Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 1569 mal)

Offline Eva Siegmund

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Offline Pfote2010

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Hallo zusammen,

hier nun auch meine Rezension. Mein Fazit zur Leserunde ist wie bisher gewohnt super  :) Vielen Dank an die Autorin und den Verlag und liebe Grüße auch an die Mitleser, es hat Spass gemacht mit euch  :winken:

Die Rezension findet ihr außerdem bei Amazon: http://www.amazon.de/review/R3MDW7TYLH31AG/ref=cm_cr_pr_perm?ie=UTF8&ASIN=3570163075

und in meinem Blog: http://blog.roxxstar.net/


Zum Inhalt:

Meleike lebt in der Ruinenstadt Adeva. Sie ist 15 Jahre alt und erlebt gerade das Mantei-Fest. Bei diesem Fest erhalten viele der 15-Jährigen eine Gabe. Doch nicht alle bekommen eine Gabe. Auch bei Meleike erscheint kein Mal am Handgelenk, was eine Gabe bedeutet. Erst durch eine tragische und konsequenzenreiche Entscheidung bekommt sie doch noch eine Gabe, größer als die der anderen und für Großes bestimmt. Fern der Stadt Adeva gibt es noch eine Person, dessen Schicksal mit Meleikes direkt verknüpft ist.

Meine Rezension:

Das Cover und die Qualität des Buches verdient definitiv eine volle Punktzahl, super schön und sehr edel. Normalerweise lasse ich in die Rezension noch mehrere möglichst neutrale Stellen des Inhalts einfließen, da jedoch auch auf dem Klappentext vieles offen gelassen wird, möchte ich hier darauf verzichten und beschränke mich auf meine Empfindungen beim Lesen.

Die Spannung im Buch empfand ich persönlich als mittelmäßig. Zu Anfang war es spannend, in der Mitte leider manchmal etwas langatmig und am Ende ging alles wieder Schlag auf Schlag. Ich war in den ersten Kapiteln erst einmal damit beschäftigt, die einzelnen Puzzleteile zusammen zu setzen bis schließlich alles einen Sinn ergab. Das fand ich sehr interessant und es hat wirklich Spass gemacht. Im weiteren Verlauf empfand ich manche Dinge jedoch nicht sehr schlüssig, beziehungsweise für mich als nicht logisch. Das waren aber nur vereinzelnde Sachen, die manch einem vielleicht gar nicht auffallen. Die Charaktere hätten mir auch noch etwas weiter ausgearbeitet sein können für meinen Geschmack. Der Schreibstil war an sich schon flüssig zu lesen, jedoch meiner Ansicht nach an manchen Stellen zu ausschweifend, an anderen, für mich wichtigen Stellen waren mir die Ausführungen zu knapp. Ebenso hätte ich mir am Ende noch weitergehendere Erklärungen und etwas mehr Zeit gewünscht, um die Geschichte „ausklingen“ zu lassen.

Alles in allem hatte ich mich sehr lange auf das Lesen dieses Buches in einer autorenbegleiteten Leserunde gefreut. Allerdings bin ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Andere Bücher des selben Genre haben mich da viel mehr mitgerissen. Die Story an sich ist top, jedoch hätte ich mir noch mehr Überraschungen und Wendungen gewünscht, sowie etwas mehr Tiefgang verschiedener Personen.
Viele Grüße
Andrea

Offline Aurian

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Hallo,

meine Eindrücke habe ich etwas sacken lassen und meine Rezi in Ruhe nochmal korregiert.

Vielen Dank an den Verlag für das schöne Buch, an Eva für die nette Begleitung der Leserunde und natürlich an meine lieben Mitleserinnen!

Inhalt
Die Handlung spielt in einer Welt, etliche Zeit nach dem 3. Weltkrieg. In ganz unterschiedlichen Städten, die wie zwei verschiedene Welten sind, leben Flynn und Meleike.

Meleike lebt in Adeva, einer Stadt aus Trümmern, in welcher die Menschen ein einfaches Leben führen. Doch ein Teil von ihnen hat besondere Gaben, wie z.B. Hellsehen oder Telepathie. Diese Welt wird durch einen Angriff aus Lum, der Stadt des Lichtes, bedroht. Als Meleike dies in einer Vision sieht, macht sie es sich zur Aufgabe das zu verhindern und die Menschen in Adeva zu beschützen.

Verbunden ist Meleikes Schicksal mit Flynn, der in Lum lebt. Dort ist alles modern und fortschrittlich und die Menschen dort haben keine besonderen Gaben. Doch bei Flynn zeigt sich eine Gabe, was ihn zu einem Verfolgten macht.
Ihm ist es bestimmt sich gemeinsam mit Meleike in das Abenteuer zur Rettung Adevas zu stürzen.

