Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 1225 mal)

Offline Dani

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß zeitnah euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!
Liebe Grüße
Dani

Offline Lerchie

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Da cih das Buch bereits vorher schon mal gelesen hatte, hatte ich natürlich auch ein Rezi geschrieben. Und ich schreibe die Rezis, wie ich sie lesen möchte. Ich WILL etwas vom Inhalt verraten bekommen, denn ich muss doch auf ein Buch neugierig werden. Aber ich weiß, dass das hier nicht erwünscht ist und habe somit meine Rezi etwas überarbeitet. Hies ist sie:

Durch einen dummen Zufall hörte Ellin von der Verschwörung gegen den Erzbischof. Als sie floh, musste ihre Mitschwester ihr Leben lassen. Der Graf, der an der Verschwörung beteiligt war, ließ sie verfolgen und sie war in großer Gefahr.  Doch auch Freunde fand sie auf ihrem Weg, Freunde, die für sie ihr Leben ließen. Ellin wollte mehr als einmal aufgeben, doch dann sagte sie sich immer wieder, dass diese Tat gesühnt werden muss. Zwar versprach ihr der neue Erzbischof sie nicht gleich wieder ins Kloster zu stecken, aber Ellin hatte Angst, denn auch die Männer Molenarks konnten sie nicht wirklich beschützen. Und so floh sie mit ihrer Freundin immer weiter….
Werden die Verbrecher, die den alten Erzbischof auf dem Gewissen haben gefasst werden? Wird Ellin entkommen? Wird sie gegen den Grafen aussagen können? Und vor allem, wird sie wieder im Kloster landen? Oder wird sie die Liebe ihres Lebens finden? Dass alles erfährt der Leser dieses Buches. 
Caren Benedikt hat hier in ihrem dritten historischen Roman wieder richtig Spannung hineingepackt. Das Buch hat mich gefesselt von Anfang bis Ende, ich mochte es gar nicht aus der Hand legen. Ich habe mit Ellin gelitten und mich mit ihr gefreut. Das Buch hat mir, wie die beiden vorherigen historischen Romane von Caren Benedikt, sehr gut gefallen und bekommt von mir fünf fette Sterne und natürlich eine Leseempfehlung!

Ich habe meine Rezi auch bei Was liest Du gepostet, allerdings ist die schon älter und etwas erweitert. Das hier ist der Link dazu:
http://wasliestdu.de/rezension/wird-ellin-als-zeugin-aussagen


Die Leserunde hat mir sehr großen Spaß gemacht. Es war schön, die Meinung der anderen zu hören und ich denke, wir haben nicht nur in einem Punkt die gleiche geteilt. Die Leserunde ist für mich auch noch nicht ganz zu Ende, denn ich werde jeden Tag reinschauen und gegebenenfalls meinen 'Senf' dazugeben.
Liebe Grüße
Lerchie

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Nur wer aufgibt hat schon verloren

Offline Rosenprinzessin

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Auch ich möchte mich herzlich bedanken für diese schöne Leserunde und das wunderbare Buch! Es hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht, mit Euch zu lesen!  :winken:

Zum Buch:

Hattingen 1225: Die junge Novizin Ellin hört zufällig mit an, wie eine Verschwörung gegen den Erzbischof von Köln geplant wird. Sie wird entdeckt und muss fliehen. Ihre Flucht führt sie u.a. nach Bremen, wo sie sich als Kerzenzieherin ihren Lebensunterhalt verdient. Ellin lernt viele Menschen kennen und schließt gute Freundschaften, doch dann wird sie von den Verschwörern entdeckt und muss wieder fliehen.

Mein Leseeindruck:

Als Freund von Historischen Romanen war ich auf diesen sehr gespannt, denn ich habe schon viel Gutes darüber gehört bzw. gelesen. Und ich kann mich den positiven Meinungen nur anschließen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Ellin auf ihrem langen Weg zu begleiten.

Caren Benedikt schreibt sehr flüssig und bildhaft; die Geschichte von Ellin ist sehr leicht zu lesen, dabei ist sie aber gleichzeitig auch sehr intensiv und tiefgreifend.

