Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 1021 mal)

Offline odenwaldcollies

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezension für den Autor die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!
Liebe Grüße
Karin

Offline JanaBabsi

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So, ich fange dann mal an:

Eine große Schuld muss beglichen werden ....

Jan Tommen, Polizeibeamter der Berliner Mordkommission, und seine Freundin Betty liegen noch im Bett als eines sonntagsmorgens seine Kollegen an der Türe klingeln und Jan verhaften. Er steht im dringenden Tatverdacht am gestrigen Samstag einen Mord begangen zu haben.

Die Beweislast ist eindeutig – sein Auto stand vor dem Haus des Mordopfers, seine Fingerabdrücke befinden sich auf der Tatwaffe, seine DNA wurde am Tatort gefunden und an seinem Hemd, das er aktuell gerade trägt, kann Blut des Opfers nachgewiesen werden.

Bei dem Toten handelt es sich um den Richter Georg Holoch. Vor Jahren hat dieser Jan wegen Körperverletzung im Dienst verurteilt. Somit hätte Jan auch ein Motiv.

Jans größtes Problem – er hat keinerlei Erinnerung an den Abend davor, an dem der Mord geschehen sein soll. Eine Verurteilung wegen Körperverletzung im Dienst, deswegen bringt man doch niemanden um ..... und schon gar nicht Jahre später ...... oder ??

Mein Fazit:

Nachdem die Kollegen Jan verhaftet haben, er von seinem Vorgesetzten verhört wurde und in die Untersuchungshaft überstellt werden soll, sieht Jan nur eine Möglichkeit: Flucht

Mein 1. Gedanke war „Oh nee, jetzt macht er alles noch schlimmer als es eh schon ist“. Der 2. Gedanke dann war, daß Jan gar keine andere Möglichkeit hat als zu flüchten wenn er selbst aufklären möchte was passiert ist und wer den Richter tatsächlich umgebracht hat. Sein Vorgesetzter glaubt ihm, daß er mit dem Mord nichts zu tun hat, sein Kollege und Abteilungsleiter glaubt an Jans Schuld.

Jan bittet seinen Freund Chandu um Hilfe und schlüpft erst mal bei ihm unter, seine eigene Wohnung wird ja überwacht. Die Forensikerin Zoe, die den Mordfall an Richter Holoch untersucht, glaubt auch nicht an Jans Schuld und gibt ihm unter der Hand Hinweise aus den Ermittlungsakten. Max, ein langjähriger Freund und Computer-Freak hackt sich für Jan in den Kripo-Server – und schon steht das willkürlich zusammengewürfelte Ermittler-Team.

Die 4 arbeiten systematisch und kommen mit ihren Ermittlungen auch gut voran aber immer wenn sie denken sie haben das letzte Puzzleteilchen gefunden – passiert der nächste Mord.

Da ich nicht so der Krimi-/Thriller-Leser bin, funktionierte meine Spürnase nicht so gut wie die meiner Leserunden-Teilnehmer und als der Mörder endlich dingfest gemacht werden konnte, war ich tatsächlich überrascht.

Das „Ermittler-Team“ gefällt mir sehr gut.

Jan, als falscher Verdächtiger fliegen ihm direkt alle meine Sympathien zu.

Der ehemalige afrikanische Geldeintreiber Chandu mit seiner Ruhe und Gelassenheit und seinen Kontakten zur Unterwelt (und wie Zoes Sprüche an ihm abprallen :) )

Zoe, die sich eher burschikos gibt und die 3 Männer in ihrem Umfeld permanent wegen irgend etwas anblafft. Sie gefällt mir eigentlich am besten und ich hab ihre Sprüche richtiggehend genossen. 

Und nicht zuletzt Computer-Freak Max, in dessen Wohnung die Fenster mit Alufolie verklebt sind (weil die CIA überall ist), der sich von Pizza und Cola ernährt, Körperpflege aber eher für Nebensächlichkeiten hält.

Ich fand dieses Buch richtig spannend und konnte nicht mehr aufhören zu lesen bis ich wusste wer der Mörder ist. Über alle 287 Seiten fühlte ich mich richtig gut unterhalten.