Meine Eindrücke
Besonders am Anfang hat mir das Buch gut gefallen. Die Idee mit den Gaben hat mich fasziniert und ich war gespannt, wie Meleike Adeva retten will und wann sie Flynn das erste Mal begegnet. Voller Phantasie und Gefühl beschreibt die Autorin wie die 15-jährigen in Adeva ihrer Gaben erhalten, wie verzweifelt Meleike war als sie leer ausging und was sich danach ereignete.

Sobald sich Flynn und Meleike jedoch auf den Weg nach Lum machten, tauchten Umgereimtheiten auf, die sich bis zum Ende hin immer mehr anhäuften. Das hat leider meine Lesefreude getrübt und meinen Lesefluss etwas gehemmt.

Über Lum, seine Einwohner und wie das Leben dort ist hätte ich gerne mehr erfahren. Auch bleibt vollkommen im Dunkeln wie es in der restlichen Welt aussieht, welche Städte und Länder noch besiedelt sind und wie es den Menschen dort geht.
Vielleicht holt das Eva nach, falls es eine Fortsetzung gibt, denn sie hat meine Neugier geweckt. Stoff genug würde es geben.

Meleike und Flynn sind die jugendlichen Protagonisten, deren Gefühle und Beweggründe glaubwürdig beschrieben werden. Teilweise stolpern sie allerdings etwas planlos durch die Geschichte, sodass der Zufall ihnen ab und zu helfen muss.

Besonders gut hat mir gefallen, dass es hier nicht immer eine Rettung in letzter Sekunde gibt und nicht jedes schlimme Ereignis verhindert wird. Sicher gibt es auch positive Entwicklungen, sonst würde das Lesen ja keinen Spaß machen, aber die Autorin hat hier ein gutes Gleichgewicht gefunden.

Evas schöner Schreibstil und ihre vielen Einfälle haben dafür gesorgt, dass ich das Buch gerne zu Ende gelesen habe. 

Fazit: Ein Erstlingswerk mit interessanten Ideen und einer wendungsreichen Handlung, die leider nicht immer ganz logisch ist

Hier habe ich meine Rezi gepostet:

Literaturschock Großes Bücherforum
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Goodreads
literaturschock.de

Liebe Grüße
Aurian
« Letzte Änderung: 13. November 2014, 10:30:57 von Aurian »

Offline Lunas Leseecke

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Hallo ihr Lieben,
hier folgt auch endlich meine Rezension :-)

Über das Buch
Adeva und Lúm, zwei Städte, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Nach dem 3. Weltkrieg haben die Menschen einen Pakt geschlossen, sich nur noch der Wissenschaft zu verschreiben, auf dass keine Krieg mehr aus unterschiedlichem Glauben resultieren Möge. Aus diesem Streben entstand die Stadt Lúm, ausgestattet mit der neuesten Technik und der Mehrung von Wissen als höchster Tugend. Doch der 15 jährige Flynn gibt seinem Vater, einem bekannten Wissenschaftler, Rätsel auf, denn er entwickelt Fähigkeiten, die die Wissenschaft nicht erklären kann. Meleike hingegen wächst in Adeva auf, einer Stadt aus Trümmern, in der die Menschen Scherben sammeln, um diese zu neuem Glas, das äußerst rar ist, zu verarbeiten. In der Nacht der Mantai entscheidet sich in Adeva das Schicksal der Jugendlichen, und sie erhalten eine Gabe. Auf Meleike liegen große Erwartungen, denn sowohl ihre Mutter als auch ihre Großmutter sind große Seherinnen. Doch dann geschieht das unfassbare…

Der Verlauf der Geschichte wechselt zwischen verschiedenen Charakteren hin und her. Dadurch bekommt man nicht nur einen guten Eindruck von den beiden Hauptprotagonisten Meleike und Flynn, sondern auch von verschiedenen anderen Charakteren. Mir hat diese Art des Erzählens hier sehr gut gefallen, weil man so einen besseren Überblick bekommen hat. Und man hat auch mal andere Akteure ein bisschen besser kenne gelernt.

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen Meleike und Flynn. Sie ist in der Nacht der Mantai als einzige ohne Gabe geblieben, er hat eine Gabe bekommen, die in Lúm jedoch als Makel gilt und ihn in den Kerker bringt. Sie ist in einer zerstörten Stadt inmitten von Trümmern aufgewachsen, er in einer Welt gläserner Hochhäuser, in denen es alles im Überfluss gibt. Beide sind so unterschiedlich, aber als sie sich begegnen ist da gleich diese Verbindung zwischen ihnen, die man im Buch sehr gut spüren kann. An manchen Stellen ging mir diese Entwicklung zwar ein bisschen schnell, aber die beiden sind ja schließlich auch erst 15 ;-) Meleike ist ein sehr starker Charakter, und ich mochte ihre zuversichtliche Art. Lúm ist eine völlig neue Welt für sie, doch sie versucht dennoch, klar zu kommen, und zu tun, was sie für richtig hält Flynn mochte ich auch, er ist ein sehr entschlossener Charakter. Beide hatten allerdings gemein, dass sie dazu neigen, völlig unbedacht loszustürzen, ohne vorher einen gescheiten Plan zu machen, dass fand ich an manchen Stellen irgendwie störend. „Durfte man das überhaupt, einem Menschen das Menschsein absprechen? Oder war es gerade etwas zutiefst Menschliches, sich wie eine Bestie aufzuführen?“ „Es waren Gebäude, in denen man Menschen ausleuchte, beobachte und aufeinanderstapeln konnte, Wie in einem Vorratsregal.“