Das Buch hat über 600 Seiten, und jede einzelne von ihnen ist spannend und unterhaltsam. Langeweile kommt nicht auf, denn Ellin erlebt vieles und lernt immer wieder neue Menschen kennen. Auch gibt es immer wieder sehr überraschende Wendungen in der Geschichte.

Dir Figuren sind sehr gut ausgearbeitet; ich konnte mir von allen ein gutes Bild machen. Sowieso sorgt dieses Buch für ein tolles Kopfkino!

"Die Kerzenzieherin" ist mit Sicherheit nicht das letzte Buch von Caren Benedikt, welches ich lese. Ich freue mich auf weitere Bücher von der Autorin!
Lesen aus Leidenschaft

Offline odenwaldcollies

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Hattingen 1225: Die junge Novizin Ellin wird ungewollt Zeugin einer Verschwörung und wird dabei entdeckt. Sie versucht, ihre Äbtissin von dem Komplott zu berichten, aber zu spät: der Erzbischof von Köln wird Opfer eines mörderischen Hinterhalts. Nun sind die Täter hinter der einzigen Zeugin her, die sie an den Galgen bringen kann. Ellin muß fliehen und hofft, irgendwo unerkannt ein neues Leben beginnen zu können; immerhin hat sie im Kloster das Handwerk des Kerzenziehens gelernt. Doch ihre Verfolger geben nicht auf.

Meine Meinung:
Daß die Autorin unter einem anderen Namen Kriminalromane schreibt, merkt man diesem Buch an: die Flucht von Ellin aus der Burg der Verschwörer und ihre Verfolgung ist spannend und packend beschrieben. Auf ihrer Flucht begegnet sie Menschen, die so liebenswert und hilfsbereit sind und die man so gar nicht im finsteren Mittelalter vermuten würde. Leider geht die Autorin nicht immer zimperlich mit den Charakteren um, so daß sie mich mit mancher Wendung überrascht und schockiert hat. Ich konnte bis beinahe zum Schluß nicht sagen, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln würde, ob sich meine Hoffnungen erfüllen oder zerschlagen.

Auch ohne die spannenden Elemente hat mich Ellins Geschichte fesseln können, wenn sie versucht, in fremden Dörfern und Städten Fuß zu fassen – und sie dabei unerwartete Unterstützung oder Fallstricke erwarten. Ein Höhepunkt dieses Romans sind für mich seine liebevoll gezeichneten Figuren, die man zum Großteil einfach ins Herz schließen muß. Ellin ist als junge Novizin sehr verunsichert, als sie sich außerhalb der Klostermauern durchschlagen muß. Bisher wurde ihr das Leben dort draußen als nicht sehr erstrebenswert dargestellt, voller Menschen, die nur an ihren eigenen Vorteil denken. Umso erstaunter ist sie, als sie die gegenteilige Erfahrung macht, was sie in ihren Zweifeln bestärkt, ob das Leben als Nonne wirklich das Richtige für sie ist.

Neben den Dorfbewohnern von Selete hat mir Berblin besonders gut gefallen: sie nimmt Ellin unter ihre Fittiche und gibt ihr mehr als einmal den nötigen Schubs, ihr neues Leben in die eigene Hand zu nehmen.

Ein weiterer interessanter Charakter ist der neue Erzbischof Heinrich von Molenark, der von Kaiser und Papst beauftragt wurde, den Mord an seinem Vorgänger aufzuklären. Als er von Ellin als Zeugin erfährt, setzt er alles daran, den Schergen der Verschwörer zuvorzukommen, um Ellins Leben zu schützen. Nicht immer hat er meine Zustimmung bei seinen Plänen, aber er nimmt seinen Auftrag sehr ernst, außerdem ist er ein gerechter Erzbischof, dem es nicht nur um die eigene Bereicherung geht.

