Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 1471 mal)

Offline claude20

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Meine Rezension wird noch diese Woche erfolgen. Sorry. Ich werde sie dann auch in einigen weiteren Foren veröffentlichen.
LG, Doreen

Arietta

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Hier meine Rezi zu habe sie aus LB rüberkopiert
hatte mir das Buch nach erscheinen selbst gekauft ....


Sommer der Freiheit
von Heidi Rehn

Selma ist eine verwöhnte Tochter eines reichen Zeitungsverlegers. Der vater ein Humorvoller und Gutmütiger Mensch , Grischa ihr Bruder der sie vergöttert und Großmutter eine herzerfrischende Person mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Für Selma gibt es nur vergnügen , Bälle , Geld ausgeben und Reisen , Verantwortung kennt sie nicht. Nur das Hier und Heute. Wie immer ist man von Berlin aus in die Sommerfrische nach Baden-Baden

gereist . Hier lernt sie ihre neue Freundin Costanze kennen , Tochter eines Maschinenfabrikanten , aber die ist das genaue Gegenteil von Selma, ernsthaft und Verantwortungsbewusst , sie studiert auch Maschinenbau .


Ich habe diese Rezi
bei Lovleybooks ,
was liest du
Thalia
mayrische
Histocouch und
Amazon veröffentlicht ....
Gero Selmas Verlobter und zukünftiger Ehemann , verwöhnt sie ebenfalls . Aber das hält sie nicht davon ab sich im Urlaub in den Franzosen Robert zu verlieben . Sie betrügt ihn nach Strich und Faden , auch noch nach der Ehe kann sie die Finger nicht von ihm lassen. Auch Gero hat ein dunkles Geheimnis , das Selma überraschend entdeckt , aber von dem Gero nichts weiß. Sie Jubelt ihm auch Alma , als sein Kind unter..

Doch dann bricht der 1. Weltkrieg aus und nichts ist mehr wie vorher , Grischa und Gero müssen in den Krieg , Grischa wird schwer verletzt und Gero gilt in Frankreich als vermisst.

Großmutter Meta unterstützt Selmas Vorhaben , Gero in Frankreich zu suchen . Mit Robert und Costanze macht sich Selma auf um in Frankreich Gero zu suchen.

Eine gefahrvolle und gefährliche Reise beginnt , schließlich begeben sie sich in Feindesland.

Das vorhaben gelingt zwar , Gero über die Schweiz heraus zuschaffen , aber er ist ein gebrochener Mann …..

Grischa ist in Costanze verliebt , aber auch sie hat ein Auge auf Robert geworfen , ob aus ihnen einmal ein Paar werden wird und ob Selma und Robert wieder zueinanderfinden wird ist fraglich.....

Wie die Geschichte enden wird muss der Leser selbst erfahren....


Die Autorin Heidi Rehn , hat sich mit ihrem neuen Roman auf Neuland gewagt , diesmal eine Familiensaga anstatt Mittelalter Epos. Sie beginnt im 20. Jahrhundert und erzählt facettenreich, vom Leben vor , während und nach dem 1.Weltkrieg. Eine Familiengeschichte mit vielleicht etwas Zuviel Erotik und Sexuellem Hunger gespickt. Vom Grauen des Krieges , dem Hunger , dem Leid, das Elend in den Schützengräben , die vom Trauma geplagten Soldaten ,aber auch das Leben der geplagten Bevölkerung . Ein Spannender Roman , Bildhaft und lebendig erzählt.
« Letzte Änderung: 08. September 2014, 12:04:39 von Arietta »

Offline JanaBabsi

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Es tut mir leid, daß ich so lange gebraucht habe.
Ich weiß nicht warum ich mich mit dieser Rezension so schwer tue. Am Buch liegt es nicht.

Der letzte „Sommer der Freiheit“ vor dem 1. Weltkrieg

Die 21jährige Selma Rosenbaum verbringt, wie jedes Jahr, gemeinsam mit ihrer Familie die Sommerfrische in Baden-Baden. Ihr Vater ist Zeitungsverleger und Abgeordneter in Berlin und Selma hat es in ihrem bisherigen Leben an nichts gemangelt.