Abschließend noch ein Zitat von Nietzsche (Seite 202):

„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abrund auch in dich hinein“.

Der 2. Fall für Jan Tommen und sein Team ist am 15.07.2014 erschienen und den werde ich mir ganz sicher nicht entgehen lassen.

Leserunde:

Herzlichen Dank Alexander, für die nette Begleitung dieser Leserunde. Ich hoffe wir lesen uns zum 2. Teil wieder hier !
Dankeschön auch an meine MitleserInnen für die schöne Runde.

Und nicht zu vergessen ein herzliches Dankeschön an den Verlag für das Leseexemplar !

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Soll ich sonst noch irgendwo ??
« Letzte Änderung: 12. September 2014, 15:59:22 von JanaBabsi »
Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

Mein Buchblog: Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie

Offline Sabsi

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So, endlich auch meine Rezension - übrigens meine erste überhaupt (Schande über mein Haupt)... Ich hoffe, ich mache nichts falsch:

Inhalt:
Ein Richter wird brutal zu Tode geprügelt. Dringend tatverdächtig ist Jan Tommen, Mordermittler bei der Berliner Kripo. Die Beweise sprechen alle gegen ihn und leider hat er genau für die fragliche Zeit einen Filmriss und keinerlei Erinnerung mehr. Seine einzige Möglichkeit sieht er in der Flucht vor der Untersuchungshaft. So versucht er mit Hilfe eines bunt zusammengewürfelten „Ermittlerteams“, nämlich der Rechtsmedizinerin Zoe, dem Geldeintreiber Chandu und dem Computerfreak und Hacker Max, seine Unschuld zu beweisen und den Fall zu lösen.

Meine Meinung:
Ein Buch, das mich gleich von Anfang an mitgerissen hat. Man kommt sofort gut in die Story rein und fiebert mit Jan und seinem Team mit. Die Geschichte bleibt spannend bis zum Schluss, da es immer wieder zu überraschenden Wendungen kommt und man als Leser auch immer mal wieder in die Irre geführt wird. Das ungewöhnliche Ermittlerteam um Jan Tommen hat mir besonders gut gefallen. Ihre erfindungsreichen Ermittlungsmethoden und die witzigen Dialoge machen einen großen Teil des Lesevergnügens aus. Einziger Kritikpunkt ist, dass mir einige Details etwas unlogisch erschienen (zB dass eine verbrannte Leiche nur anhand von Schmuck und nicht mit Hilfe von DNA-Anlaysen oder Zahnabdrücken identifiziert wird).
Insgesamt ein Krimi, der nicht nur spannend, sondern auch witzig und humorvoll ist. Ich freue mich schon auf den zweiten Fall mit Jan und seinem Ermittlerteam!

Auch die Leserunde war übrigens meine erste und ich habe daher keinen Vergleich. Ich denke, wir waren eine sehr kleine und übersichtliche Runde und es hat großen Spaß gemacht mit Euch zu spekulieren und immer wieder festzustellen, dass wir doch in die Irre laufen  ;) Auf die nächste Runde mit Alex freue ich mich schon sehr!
Meine Rezension stelle ich auch noch auf Amazon ein (Schade, bei Thalia gibt es das Buch ja nicht...)
liebe Grüße
Sabine

Offline AlexH

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@JanaBabsi und Sabsi: Danke für eure Beiträge und die Rezensionen. :)

Offline odenwaldcollies

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Der Beamte der Mordkommission Jan Tommen wird am Sonntagmorgen von seinen Kollegen aus dem Bett geklingelt: ein Richter wurde brutal in seinem Haus ermordet und am Tatort finden sich Spuren, die auf Jan als Täter hinweisen. Da er das Wochenende mit seiner Freundin durchzecht hat, kann sich Jan an nichts mehr erinnern. Ein Motiv für den Mord ist schnell gefunden: Richter Holoch hat Jan vor Jahren wegen Körperverletzung verurteilt. Um seine Unschuld zu beweisen, flieht er mit Hilfe seines Freundes Chandu aus der Untersuchungshaft und macht sich auf die Suche nach dem wahren Täter.