Sehr gut haben mir aber auch die Beschreibungen z.B. von Bremen gefallen, die eine besondere Atmosphäre gezaubert haben und nicht nur Ellin staunen ließen.
Die Kerzenzieherin war mein ersten Buch von Caren Benedikt, aber ganz sicherlich nicht mein letztes – eine gelungene Mischung aus historischen Fakten und Fiktion.

Zur Leserunde:
Mir hat die gemeinsame Leserunde sehr viel Spaß gemacht - ein herzliches Dankeschön an dich, liebe Caren, daß du diese Runde so toll begleitet hast  :winken: Ich würde mich freuen, wenn wir uns hier wieder lesen würden, egal ob zu einem Krimi oder historischen Roman. Nun aber wandern erstmal deine früheren historischen Romane auf meine Wunschliste.

Meine Rezension erscheint bei:
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Liebe Grüße
Karin

Offline Vorleser

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Die Leserunde war interessant und gut begleitet, vielen Dank dafür an alle, besonders an Caren.  :)

Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 1225. Die junge Novizin Ellin hört zufällig ein Komplott an, wird entdeckt und muss fliehen.

Unter großen Schwierigkeiten und mit viel Unterstützung von hilfsbereiten Menschen, schafft sie es, ihren Verfolgern zu entkommen.

Nachdem sie eine Aussage gemacht hat, sind nicht nur die Verschwörer, sondern auch die Kirche hinter ihr her, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven.

Es gelingt ihr nicht, irgendwo sesshaft zu werden, denn sie wird überall schnell entdeckt und muss wieder fliehen.


Meine Meinung:

Das Buch fing sehr spannend an. Die ersten Stationen auf Ellins Fluchtweg waren einleuchtend; aber je länger sie unterwegs war, desto unglaubwürdiger wurde es alles für mich. Es gab auch für meinen Geschmack viel zu viel Gewalt, Mord und Totschlag, kontrastiert von aufopfernder Hilfsbereitschaft völlig Fremder, denen sie zufällig über den Weg lief.

Zum Schluss sah man ständig zurück über seine Schulter (metaphorisch), und versuchte zu erraten, wer wohl als nächstes gefoltert, verstümmelt und umgebracht wird. Natürlich erzeugt das auch eine gewisse Spannung, aber man stumpft auch ab, wenn es zu viel des Guten ist. Am Ende war es mir ziemlich gleichgültig was mit den Figuren noch passieren würde.

Schön fand ich die historischen Fakten die sehr geschickt eingebaut sind, so habe ich zum Beispiel nie gewusst, dass Bremen mal ein Erzbistum war.
Auch die´Idee mit der Kerzenherstellung war faszinierend, wenngleich es diese Art von Kerzen vermutlich nie gegeben hat.

Andere Handwerksarten werden auch kurz vorgestellt, zum Beispiel das Bürstenbinden, und das Tuchweben.

Wenn man sich für gelebte Geschichte interessiert, und ein gesundes Phlegma hat was die Darstellung von Gewalt anbelangt, wird man von diesem Buch sicherlich nicht enttäuscht.



There's no life before coffee.

Offline dodo

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Norddeutschland, 13tes Jahrhundert: Die Novizin Ellin lebt seit ihrer Kindheit im Kloster. Bei einer Kerzenlieferung in der nahe gelegenen Burg Isenberg belauscht sie unabsichtlich eine Verschwörung gegen den Erzbischof von Köln. Von den Rädelsführern entdeckt, muss sie um ihr Leben laufen. Sie versucht in einer Stadt unterzutauchen und sich ein neues Leben aufzubauen. Ihre Häscher sitzen ihr dabei immer im Nacken, denn Ellins Wissen kann sie an den Galgen bringen.

Caren Benedikt verwebt einen realen Kriminalfall im Mittelalter gekonnt mit einem historischen Roman. Beim Lesen merkt man die genaue Recherchearbeit und auf den letzten Seiten findet sich sogar ein Anhang mit weiterführender Literatur. Die vorkommenden Personen hatten größtenteils verschiedene Facetten und wirkten daher nicht eindimensional. Sogar den Bösewichten konnte man bis auf eine Ausnahme ihre manchmal kleinen, aber doch vorhandenen guten Seiten nicht absprechen. Auf der anderen Seite schmiedet Berblin, eine der großen Sympathieträgerinnen des Romans, gemeinsam mit den Bewohnern des Dorfes Selete mit Begeisterung einen Mordplan, um Ellin, sich und das Dorf verteidigen zu können.

