also, ich bitte um Nachsicht :-[

1987 wurden im kleinen Ort Wittenrode 3 grausame Morde begangen, der Volksmund taufte sie die "Teufelsmorde". 20 Jahre später wird ein weiterer Mord in diesem Ort begangen, der in seiner Ausführung sehr dem Muster von 1987 ähnelt. Julia ist im Waisenheim dieses Ortes aufgewachsen und als eine Jugendfreundin dieser Tat beschuldigt wird, kehrt sie nach Wittenrode zurück, da sie nicht an die Schuld ihrer Freundin glauben kann. Dort angekommen stellt sie Nachforschungen zu dem Mord und dem Leben ihrer Freundin an und stößt schnell auf Ungereimtheiten, die auch ihre eigenen Vergangenheit betreffen. Beim Blick hinter die Kulissen der Dorfidylle offenbaren sich weitere Abgründe und dunkle Geheimnisse.

Schon auf den ersten Seiten schafft es die Autorin, den Leser in die Geschichte hineinzuziehen. Sehr beeindruckend beschreibt sie die Dorfbewohner mit ihren Geheimnissen und ihrer Abgrenzung zum Leben draussen. Schnell baut sich ein Gefühl der Bedrohung auf, das die Spannung im Buch bis zum Ende aufrecht erhält. Denn schnell wird klar, der Täter von damals ist wieder aktiv und bedroht weitere Dorfbewohner. Ein Abgrund aus Geheimnissen, Erpressungen und gegenseitiger Abhängigkeit tut sich auf, verbunden mit einem eigenartigen Selbstbild der Dorfgranden. Da Buch lebt dabei von der sehr guten Charakterisierung der Hauptakteure, die in sich selbst und ihren Familien- und Dorftraditionen gefangen sind.
Auch Julia, Eva und Sandmann, die gemeinsam eigentlich nur zur Beerdigung der Freundin nach Wittenrode zurückgekehrt sind, werden sehr gut charakterisiert. Mit viel Engagement machen sie sich daran die Unschuld der Freundin zu beweisen. Dabei stossen sie auf eine Mauer der Ablehnung, die sie aber nicht davon abhält, hinter das Geheimnis zu kommen.

Leider lässt das Buch am Ende einige Fragen offen, die in einem Folgeroman beantwortet werden sollen. So ein Ende lässt mich immer etwas unzufrieden zurück. Ansonsten ist das Buch aber absolut lesenswert mit einer guten Spannung und einer logischen Handlung. Insbesondere die Stimmung in diesem nach aussen hin sehr abgeschlossenen Ort hat mich sehr gefangen genommen.
Ich würde diesem Buch 9 von 10 Punkten geben.

Taubenschlag

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Mir hat diese Leserunde sehr gut gefallen. Dadurch dass sie zeitlich sehr begrenzt war, kam eine sehr dichte Diskussion zustanden, die mir viele neue Ideen beim Lesen gebracht haben. Ich freue mich schon auf hoffentlich weitere Leserunden auf Leserunden.de.

Offline Marle27

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Da ich mit Rezensionen schreiben nicht so behaftet bin schreibe ich nur mein Fazit. Es hat mir wahnsinnigen Spaß gemacht,  mit euch zusammen diesen Fall zu lösen. Die Spannung zog sich durch das gesamte Buch und ich freu mich ganz sehr auf die Fortsetzung. Meine erste Leserunde verlief sehr gut und ich liebe eure Idee zusammen mit den Autoren deren Bücher zu lesen und zu diskutieren.  Ich bin schon auf meine zweite Runde gespannt die heute beginnt.
« Letzte Änderung: 09. August 2014, 10:09:57 von Marle27 »

Offline Nicky92

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Klappentext:
Über 20 Jahre sind vergangen, seit drei grausame Morde in Julia Wagners niedersächsischer Heimat als "Teufelsmorde" Schlagzeilen machten. Doch jetzt taucht eine nach gleichem Muster zugerichtete Leiche auf. Eine Jugendfreundin Julias gesteht die Tat, bevor sie sich das Leben nimmt. Von der Unschuld ihrer Freundin überzeugt, beginnt Julia eigene Nachforschungen in einer verschworenen Dorfgemeinschaft, von der sie nie ein Teil war und die alle und alles von "draußen" als Bedrohung betrachten. Während ihrer lebensgefährlichen Suche nach Antworten macht sie sich mächtige Feinde und erfährt dabei unfassbare Dinge über ihre eigene Vergangenheit.

