Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 1324 mal)

Offline Dani

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Anbei meine Rezension, die auch noch zu amazon, etc kommt!

Kim und Jacob begegnen sich in der Berliner S-Bahn. Da er einer der wenigen Menschen ist, die nicht nur auf ihr Smartphone starren, spricht sie ihn an. Sie unterhalten sich über die Stadt und Jacob gibt zu, dass er Berlin eigentlich gar nicht besonders leiden kann. Kim ist entsetzt, denn sie liebt ihre Stadt. Spontan überredet sie ihn, ihr einen Tag Zeit zu geben, damit sie ihm zeigen kann, wie schön Berlin ist. Obwohl Jacob am nächsten Tag für ein Jahr nach Brasilien fliegen wird, steigt er mit ihr aus und sie verbringen einen unvergesslichen Tag miteinander!

Das Buch ist zwar an eine jugendliche Zielgruppe gerichtet, aber auch ich als Erwachsene habe mich bestens unterhalten gefühlt und die beiden unterschiedlichen Protagonisten sehr gerne auf ihrem Weg durch die Stadt begleitet. Ich persönlich kenne Berlin nur als Touristin, bei meinem nächsten Besuch nehme ich das Buch mit und schaue mir einige der beschriebenen Orte an, das habe ich mir fest vorgenommen!
Ein bisschen hat mich das Buch an den Film „Before Sunrise“ erinnert, auch wenn der natürlich in Wien spielt. Aber die Idee, zwei Fremde treffen aufeinander und ziehen stundenlang durch eine Stadt, bevor sie sich für immer – oder zumindest für eine lange Zeit – wieder trennen, ist ähnlich.

Kims offene Art, die Dinge um sich herum wahrzunehmen, hat mir sehr gut gefallen. Jacob ist etwas zurückhaltender, aber gerade diese Gegensätze zwischen den beiden Protagonisten, die aus ganz unterschiedlichen Ecken der Stadt stammen und einen sehr unterschiedlichen familiären Hintergrund haben, macht es so interessant, wie sie die Welt wahrnehmen und mit ihr umgehen.

Da die Geschichte abwechselnd aus ihren beiden Perspektiven erzählt wird, kommen einem beim Lesen beide sehr nahe und es macht einfach Spaß, ihre Gedanken und ihren Weg durch Berlin mitzuerleben und nachzuverfolgen!
Liebe Grüße
Dani

Offline JanaBabsi

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Eine Führung durch Berlin – aus Sicht der 17jährigen Kim

Jacob und Kim fahren mit der S-Bahn durch Berlin. Und obwohl die Beiden das Gleiche tun, tun sie es doch auf unterschiedliche Art und Weise. Kim liebt Berlin, Jacob findet Berlin schrecklich. Er schaut aus dem Fenster um sich von Berlin zu verabschieden weil er morgen für 1 Jahr nach Brasilien gehen wird.

Gerade die Tatsache, daß Jacob aus dem Fenster schaut und nicht – wie fast alle anderen Mitreisenden – auf sein Smartphone, macht ihn für Kim interessant, außerdem sieht er auch optisch gar nicht so schlecht aus. Sie fasst sich ein Herz und spricht ihn an. Als sie erfährt wie schrecklich Jacob Berlin findet, treffen sie ein Übereinkommen. Jacob muss mit Kim die S-Bahn verlassen, dafür zeigt sie ihm „ihr Berlin“.

Sie haben 24 Stunden Zeit bis sein Flieger nach Brasilien abhebt.

Fazit:

Das Buch ist als Jugendbuch deklariert mit einer Altersangabe ab 14 Jahren.
Dass man sich auch in Jugendbüchern als Erwachsener richtig wohl fühlen kann, habe ich in diesem Jahr schon öfter feststellen dürfen. Auch in Patrycja Spychalskis „Bevor die Nacht geht“ wurde ich sehr gut unterhalten.

Kim und Jacob könnten unterschiedlicher nicht sein. Kim kommt aus einfachen Verhältnissen und lebt mit ihrem Vater in Berlin-Wedding. Jacob kommt aus wohlhabendem und sehr behütetem Elternhaus, das in Berlin-Dahlem steht. Kim ist aufgeschlossen, fast schon vorlaut und neigt in einigen Situationen zu überschießenden Reaktionen ohne auf die Konsequenzen zu achten. Jacob ist zurückhaltend, schüchtern und sehr vorsichtig.

Das Buch wird aus der Sicht beider Protagonisten in der Ich-Form erzählt. In jedem Kapitel wird die Perspektive gewechselt, was das Buch sehr abwechslungsreich macht. Auf diese Art und Weise bekommt man immer wieder die Gedanken von Kim und Jacob mit.

Die Beiden ziehen 24 Stunden durch Berlin und Kim zeigt Jacob die Stadt, wie er sie noch nie gesehen hat. In diesen 24 Stunden kommen sie sich aber auch menschlich näher. Was daraus wird und ob Jacob tatsächlich den Flieger nach Brasilien nimmt, das verrate ich jedoch nicht.

Ich liebe die Farbe Blau und deswegen hat mich das Cover sofort angesprochen.

Die Story um Kim und Jacob ist nicht rasend spannend aber es macht Spass die Beiden auf ihrer Tour zu begleiten. Da ich Berlin nicht kenne konnte ich mir kein Bild davon machen wo sie gerade sein könnten – aber das Buch weckt definitiv die Lust darauf sich Berlin anzuschauen. Aber nicht mit einer normalen Stadtkarte sondern mit der Karte die sich im Buch befindet und alle Plätze zeigt die Kim und Jacob ansteuern.

Da Patrycja Spychalski in Berlin lebt, gibt es diese Plätze tatsächlich.