Der für mich faszinierendste Charakter war der neue Erzbischof von Köln, Heinrich von Molenark. Er ist aufgrund seiner Position ein Machtmensch, der das Verbrechen an seinen Vorgänger mit allen Mitteln aufklären will. Auch wenn man mit seinen Plänen und Entscheidungen aus der heutigen Sicht nicht immer einverstanden ist, hat er doch sein Herz am rechten Fleck und steht zu seinem Wort.

Den Handlungsstrang um den Tuchmacher Jerg fand ich im Hinblick auf das Ende unnötig aufgebauscht und entbehrlich. Überhaupt war mir das Finale zu süß im Abgang, hier wäre für mich weniger mehr gewesen.

Fazit: Ein gut recherchierter historischer Roman mit Höhen und Tiefen.



Zur Leserunde:
Vielen lieben Dank an alle für die netten Diskussionen während der Leserunde und besonders an dich, Caren, dass du Runde mit so viel Engagement begleitet hast.  :winken:

Offline Caren Benedikt

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Die Leserunde war interessant und gut begleitet, vielen Dank dafür an alle, besonders an Caren.  :)

Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 1225. Die junge Novizin Ellin hört zufällig ein Komplott an, wird entdeckt und muss fliehen.

Unter großen Schwierigkeiten und mit viel Unterstützung von hilfsbereiten Menschen, schafft sie es, ihren Verfolgern zu entkommen.

Nachdem sie eine Aussage gemacht hat, sind nicht nur die Verschwörer, sondern auch die Kirche hinter ihr her, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven.

Es gelingt ihr nicht, irgendwo sesshaft zu werden, denn sie wird überall schnell entdeckt und muss wieder fliehen.


Meine Meinung:

Das Buch fing sehr spannend an. Die ersten Stationen auf Ellins Fluchtweg waren einleuchtend; aber je länger sie unterwegs war, desto unglaubwürdiger wurde es alles für mich. Es gab auch für meinen Geschmack viel zu viel Gewalt, Mord und Totschlag, kontrastiert von aufopfernder Hilfsbereitschaft völlig Fremder, denen sie zufällig über den Weg lief.

Zum Schluss sah man ständig zurück über seine Schulter (metaphorisch), und versuchte zu erraten, wer wohl als nächstes gefoltert, verstümmelt und umgebracht wird. Natürlich erzeugt das auch eine gewisse Spannung, aber man stumpft auch ab, wenn es zu viel des Guten ist. Am Ende war es mir ziemlich gleichgültig was mit den Figuren noch passieren würde.

Schön fand ich die historischen Fakten die sehr geschickt eingebaut sind, so habe ich zum Beispiel nie gewusst, dass Bremen mal ein Erzbistum war.
Auch die´Idee mit der Kerzenherstellung war faszinierend, wenngleich es diese Art von Kerzen vermutlich nie gegeben hat.

Andere Handwerksarten werden auch kurz vorgestellt, zum Beispiel das Bürstenbinden, und das Tuchweben.

Wenn man sich für gelebte Geschichte interessiert, und ein gesundes Phlegma hat was die Darstellung von Gewalt anbelangt, wird man von diesem Buch sicherlich nicht enttäuscht.

Ach schade! Leider lese ich heraus, dass dich das Buch nicht überzeugen konnte.

Offline Vorleser

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Ach schade! Leider lese ich heraus, dass dich das Buch nicht überzeugen konnte.