Im Sommer 1913 erwartet sie ihren Verlobten, den Rechtsanwalt Gero von Sudloff, in Baden-Baden. Leider ist er geschäftlich verhindert und als Entschuldigung sendet er Selma seinen Wagen. Einen roten Audi Typ C mit offenem Verdeck. Hinter dem Rücken ihrer Eltern, jedoch mit Wissen ihrer Großmutter und ihres Bruders hat Selma den Führerschein gemacht und nun vertreibt sie sich die Zeit, die sie ohne ihren Verlobten verbringen muss, mit kurzweiligen Fahrten.

Als sie auf einer dieser Erkundungsfahrten gemeinsam mit ihrem Bruder Grischa mit dem Auto liegen bleiben lernen sie Constanze Weißkirchner kennen – statt für Mode, Partys oder andere Vergnügungen interessiert sich Constanze für Motoren. Sie ist in der Maschinenfabrik ihres Vaters beschäftigt und möchte Ingenieur werden.

Selma und Constanze verstehen sich auf Anhieb sehr gut. Auf einem ihrer Ausflüge ins Elsass lernen sie den französischen Fotografen Robert Beck kennen. Immer wieder treffen sich die beiden Frauen mit Robert und verbringen den Tag gemeinsam. Sie sind jung, ausgelassen und wissen nicht, daß es in diesem Jahr vorerst ihr letzter „Sommer der Freiheit“ sein wird. Im darauf folgenden Jahr 1914 bricht der 1. Weltkrieg aus.

Nach der Sommerfrische kehrt Selma mit Gero nach Berlin zurück. Es scheint sie hätte ihr Glück gefunden – bis sie auf einer Abendveranstaltung Robert wieder trifft.

Mein Fazit:

Ich tue mich sehr schwer bei diesem Roman mit einer Rezension, leider weiß ich nicht so genau warum. Es gäbe so viel zu schreiben, doch das wäre allesamt gespoilert.

Es ist das 1. Buch das ich von der Autorin Heidi Rehn gelesen habe und es hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm und das Buch liest sich flüssig.

Die Protagonisten sind allesamt sehr schön ausgearbeitet.

Selma, die vom Leben bisher nur verwöhnt wurde. Sie muss sich über nichts Gedanken machen, die gebratenen Tauben fliegen ihr direkt ins (sorry) Maul. Für ihr Alter und in der Zeit in der der Roman spielt ist sie meiner Meinung nach sehr forsch. Sehr selbstbewusst und fast schon revolutionär kommt sie eher nach ihrer Großmutter Meta nach als ihrer Mutter Hedda.

Constanze ist das totale Gegenteil von Selma. Sie interessiert sich für Motoren, arbeitet in der Maschinenfabrik ihres Vaters und wird diese später auch einmal erben. Mode, Tanzveranstaltungen und all die Dinge die Selma so faszinieren sind Constanze eher fremd. Aufgrund ihres Lebensalters und der fehlenden Erfahrung in Dingen des Amüsement wird sie von Selma manchmal liebevoll, manchmal aber auch herablassend „Küken“ genannt. Für mich ist Constanze jedoch die, die fester mit beiden Beinen auf dem Boden steht.

Robert, der französische Fotograf, behandelt Selma und Constanze fast mit der gleichen Liebenswürdigkeit. Tief in seinem Inneren hat er sein Herz jedoch nur an eine der beiden Damen verloren. Auch wenn er mit Ausbruch des 1. Weltkrieges auf einmal zur feindlichen Seite gehört, bleibt die Freundschaft und der Kontakt zwischen Selma, Constanze und Robert bestehen.

Gero, der Verlobte von Selma, ist mir anfangs sehr unsympathisch. Weil er selbst nicht nach Baden-Baden kommen kann, schickt er schwülstige Liebesbriefe, sehr anzüglich und für die damalige Zeit eigentlich viel zu freizügig im Gebrauch eindeutiger Worte. Sein Charakter entfaltet sich erst so richtig während des Krieges. Er hat seinen Weg gefunden.