Wir sehen uns in Berlin !

Leserunde:

Herzlichen Dank liebe Patrycja für die Begleitung der Leserunde und die Einblicke in Berlin.
Danke auch für das Rezensionsexemplar vom cbt-Verlag !!

Danke an meine MitleserInnen für den Austausch.

Meine Rezension wird in den nächsten Tagen noch auf anderen Platformen eingestellt.
Ich ergänze morgen wo ich überall gestreut habe. Jetzt muss ich ins Bett.  :-[
Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

Mein Buchblog: Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie

Offline smyrill

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So, hier nun eeeendlich meine Rezi.
Auf dem Rechner ist sie schon eine Weile udn nun hab ich auch die passende Internetverbidnign um sie hier zu posten (ohne sie am Smartphne tippen zu müssen)

Von diesem Buch geht eine ganz besondere Atmosphäre aus…  Es war einfach toll, es zu lesen !!
Die Geschichte an sich ist einfach süß, die beiden „Jungerwachsenen“ die nur einen einzigen Tag haben um sich kennenzulernen, diese „möglicherweise Liebe auf den ersten Blick“ mit der sie nun irgendwie umgehen müssen, mit der Aussicht darauf, in 24 Stunden (oder so) sehr weit getrennt zu werden.
Dazu dann die beiden total sympathischen Charaktere, Kim und Jacob, die mit beide direkt ans Herzgewachsen sind und mit denen ich schon direkt nach den ersten Sätzen glücklich war, den Tag in Berlin verbringen zu dürfen. 
Und die Kulisse Berlin… eine Stadt die ich sowieso mag (sofern ich Landei eben Stadt „mag“ ;) ) und die hier auch einfach sehr nett und individuell beschrieben wurde. Das macht direkt Lust, hinzufahren und mit dem Buch die Strecken und Stationen abzuklappern !
Alles zusammen dann ein Buch, das man im Grund ein einem Rutsch durchlesen müßte und bei dem man traurig ist, das es zuende ist.
Mir hat das Ende übrigens sehr gut gefallen.
Die Leserunde hat Spaß gemacht, vielen Dank an alle Mitleser und vor allem auch an Patrycja für die nette Begleitung !

P.S. Ich mußte ja dann direkt noch ein Buch von Dir lesen, Patrycja, weil dieses so toll war ! „Fern wie Sommerwind“ hat mir auch sehr gut gefallen, es hat auch so etwas „Besonderes“ und auch diesen locker flockigen und… hm… „eindringlichen, lebendigen“ Stil. Und auch wieder so sympathische Protagonisten.
Bei einer weiteren Leserunde mit Dir wäre ich auf jeden Fall gerne dabei !!

Offline Lovelysecrets

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Inhalt

An einem Samtagmorgen trittt Jacob in der Berliner S-Bahn die außergewöhnliche Kim. Es ist die Liebe auf den ersten Blick. Jacob mag Berlin gar nicht. So überredet Kim ihn, ihm ihre Lieblingsorte zu zeigen. So gehen sie gemeinsam an die schönsten Orten Berlins. Doch ihnen bleibt nur ein einziger Tag und somit auch eine Nacht, denn Jacob hat vor, am nächsten Tag Berlin für ein Jahr zu verlassen.




Meinung

Mit "Bevor die Nacht geht" habe ich nicht nur viele romantische Momente zwischen Kim und Jacob miterlebt, sondern auch etwas von Berlin gesehen. Der Einblick in die unterschiedlichsten Orten Berlins ist wunderschön gewesen. Sie sind lebendig und bildhaft beschrieben, sodass ich beim Lesen das Gefühl bekommen habe, dass ich selbst Berlin besichtige. Es ist wie eine Reise durch Berlin, Stück für Stück lernt man sie kennen.

An dem Schreibstil ist nichts zu bemängeln. Ich konnte das Buch einfach lesen. Der Sprachgebrauch ist leicht gehalten und somit auch für jeden Leser verständlich. Besonders schön finde ich den Perspektivenwechsel. Die Geschichte wird nämlich aus Kims und Jacobs Perspektive erzählt. Dementsprechend lernt man die Charaktere besser kennen und guckt sozusagen in ihre Köpfe rein. Sie kommen einem viel zugänglicher als sonst.

Die beiden Protagonisten Kim und Jacob sind gegensätzlich. Kim ist eine ehrliche und offene Person. Sie ist direkt und sagt auch ihre Meinung. Obwohl sie aus einem sozialschwachen Gegend kommt, zeigt sie dennoch viel Freude und Spaß am Leben und hat eine optimistische Sichtweise. Das wird vor allem durch ihr Verhalten und ihre Aussagen deutlich. Sie schätz das Berliner Leben und ist auch häufig abenteuerlustig. Besonders ihre Lieblingsorte liegen ihr im Herzen.
Jacob hingegen ist eher schüchtern und zurückhaltend. Er hat eine gelassene, lässige Art und verhält sich auch ruhig. Er mag Berlin nicht. Die Stadt ist für ihn langweilig und nichts Besonderes. Hinzu kommt noch, dass er viel bemuttert wird. Daher will er die Flucht ergreifen und weit weg von Berlin sein. Doch an seinem letzten Tag lernt er Kim kennen. Wird es eine Zukunft für die beiden geben?

Das Ende der Geschichte ist keineswegs klischeehaft. Es passt ganz gut zum Ganzen und macht auch die Geschichte realistischer. Die Geschichte kann zwar so stehen bleiben, aber ich persönlich würde mich auf eine Fortsetzung freuen.



Fazit

Ein wunderbares Buch für zwischendurch, bei dem man nicht nur gut unterhalten wird, sondern auch die schönen Orte von Berlin kennen lernt.

 

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