Mach dir nichts draus.  :trost:

Vielleicht war es für mich einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Es gibt ja immer so Phasen wo man auf Dinge anders reagiert als man früher oder später eventuell reagiert hätte. Wer weiß, vielleicht lese ich es in ein paar Jahren noch mal und wundere mich über mein Geschreibsel von heute? :)
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Fluse

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Zunächst freue ich mich, dieses Forum gefunden zu haben und dass ich bei meinem ersten Versuch im Lostopf Glück hatte und mit Euch diskutieren durfte. Danke will ich auch Dir, liebe Caren, sagen, dass Du Dir die Zeit genommen hast, Dich hier mit uns auszutauschen.

Hier nun mein Leseeindruck:

Ich bin ein großer Fan von historischen Krimis, in denen es natürlich auch um Liebe, Verrat, Verschwörung geht und in denen es spannend, nicht zu langatmig und in einer bildhaften Schreibweise zugeht.

Es geht um die Geschichte der Novizin Ellin, die unfreiwillig Zeugin eines Komplotts gegen den Erzbischof von Köln wird und gezwungen ist zu fliehen. Ihr gelingt die Flucht ... eine wahre Odyssee beginnt für sie. Auf ihrer Flucht begegnet sie Menschen, deren Hilfe sie sich sicher sein kann, die aber immer nur von kurzer Dauer ist, da ihre Verfolger nicht ruhen. Denn sie haben nur ein Ziel, die einzige Zeugin aufzuspüren und zu beseitigen ... Gelingt es Ellin, sich ein Leben ohne Verfolgung aufzubauen?

Dieses Buch hat so ziemlich von allem etwas, es ist flüssig, aber hier und da doch etwas langatmig, es ist bildhaft und spannend, aber es häufen sich auch die Zufälle und somit ist es manchmal vorhersehbar und dennoch wird man beim Lesen überrascht. Die Geschichte ist schlüssig, der Kreis schliesst sich, man verliert nie den Faden und wird nicht überfrachtet von historischen Fakten und Daten. Wenn ich sage, dass das Buch ein Happy End bereithält, hab ich dann zuviel verraten? Ich glaube nicht, denn jeder hat ja andere Vorstellungen von einem Happy End. Ich musste hier und da schmunzeln, zitterte mit und war am Ende des Buches traurig, mich verabschieden zu müssen ... was will der Leser mehr?

Ich habe meine Rezension bei Amazon und bei Lovelybooks gepostet.
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2014, 11:07:57 von Fluse »

Offline Lunas Leseecke

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Hallo ihr Lieben,

ersteinmal noch vielen Dank an euch und natürlich an Caren für diese tolle Leserunde. Ich habe ja recht kurzfristig entschieden, dass ich vielleicht doch mal wieder Lust auf einen historischen Roman hätte, und ich wurde nicht enttäuscht. "Die Duftnäherin" wandert dann jetzt auch mal direkt auf meine Wunschliste :-)

Meine Meinung zum Buch:

Die junge Novizin Ellin belauscht auf Burg Isenberg unabsichtlich, wie der Graf und seine Kumpane die Entführung des Erzbischofs zu Köln planen. Als diese sie bemerken, kann sie nur mit Mühe und Not entkommen und befindet sich plötzlich auf einer Flucht ins ungewisse. In dem kleinen Dorf Selete trifft sie auf die gutmütige Berblin, die sie bei sich aufnimmt. Dort beginnt Ellin, mit dem Kerzenziehen. Doch ihre Verfolger sind ihr dicht auf den Fersen, denn Ellin stellt als einzige Zeugin eine zu große Gefahr für sie dar. Und so ist Ellin abermals gezwungen, zu fliehen.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines übergeordneten Erzählers erzählt. Dabei wechselt das Geschehen zu den verschiedenen Protagonisten, darunter natürlich Ellin, aber auch Graf Friedrich von Isenberg und der neue Erzbischof Molenark. Dadurch war die Handlung sehr dynamisch, und man wusste auch, was die anderen Parteien so treiben. Besonders die Szenen bei Ellins Verfolgern fand ich immer sehr interessant, danach hat man mit Ellin noch mehr mitgefiebert, weil man wusste, wie dicht ihre Häscher schon auf ihren Fersen sind.