Hedda, Selmas Mutter, ist erzkonservativ und hat während des Krieges auch nicht wirklich verstanden, daß alle Menschen Entbehrungen hinnehmen müssen. Statt dessen nörgelt sie über dieses und jenes und wenn ihr etwas nicht passt versteckt sie sich hinter ihrer Migräne.

Bruder Grischa (Christian) ist auch am Anfang eher unscheinbar und blass, entwickelt sich dann aber auch zu einem sehr liebenswerten Charakter der seine Erfüllung im Fliegen gefunden hat – und dann den Krieg in der Luft erlebt.

Großmutter Meta ist eine sehr starke Persönlichkeit, von ihr hat Selma sehr viel mitbekommen. Wenn ihre Tochter Hedda das kleine Geheimnis ihrer Mutter kennen würde, würde sie tagelang in Migräne verfallen.

Das waren die für mich wichtigsten Charaktere im Buch. Natürlich gibt es noch andere, auffällige und weniger auffällige Mitmenschen.

Der 1. Weltkrieg ist nicht vordergründige Handlung aber es wird sehr gut beschrieben was Krieg aus einem Menschen machen kann und wie er von den unterschiedlichen Beteiligten gesehen wird. Gero, im Schützengraben an der Front, und Grischa von seinem Flugzeug aus erleben beide das Gemetzel auf unterschiedliche Art und Weise aber für beide Männer ist es ein prägendes Erlebnis auf das sie ganz sicher gerne verzichtet hätten.

Meine Rezension erscheint bei:

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Literaturschock

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auf der FB-Seite von Heidi Rehn

Herzlichen Dank liebe Heidi für die Begleitung dieser Leserunde und Dankeschön auch an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Danke an meine MitleserInnen für die - wie immer - angenehme Runde.
Viele Grüße
Babsi

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Offline Heidi Rehn

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Ich möchte mich auch noch einmal ganz herzlich bei euch allen für die anregende, faire und offene Diskussion hier bedanken. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich mit euch über meinen Roman und eure Leseeindrücke auszutauschen. Ganz herzlichen Dank auch, dass ihr so fleißig rezensiert und eure Anmerkungen auch so weit im Netz verstreut.

Wenn ihr Lust habt, wieder gemeinsam mit mir zu lesen :lesen:, stehe ich euch jederzeit gern zur Verfügung. Gerade bin ich mitten im nächsten Manuskriüpt, das, wie gesagt, zeitlich an den "Sommer der Freiheit" anschließt, aber eine völlig neue Geschichte mit neuen Charakteren und Schauplätzen ist. Es erscheint im Sommer 2015 wieder bei Knaur als Taschenbuch.

Sonnige Grüße und hoffentlich bis bald mal wieder :winken:
Heidi
"Tanz des Vergessens" - jetzt bei Knaur TB
Aktuelle Infos unter www.facebook.com/HeidiRehnAutorin

Offline JanaBabsi

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Gerade bin ich mitten im nächsten Manuskriüpt, das, wie gesagt, zeitlich an den "Sommer der Freiheit" anschließt, aber eine völlig neue Geschichte mit neuen Charakteren und Schauplätzen ist. Es erscheint im Sommer 2015 wieder bei Knaur als Taschenbuch.

Ich hab ja auf Facebook schon geschrieben - gerne wieder hier in einer Leserunde !  :winken:
Viele Grüße
Babsi

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Offline odenwaldcollies

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Liebe Heidi,

ich würde mich auch freuen, wenn es mit einer erneuten Leserunde klappen würde  :winken:
Liebe Grüße
Karin

Offline claude20

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Hier noch meine Rezension

1913 -  Die Welt ist Anfang des 20. Jahrhunderts noch in Ordnung. Selma, Tochter einer angesehenen Zeitungsverlegerfamilie aus Bonn ist wie jedes Jahr mit ihrer gesamten Familie in Baden-Baden um die Sommerfrische zu geniessen. Mit ihrem Vater, den Abgeordneten, ihrer Mutter, dem Bruder, der gerade die Bestätigung für seine Pilotenausbildung erhalten hat und ihrer Großmutter, die heimlich unter einem Pseudonym Geschichten in Zeitschriften veröffentlicht. Sie alle geniessen den Sommer 1913 sowie das elegante Ambiente in Baden-Baden.