Meine Meinung:
Der Höhepunkt dieses Krimis war für mich das Ermittlerteam rund um Jan, das nicht nur in seiner Zusammensetzung, sondern auch in seinem Methoden sehr unkonventionell ist: Chandu ist ein sehr guter Freund von Jan, außerdem als Geldeintreiber in der Berliner Unterwelt unterwegs, dadurch kennt er nicht nur die richtigen Leute, sondern verfügt auch über schlagkräftige Argumente.

Zoe ist Rechtsmedizinerin und gelangweilt von ihrem Job, daher kommt es ihr gerade recht, Jan, bei seinen verdeckten Ermittlungen helfen zu können. Sie ist sehr burschikos und eine starke Raucherin, was immer wieder zu Konflikten mit den Anderen führt.

Der dritte im Bunde ist der Computerfreak Max, ein absoluter Nerd und Genie auf seinem Gebiet, allerdings kein Wunschkandidat für eine Wohngemeinschaft.

Jan ist mit Leib und Seele Mordermittler, der mithilfe seines Instinkts schon zahlreiche Fälle gelöst hat – er ist der Kopf des bunt zusammengewürfelten Teams, das eigentlich gar nicht zusammenpasst und genau deswegen so erfolgreich ist.

Ich hatte zu Beginn des Buches einen Verdacht, wer der Täter sein könnte, der sich schlußendlich auch bestätigt hat, allerdings bin ich während der Lektüre von meinem Verdacht abgerückt, weil ich mir wegen des Motivs immer unsicherer wurde. Der Autor legt nicht nicht nur für den Leser Spuren aus, die sich dann als Sackgasse erweisen.

Ein gesetzestreuer Polizist wird vielleicht nicht unbedingt wie Jan handeln, aber er steht durch die erdrückende Beweislast enorm unter Druck, seine Unschuld zu beweisen, bevor ihn die Kollegen festsetzen können. Das Ende des Buches hat mir ebenfalls gut gefallen, auch wenn das im realen Leben vielleicht nicht so einfach möglich wäre, aber andererseits ist dadurch gewährleistet, daß sich die vier Ermittler wieder gemeinsam auf Verbrechersuche begeben können, denn dieses Buch ist der Auftakt zu einer Serie um Jan, Chandu, Zoe und Max.

Zur Leserunde:
Die gemeinsame Leserunde hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich, daß wir hier auch den zweiten Teil gemeinsam lesen werden. Vielen Dank auch nochmal für das Freiexemplar  :winken:

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Liebe Grüße
Karin

Offline AlexH

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Auch dir, danke für die Teilnahme und die ausführliche Rezi.  :)

Offline Dani

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Auch von mir noch herzlichen Dank für Buch und Runde!

Es ist Sonntagmorgen und Jan Tommen hat ziemliches Kopfweh, als seine Kollegen von der Mordkommission klingeln und ihn als dringend Tatverdächtigen in einem Mordfall mit aufs Revier nehmen. Immerhin ist der Tote genau jener Richter, der Jan vor einiger Zeit wegen Körperverletzung im Dienst verurteilt hat und am Tatort finden sich Spuren, die auf Jan als Täter hinweisen.

Obwohl sein Vorgesetzter ihm zu glauben scheint, will Jan nicht untätig in Untersuchungshaft abwarten, ob seine Unschuld bewiesen wird. Dass er sich an die fragliche Nacht nicht erinnern kann, macht es nicht einfacher, aber er ist überzeugt, dass er kein Mörder ist, egal wie die Beweislage ist. Also will ihm offensichtlich jemand die Tat unterschieben. Doch wer steckt dahinter und was ist das Motiv?

Zum Glück hat Jan seinen guten Freund, den Geldeintreiber Chandu, der ihm Unterschlupf bietet und mit seinen Kontakten zur kriminellen Unterwelt Berlins weiterhilft. Auf Jans Seite schlagen sich auch die Pathologin Zoe sowie der IT-Experte Max. Das ungleiche Ermittlerteam folgt verschiedensten Spuren, tappt aber die meiste Zeit ziemlich im Dunkeln, ebenso der Leser.