Die Charaktere sind sehr divers. Unsere Hauptprotagonistin Ellin ist als Waise im Kloster aufgewachsen, zweifelt jedoch daran, ob der Weg als Nonne wirklich der richtige für sie ist. Als sie das Gespräch belauscht, ist ihr gleich klar, dass sie dies melden muss, und selbst als sie bereits auf der Flucht ist, ist es ihr Ziel, die Übeltäter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Ihr junges Alter und ihre Naivität merkt man ihr besonders am Anfang sehr an und es wird schnell deutlich, wie behütet sie im Kloster aufgewachsen ist. Insgesamt hat sie auf ihrer Flucht unglaublich viel Glück gehabt, denn gerade in der damaligen Zeit hätte es viel schlimmer für sie enden können. Zum Glück ist nicht jeder, der ihr begegnet, ein schlechter Mensch.

Weitere wichtige Charaktere sind natürlich Graf Friedrich, der hauptsächlich durch seine Gier glänzt, sowie der neue Erzbischof von Köln, Heinrich Molenark. Dieser ist durch und durch ein Kirchenmensch, aber einer, von der guten Sorte, der tatsächlich auch noch die Bescheidenheit kennt, und sich nicht wie ein Goldesel bepackt. Ganz essentiell für die Geschichte ist auch Ellins Freundin Berblin. Sie war mein Lieblingscharakter, weil sie einfach eine starke Frau ist, die sich auch in einer männerdominierten Welt alleine durchschlagen kann. Eine klasse Person.

Die Story war insgesamt gut durchdacht und blieb die meiste Zeit spannend. Ellin bekommt nicht viel Zeit zum Luftholen. Ihre Verfolger sind ihr immer dicht auf den Fersen und haben auch kein Problem mit Gewalt und Mord. Zwischenzeitlich habe ich mich ein klein wenig gewundert, wie viel Glück Ellin doch auf ihrer Flucht hat. Ein klein bisschen weniger hätte es auch getan, insgesamt haben sich gute und schlechte Erfahrungen aber einigermaßen die Waage gehalten. Besonders spannend fand ich die geschickte Verwebung von Tatsache und Fiktion, denn die Verschwörung um den Tod des Erzbischofs von Köln gab es wirklich, ebenso wie einige andere der vorkommenden Charaktere und Orte.

Fazit

Die Kerzenzieherin ist ein spannender historischer Roman mit  starken Charakteren und einer interessanten Handlung, die sogar einige Krimi-Elemente aufweist. Der Schreibstil ist fließend und lässt einen mitfiebern. Insgesamt ein tolles historisches Lesevergnügen mit einem wahren Kern.


 :blume: :blume: :blume: :blume:

Die Rezension auf meinem Blog: http://lunasleseecke.blogspot.de/2014/10/rezension-die-kerzenzieherin.html
Am Wochenende poste ich sie auch noch beim Lovelybooks, Wasliestdu, etc.
http://lunasleseecke.blogspot.de/
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Offline schlumeline

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Was lange währt, wird endlich gut. Hier kommt nun meine Rezension, die ich erst einmal hier einstelle und in den nächsten Tagen auch noch anderswo:

Die Novizin Ellin wird bei einem Besuch auf der Burg Isenberg im Jahre 1225 Zeugin einer geplanten Verschwörung. Sofort wird ihr klar, dass es hier einige feine Herren, insbesondere der Burgherr Friedrich, auf den Erzbischof von Köln abgesehen haben. Ellin wird entdeckt und befindet sich fortan auf der Flucht. Bevor es ihr gelingt jemanden vor dem geplanten Attentat zu warnen, ist es auch schon zu spät. Der Erzbischof ist tot.