Selma allerdings wartet ungeduldig auf ihren Verlobten Gero, der Anwalt in Berlin ist. Selma hat gerade ihren Führerschein gemacht und der ausbleibende Gero sendet ihr sein Auto als Ersatz. Aus Langeweile und Ungeduld getrieben unternimmt Selma mit ihren Bruder einige Ausflüge in die nähere Umgebung und lernt so ihre neue Freundin Constanze kennen. Bei weiteren Ausflügen mit ihrer neuen Freundin kommt es auch zu einer Begegnung mit dem französischen Fotografen Robert und schon bald ist dieser neue Freund ein Feind ihres Vaterlandes. Welchen Weg werden Selma, Constanze, Gero und auch Robert in Zeiten des ersten Weltkriegs gehen?

Es scheint in diesem Jahr sehr viele historische Romane zum Thema des Ausbruchs und den Verlauf des 1. Weltkriegs zu geben. Das ist durchaus nicht verwunderlich schreiben wir doch das Jahr 2014. Erst hundert Jahre sind seit diesem Ereignis, diesem Teil der deutschen Geschichte vergangen.

Dieser Roman von Heidi Rehn beginnt bereits vor den endgültigen Ausbruch des Kriegs und zeigt auf wie unbeschwert der Sommer 1913 noch gewesen sein muss. Die Bevölkerung rechnete nicht mit dem Schlimmsten, denn ein Ausbruch des Krieges war für sie unvorstellbar.

Immer wieder kann ich in historischen Aufzeichnungen lesen, dass die Deutschen wirklich ganz fest glaubten es würde nur ein kurzer Krieg. Heute wissen wir wie sehr sie sich damals getäuscht haben. Viele Menschen mussten unnötig sterben und ich hatte beim Lesen das Gefühl die Resignation und Frustration der Soldaten und der Bevölkerung auch zu spüren. Die Autorin transportiert sehr anschaulich wie zunehmend frustrierend der Kampf in jedem weiteren Kriegsjahr gewesen sein muss.

Selma und Constanze sind starke Frauen in einer Zeit des Kampfes und des Umschwungs. Sie haben im Lauf der Geschichte meine Sympathie gewonnen, aber nicht immer konnte ich all ihre Entscheidungen nachvollziehen, dass könnte natürlich daran liegen, dass ich nicht alle Konventionen dieser Zeit so wirklich verstehen kann bzw. will.

Insgesamt war die Geschichte von Heidi Rehn sehr ansprechend, interessant und auch sehr unterhaltsam. Leider haben mich aber einige Zeitsprünge ein wenig gestört. Aus diesem Grund kann ich leider nicht die volle Punktzahl geben. Somit gebe ich 8 von 10 Punkte und eine Leseempfehlung für Freunde von historischen Romanen.

© claude

Sorry, dass es so lange gedauert hat.

Meine Rezension ist auch erschienen auf
vorablesen: http://www.vorablesen.de/buecher/der-sommer-der-freiheit/rezensionen/der-krieg-veraendert-einiges
LB: http://www.lovelybooks.de/autor/Heidi-Rehn/Der-Sommer-der-Freiheit-1099894237-w/rezension/1111096839/
WLD: http://wasliestdu.de/rezension/der-krieg-veraendert-einiges
und meinem Blog: http://claudes-schatzkiste.blogspot.de/2014/09/der-sommer-der-freiheit-von-heidi-rehn.html
LG, Doreen