Irgendwann drängte sich mir ein gewisser Verdacht auf, geriet dann aber im weiteren Verlauf wieder in Vergessenheit, denn es gibt so viele Verdächtige und die Spuren, die zum sicher geglaubten Täter weisen, führen dann doch immer wieder in die Irre, bis es endlich zum spannenden Finale kommt.

Inzwischen ist bereits der zweite Fall für und mit Jan Tommen und seinem ungewöhnlichen Team erschienen und ich bin gespannt auf ihre neuen Ermittlungen – Abwechslung ist bei dieser Truppe auf jeden Fall gegeben!
Liebe Grüße
Dani

Offline AlexH

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@Spatzi79: Danke für deine Rezi und fürs einstellen. :)

Offline Rhea

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Nun endlich schaffe ich es, meine Rezi hier einzustellen. Entschuldigt die Verspätung.

"Bis alle Schuld beglichen" und nicht eher...

Dieser Krimi hat mich angenehm überrascht. Dabei erschien mir der Ausgangspunkt nicht neu: ein Kriminalkommissar, der selbst  zum Tatverdächtigen wird, alle Beweise sprechen gegen ihn und er ermittelt dann auf eigene Faust.
Was also hat mich überrascht? Was ist an dieser Geschichte so anders? Da ist zunächst die Tatsache, dass der Protagonist sich selbst nicht sicher ist, ob er die Tat nicht doch begangen hat, denn er kann sich an die Tatzeit nicht erinnern. Es fehlt ihm ein ganzer Tag in seiner Erinnerung. Dann ist da sein Chef,  ein absolut realistisch wirkender Charakter. Seine Entscheidungen sind immer nachvollziehbar. Überhaupt gab es im Buch keine Stelle, an der ich das Bedürfnis hatte, jemandem zu sagen: „Hör doch mal zu! Denk doch mal nach! Hab Vertrauen!“ Ich als Leser wusste nicht mehr als die handelnden Charaktere im Buch. Für sich genommen kommt dies vielleicht in dem einen oder anderen Krimi vor, aber hier war alles „rund“. Die Entscheidungen des Chefs haben mir imponiert und fallen m.E. aus dem üblichen Schema (Chef hält zum Untergebenen und lässt ihn machen oder Chef lässt Untergenen fallen).
Auch die anderen Figuren sind interessant dargestellt. Natürlich war da der Hackerfreund, der in einem solchen Sujet nicht fehlen darf, aber dann hört das Klischee schon auf. Der Freund aus dem kriminellen Milieu ist kein Kleinkrimineller, der als Informant für sich was rausholen will und auch Zoe, die Gerichtsmedizinerin, passt in keines der bekannten Klischees. Sie ist für mich die überraschendste Figur im Buch gewesen. Trotzdem besteht  diese Truppe, die dem Kommissar hilft, nicht aus Übermenschen . Auf der anderen Seite sind die Kollegen, die den Fall offiziell lösen wollen, keine Trottel.
Besonders gefallen hat mir, dass der Autor seinen Lesern  zutraut, ausreichend Phantasie zu haben. Es genügt  ihm durchaus, die Morde nur so weit zu beschreiben, wie Informationen für den Fortgang der Geschichte notwendig sind. Der Leser wird verschont vom ausführlichen Auswalzen der blutigen Details des Tathergangs.
Damit bot mir das Buch ein spannendes Lesevergnügen, obwohl ich ziemlich zeitig dem Mörder auf der Spur war und trotz des mehr als erschütternden Hintergrunds auf dem sich der Krimi bewegt (was übrigens dazu führte, dass sich mein Mitleid mit den Opfern sehr in Grenzen hielt).

Fazit:
Ein gut geschriebener Krimi mit interessanten Figuren und ohne Effekthascherei. Gern lese ich mehr von dieser Art.

Vielen Dank für das gemeinsame Rätseln und Alexanders' Begleitung durch diese Geschichte einer Rache, die doch am Ende nichts ungeschehen machen kann.
« Letzte Änderung: 04. November 2014, 23:25:24 von Rhea »

Offline AlexH

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Danke, Rhea, für deine ausführliche Besprechung und Teilnahme. Freut mich, dass dir die Figuren gefallen haben.

 

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