Ellins Flucht und ihre Reise durchs Land sind von Glück und Leid geprägt. Einerseits ist sie froh dem Kloster entkommen zu sein, denn eigentlich war das nicht das Leben, welches sie sich auf Dauer gewünscht hat, andererseits ist sie nun ohne Hab und Gut unterwegs und auf die Gutmütigkeit anderer Menschen angewiesen. Davon aber trifft Ellin so einige und irgendwann ist es auch soweit, dass Ellin eine Aussage vor dem neuen Erzbischof von Köln macht und die Schuldigen der Verschwörung benennt. Damit aber wird das Leben für Ellin nicht leichter. Neben Friedrich, der natürlich verhindern will, dass Ellin eine Aussage vor Gericht macht, wird sie im weiteren Verlauf der Handlung auch noch von der Kirche in Person des neuen Erzbischofs Heinrich von Molenark gesucht, der Ellin viel lieber wieder in einem Kloster sehen würden, als im Leben außerhalb der Klostermauern. Dennoch lässt sich die junge Frau nicht entmutigen und wenn das doch einmal passiert, gibt es liebevolle Menschen in ihrem Umfeld, die Ellin in jeder Hinsicht unterstützen. Die junge Frau entdeckt auch schon recht schnell eine gute Einnahmequelle und so wird sie zur Kerzenzieherin.

„Die Kerzenzieherin“ ist eine Geschichte mit vielen Facetten. Caren Benedikt webt um das historische Ereignis „Ermordung von Erzbischofs Engelbert I.“ herum ihre Geschichte rund um Ellin. Mit dieser beschreibt sie das damalige Leben in Klöstern, auf Burgen und in Dörfern und Städten und die Situation der Frauen in dieser Zeit. Mit Ellin präsentiert die Autorin eine Protagonistin, die weiß was sie will und die an ihren Erfahrungen wächst. Sie hat Stärken und Schwächen, muss viele Niederlagen einstecken, zeigt aber immer wieder Stärke nach außen. So sei es ihr auch vergönnt, dass sie mit Hilfe vieler Zufälle immer wieder auf hilfsbereite Menschen trifft und auch erste Erfahrungen in der Liebe sammelt.

Insgesamt ist die Kerzenzieherin eine sehr schöne Wohlfühlgeschichte. Es gibt hier traurige Ereignisse, aber auch genügend Stellen zum Schmunzeln im Buch. Eine wirklich tolle Kombination!

Vielen Dank für die Runde hier, die mir sehr viel Freude bereitet hat. Die Geschichte hat mich verzaubert, auch wenn es stellenweise schon heftig zuging, aber das war ja nun einmal in der damaligen Zeit an der Tagesordnung. Danke auch an die Autorin Caren Benedikt für die Begleitung. Liebe Petra, das Buch war klasse!
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Offline claude20

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    • Claudes Schatzkiste
Hier noch meine Rezension, hat leider etwas länger gedauert, aber das Buch hat mich stark begeistert :)

Im Jahre 1225 belauscht die Novizin Ellin unfreiwillig ein geheimes Gespräch von Verschwörern. Ihr Wissen über ein Mordkomplott gegen den Erzbischof von Köln bringt Ellins bisheriges Leben komplett durcheinander, denn nun ist sie auf der Flucht und verbirgt sich vor ihren Verfolgern. Auf ihrem Weg legt sie ihr Novizinnengewand ab und entdeckt ihre wahre Berufung. Sie wird Kerzenzieherin und schon bald versucht sie sich ein neues Leben in Bremen aufzubauen. Doch leider sind ihre Verfolger hartnäckig und schon bald muss Ellin wieder um ihr Leben fürchten. Ihre Vergangenheit läßt sich nicht so schnell abschütteln und der Alptraum ist noch lange nicht vorbei.

Dieser historische Roman von Caren Benedikt hat mich sofort gepackt und nicht mehr losgelassen. Der Schreibstil der Autorin machte es mir leicht schnell in die gefährliche und aufregende Flucht von Ellin einzutauchen und ihren weiteren Weg auf sehr emotionale Weise mitzuverfolgen. Ellin ist ihren Weg konsequent gegangen und hat auf ihrer Reise nicht nur Freunde gefunden und wieder auf grausamste Weise verloren. Sie hat sich selbst und ihre wahre Berufung gesucht und dann auch tatsächlich gefunden. Schnell erkennt sie, dass der religiöse Weg nicht ihre Bestimmung sein kann. Ihre Flucht und die dabei entstandene Unruhe hatte nicht nur schlechte Seiten. Sie entwickelt auf ihrer unfreiwilligen Reise eine ganz neue Persönlichkeit.