Offline dubh

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Hallo zusammen,

endlich, endlich auch mein abschließendes Fazit. :-[


Baden-Baden, 1913. Die junge Selma genießt die Sommerfrische fernab der Großstadt. Sie ist - wie schon die Jahre zuvor - mit ihren Eltern, ihrem Bruder und der Großmutter in ein mondänes Hotel in der Kurstadt gereist, da die Familie Berlin hinter sich lassen möchte. Selmas Vater ist Politiker der Zentrumspartei in Berlin, doch seine Tochter interessiert sich nicht für Derartiges, sondern liebt rauschende Feste, einen schönen Tanz und vor allem Gero, ihren Verlobten. Da dieser beruflich unabkömmlich ist, schickt er seiner Liebsten einen schicken Wagen zum Trost - alleine, dass Selma diesen lenken kann, versetzt ihre Mutter in arge Aufruhr. Zum Glück hat Selma aber auch Fürsprecher in der Familie und so erkundet sie mit dem schicken roten Audi und ihrem kleinen Bruder Grischa die Umgebung Baden-Badens. Bei einer dieser Fahrten lernt sie Constanze und ihren Vater, der eine Fabrik besitzt, kennen. Die junge Constanze ist ganz anders als sie selbst - immerhin möchte sie einmal die Maschinenfabrik des Vaters übernehmen und kennt sich sehr gut mit Automobilen und anderen Männerdingen aus. Selma freundet sich mit der Jüngeren an und nennt sie ein wenig herablassend "Küken" und fortan unternehmen die beiden gemeinsam Ausflüge. Dabei lernen sie den charmanten Fotografen Robert kennen, einen Franzosen, und nach der anfänglichen Flirterei Selmas entwickelt sich schon bald eine Dreiecksbeziehung…
Doch dunkle Wolken ziehen auf und nicht nur Grischa, dessen Traum von der Fliegerei schneller wahr wird, als er es vielleicht wirklich erhofft hat, gerät mitten in den großen Krieg, der unaufhaltsam auf die Freunde und ihre Familie zukommt.

Der Autorin Heidi Rehn ist ein wunderschöner Roman gelungen. Ein Roman, der von Freundschaft, Verrat, Liebe und Hoffnung erzählt. Ein Roman, der sehr anschaulich vom Grauen des Krieges erzählt und davon, was er von den Menschen der damaligen Zeit abverlangt. Quasi über Nacht gehören die Freunde verfeindeten Nationen an, quasi über Nacht werden Menschen einer sehr harten Probe unterzogen. So leiden alle Figuren des Romanes mehr oder weniger unter ihrer Zeit… Aber Heidi Rehn erzählt nicht nur davon, zu was Menschen alles in der Lage sind, sondern auch von Hoffnung, Mut und einem Versuch der Wiedergutmachung. Mich hat "Der Sommer der Freiheit" jedenfalls sehr beeindruckt, weil es ein Buch ist, dass eine Geschichte von Freundschaft und Liebe in schwierigen Zeiten erzählt und dabei keine Seite zu kurz kommen lässt. Es ist vielleicht ein etwas anderes Buch in der kleinen Welle der Bücher zum 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges, aber es ist ein sehr lesbares, das hoffentlich vielen LeserInnen etwas aus der Zeit vor und während dieses fürchterlichen Krieges erzählt und zeigt, wie wichtig es ist, dieses Geschehen in Erinnerung zu behalten. Besonders gelungen ist der Autorin meiner Meinung nach der krasse Unterschied zwischen den - für Menschen wie die Rosenbaums - unbeschwerten Jahren vor dem Krieg und den schrecklichen Erfahrungen währenddessen.
Aber natürlich sprechen auch noch andere, wichtige Argumente für die Lektüre dieses Buches: zum Beispiel die Figuren, die einen guten Tiefgang haben und von denen ich einige schnell in mein Herz geschlossen habe - auch wenn sie teilweise "Nebenrollen" innehatten. Außerdem gelingt es der Handlung immer wieder, mich zu überraschen - eine Tatsache, die mich richtiggehend mit der Geschichte hat mitfiebern lassen. Und so war ich am Ende ein wenig traurig, dass ich die Figuren und ihre Erlebnisse nun hinter mir lassen muss - ich hätte zu gerne noch weiter von Constanze, Selma, Grischa und Meta gelesen…

Fazit: Nicht nur wegen des historischen Hintergrunds, der zum 100. Jahrestag passt, ein lesenswertes Buch. Richtig gute Unterhaltung, toll erzählt!


Liebe Grüße
dubh
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

 

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