Meine Meinung:
"Teufelsmord" zog mich von den ersten Seiten an in seinen Bann. Man ist sofort mitten im Geschehen und möchte wissen, wie es weitergeht. Durch die wechselnde Erzählperspektive lernt man nach und nach alle Charaktere in Wittenrode kennen und erkennt das jeder in der Gemeine Dreck am Stecken hat. So kommt einem jeder als Verdächtig vor und die Spannung steigt. Die Protagonistin Julia war mir von Anfang an sehr sympathisch, genauso wie ihre Freunde Eva und Greger.

Der Schreibstil von Tanja Noy ist sehr angenehm und flüssig. Ich konnte das Dorf und die Personen vor meinen Augen sehen und habe mit Charakteren geleidet, gezittert. Ich freue mich auf den nächsten Band, den ich mir auf jeden Fall holen werde, da das Ende zwar ein paar Fragen offen gelassen hat, dem Buch aber nicht schadet. So fiebert man dem zweiten Band "Todesruhe" noch mehr entgegen und ich bin gespannt wie es weitergeht.

Fazit:
Ein gelungener Debütroman und Auftakt zu einer 5-teiligen Thrillerreihe den man nicht verpassen sollte.

Offline schlumeline

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 :winken: So, nach meinem Urlaub werde ich hier natürlich auch noch nach und nach die offenen Rezensionen/Fazits einstellen.
Ich danke für die tolle Leserunde hier. Das Buch war einmal etwas anderes für mich und ich bin auch auf die Fortsetzung gespannt. Vielleicht klappt es ja hier im Forum mit einer Runde dazu. Das wäre toll. Und hier nun meine Rezension:

Im Jahre 1987 erschüttern die Teufelsmorde das Dorf Wittenrode. Der Täter wird schnell gefasst und nimmt sich kurz nach seiner Verhaftung in seiner Zelle das Leben. Aber war er tatsächlich schuldig?

Viele Jahre später, im Jahr 2010, wird Wittenrode erneut zum Schauplatz eines grausamen Mordes. Jürgen Jakob wird tot in seinem Haus gefunden. Auf seinem Körper eingeritzt befindet sich ein Pentagramm. Seine Frau Kerstin behauptet ihn getötet zu haben und bringt sich kurz darauf in ihrer Zelle um. Alles erinnert an die Teufelsmorde von damals. Aber gibt es tatsächlich eine Verbindung?

Zur Beerdigung von Kerstin kehren deren alte Freunde Julia, Eva und Greger in das Dorf zurück, das sie einst hinter sich gelassen haben. Wittenrode war für sie alle immer nur eine Station in ihrem Leben, denn dort sind sie unter der Aufsicht des heutigen Pastors Jordan im Waisenhaus aufgewachsen. Eine wirkliche Bindung zum Ort haben sie alle nicht. Für Julia Wagner ist Wittenrode sogar ein Ort an den sie nie wieder zurückkehren wollte. Doch nun ist sie da und sie ist sich sicher, dass ihre ehemalige Freundin Kerstin diesen Mord an ihrem Mann niemals begangen haben kann. Im Dorf aber stößt sie auf eine Mauer von Schweigen und Angst. Aber Julia ermittelt auf eigene Faust, denn sie spürt, dass hier etwas nicht stimmt und als ehemalige Polizistin weiß sie die richtigen Fragen zu stellen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Allerdings wird dieser Fall sie auch mit ihrer eigenen Vergangenheit und den Abgründen der menschlichen Psyche konfrontieren.