Diese ganze Geschichte von Ellin hat mich von Anfang bis Ende komplett bewegt, gepackt und auch sehr gut unterhalten. Ich würde allen Fans von historischen und auch schicksalshaften Romanen dieses Buch nur zu gerne auf ihre Wunschliste setzen. Es lohnt sich wirklich sehr dieses Buch zu lesen und dabei unterhaltsame sowie spannende Stunden zu geniessen und dabei ins 13. Jahrhundert abzutauchen. Dieses Buch kann nur mit 10 Punkten bewertet werden und es bekommt natürlich eine Leseempfehlung von mir.

© claude

Danke das ich die Gelegenheit hatte das Buch hier zusammen mit Euch zu lesen. Meine Rezension ist auch noch hier zu finden:

LB: http://www.lovelybooks.de/autor/Caren-Benedikt/Die-Kerzenzieherin-1109639732-w/rezension/1121617066/
WLD: http://wasliestdu.de/rezension/das-buch-hat-mich-stark-gefesselt
Mein Blog: http://claudes-schatzkiste.blogspot.de/2014/11/die-kerzenzieherin.html
LG, Doreen

Offline Dani

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Hattingen, 1225. Die Novizin Ellin und eine Mitschwester werden unfreiwillig Zeuginnen, wie ein Mordkomplott gegen den Erzbischof von Köln geschmiedet wird. Sie werden entdeckt, die zweite Nonne stirbt, Ellin kann gerade noch flüchten. Zurück in ihr Kloster kann sie nicht, also muss sie die Gegend verlassen und fliehen. Doch ihre Häscher sind ihr immer weiter auf der Spur und so beginnt für die junge Frau eine wahre Odyssee, während der sie unglaubliche Grausamkeiten erlebt, aber auch auf viele freundliche und gütige Menschen trifft, die ihr in ihrer Not helfen und auf unterschiedlichste Art und Weise beistehen. Werden die Verschwörer am Ende gefasst und verurteilt, wird Ellin wieder ein angstfreies Leben führen können?

Dieser historische Roman liest sich streckenweise wie ein Krimi! Kein Wunder, denn die Autorin schreibt unter anderem Namen ja auch Kriminalromane. Von verstaubten Geschichtsfakten kann hier jedenfalls absolut keine Rede sein, Ellins Reise verläuft äußerst spannend von Hattingen über Bremen bis nach Lübeck und nebenbei lernt man als Leser noch einiges über die damalige Zeit und insbesondere den neuen Erzbischof, Heinrich von Molenark, der nicht ruhen will, bis er die Verantwortlichen für den Tod seines Vorgängers gefasst hat. Ellin begegnet auf ihrem Weg vielen unterschiedlichen Menschen und viele stehen ihr hilfreich zur Seite, allen voran die Witwe Berblin, die die jüngere Frau unter ihre Fittiche nimmt, mit ihr gemeinsam weiterreist und sie beschützt. Ohne die resolute und herzensgute Berblin wäre Ellin, die ja bisher aus ihrem Klosterleben nichts kennengelernt hat, oft völlig hilflos gewesen.

Insbesondere zu Beginn hat mich das Buch sehr gefesselt, und die Autorin lässt da einige höchst unerwartete Dinge geschehen, gute Menschen sterben und das Tempo der Erzählung ist ziemlich hoch. Gegen Ende waren es mir ein paar Zufälle zu viel, teilweise fand ich es unglaubwürdig, dass Ellin immer wieder gerade im passenden Moment den richtigen Menschen begegnet, die ihr helfen können und wollen. Insbesondere dann in Lübeck war es mir etwas zu viel des Guten und da ging mir manches zu schnell.

Insgesamt jedoch ein spannendes und unterhaltsames Lesevergnügen!
Liebe Grüße
Dani

 

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