Sehr gut gezeichnet wird hier vor allen Dingen die Dorfgemeinschaft dieses kleinen niedersächsischen Ortes. Jeder Einzelne dort fühlt sich als Teil des Ganzen und das durchaus positiv wie negativ. Eine kleine Ortschaft hat oft ihre Tücken und kann durchaus Einfluss nehmen auf das Verhalten einzelner Individuen. Auch wenn das nicht immer so ausgeprägt sein wird, wie hier dargestellt, so ist das fiktive Wittenrode doch ein Dorf, das es tatsächlich geben könnte.

„Teufelsmord“ ist ein spannender Thriller. Der Leser weiß hier immer etwas mehr als Julia und ihre Freunde, aber doch nicht genug um das große Ganze bis ins letzte Detail zu verstehen. Das ist wirklich sehr gut gemacht und so kommt der Showdown überraschend daher und auch in gewisser Hinsicht offen. Julia Wagners ganze Geschichte ist am Ende des Buches noch nicht abgeschlossen und so darf die Leserschaft gespannt sein auf die Fortsetzung. „Todesruhe“ soll im Januar 2015 erscheinen.

„Teufelsmord“ ist ein satanistischer Thriller und sicher nicht für vorsichtige Gemüter geeignet.

Die Rezension ist auch hier zu finden:

http://buchrezicenter.filmbesprechungen.de/genres/krimi/teufelsmord/
Lesen ist meine Leidenschaft

Offline claude20

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    • Claudes Schatzkiste
Hier dann noch meine Rezension:

Julia Wagner hat ihren Job als Kriminalbeamtin an den Nagel gehängt. Doch dann bekommt sie einen Anruf und somit Nachricht aus ihrer Vergangenheit. Ihre Jugendfreundin Kerstin ist tot. Sie hat sich nach dem teuflischen Mord an ihrem Ehemann in der Gefängniszelle erhängt. Doch vorher hatte sie den Mord auch noch zugegeben. Eigentlich wollte Julia nie wieder zurück in die Gegend in der sie aufgewachsen ist. Zu viele negative Erinnerungen hat sie an ihre Kindheit im Jugendheim, aber dann erwacht doch ihr kriminalistischer Instinkt, denn sie glaubt nicht daran dass Kerstin eine Mörderin sein soll. Der Mord trägt die Handschrift des Teufelsmord, der bereits vor vielen Jahren die Dorfgemeinschaft in Angst und Schrecken versetzt hat. Zusammen mit zwei weiteren Freunden von damals, die ebenfalls zur Beerdigung gekommen sind, begibt sie sich auf Spurensuche und schon bald stößt sie auf eine Mauer des Schweigens und eine eingeschworene Dorfgemeinschaft.

Dieser Thriller von Tanja Noy ist sehr spannend und zusätzlich auch gruselig geschrieben. Immer wieder habe ich mich mit Julia auf Spurensuche gewagt und dadurch auch immer wieder in schreckliche menschliche Abgründe blicken müssen. Die Autorin schafft es mit ihrer Erzählkunst ein eigentlich friedliches Dorf zum Schauplatz einiger abscheulicher Morde und somit zum Spielplatz eines durchgedrehten Serienkillers zu machen. Sie zeichnet zusätzlich ein hervorragendes sowie komplexes Bild einer verschworenen Dorfgemeinschaft, die einige Geheimnisse zu verbergen hat, aber nach aussen hin eine vorbildliche Gemeinde zu sein scheint.

Alles in Allem ist dieser Thriller gut gelungen, unheimlich und spannend erzählt. Leider gab es nur eine Teilaufklärung und somit einen wirklich fiesen Cliffhänger am Ende des Buches. Wer wissen will, was letztendlich genau hinter den Teufelsmorden steckt, der muss sich noch ein bisschen gedulden und die Fortsetzung Todesruhe lesen, die bald erscheinen soll. Von mir bekommt dieser Thriller 8 von 10  Punkte. 
 

© claude

Ich habe die Rezension auch auf

LB: http://www.lovelybooks.de/autor/Tanja-Noy/Teufelsmord-1101434660-w/rezension/1108986497/

WLD: http://wasliestdu.de/rezension/was-geschah-wirklich-vor-vielen-jahren

meinem Blog: http://claudes-schatzkiste.blogspot.de/2014/08/teufelsmord.html

und auf Amazon veröffentlich :)
LG, Doreen

 

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