Die Welt, die Eva in Lúm geschaffen hat, hat mir an dem Buch wohl am besten gefallen. Nach einem Krieg haben die Menschen erkannt, dass Konflikte nur vermieden werden können, wenn es keine Staaten und Religionen gibt, die zu Konflikten führen. Stattdessen stellen sie das Wissen über alles. Obwohl der Plan gut war, ging natürlich etwas schief und die anfänglichen guten Absichten verkehrten sich in eine fast paranoide Suche nach Antworten und der strikten Ablehnung aller Dinge, die sich nicht erklären lassen. Ich konnte mir Adeva, und insbesondere Lúm richtig gut vorstellen und hatte ein sehr genaues Bild vor Augen.
Die Story an sich hat mir insgesamt gut gefallen. Es ging zügig voran und war durch die wechselnden Perspektiven sehr dynamisch. Manchmal waren die Handlungen der Charaktere für mich allerdings nicht ganz nachvollziehbar, was mich dann doch etwas gestört hat. Denn während sie versuchen, eine Katastrophe zu verhindern, sind sie doch sehr abgelenkt von Kleinigkeiten und manchmal einfach ein bisschen zu naiv und planlos. Und eine Gruppe von Menschen, ich verrate an dieser Stelle aber nicht welche, ist mir insgesamt ein bisschen zu kurz gekommen.

Fazit
“Lúm – Zwei wie Licht und Dunkel“ ist ein tolles Debüt, dass mir schöne Lesestunden beschert hat. Eva Siegmund entwirft eine spannende neue Welt mit faszinierenden Kontrasten und kann zudem mit einer gut durchdachten Story und interessanten Charakteren aufwarten.
Von mir gibt es 4/5 Punkte

 :blume: :blume: :blume: :blume:

Vielen Dank an Eva und die anderen Mitleser, es war eine sehr schöne Runde :-D

Die Rezension gibt es auch auf
-meinem Blog: http://lunasleseecke.blogspot.de/2014/11/rezension-lum-zwei-wie-licht-und-dunkel.html
 und folgt noch auf
Lovelybooks: http://www.lovelybooks.de/autor/Eva-Siegmund/L%C3%9AM-Zwei-wie-Licht-und-Dunkel-1111409860-w/rezension/1121835623/1121836641/
WasliestDu: http://wasliestdu.de/rezension/lum-zwei-wie-licht-und-dunkel
Amazon
Literaturschock
« Letzte Änderung: 16. November 2014, 16:52:22 von Lunas Leseecke »
http://lunasleseecke.blogspot.de/
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Offline Kati

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In der Trümmerstadt Adeva steht die Nacht der Mantei kurz bevor. In einem alten Ritual wird sich entscheiden, wer empfänglich für die magischen Gaben ist. Ein kleines Mal erscheint am Handgelenk und weist auf besondere Fähigkeiten hin. Meleike Mey ist eine von den Jugendlichen und niemand zweifelt an ihrer Gabe, in die Zukunft sehen zu können. Es ist ihr vorbestimmt, denn Meleikes Großmutter ist die größte Seherin in Adeva. Doch es passiert nichts! Erst als kurz darauf schreckliche Ereignisse folgen, erscheint das Mal der Seherin. Ab diesem Zeitpunkt wird Meleike von Visionen gequält, die eine Bedrohung für ihre Familie und ganz Adeva zeigen. Sie muss ihre Heimat retten und dafür einen gefährlichen Weg einschlagen: in die unbekannte Stadt Lúm hinter den Wäldern…

"Meleike wusste, dass es kein Paradies war. Aber Adeva war ihr Zuhause. Die Achse, um die sich ihr Leben, ihr ganzes Universum drehte und alles, was sie je gekannt hatte."

Die Geschichte spielt nach dem 3. Weltkrieg und überzeugte mich sofort durch ihren dystopischen Charakter. Meleikes Volk lebt in Adeva – einer Stadt aus Schutt und Asche – in armen Verhältnissen, aber glücklich in der Gemeinschaft. Dieser Zusammenhalt ist der Autorin gut gelungen, so kann auch die Hauptprotagonistin Meleike in schwierigen Situationen immer wieder davon zehren.

Im totalen Gegensatz dazu stehen die hochtechnologisierte Stadt Lúm und ihre Bewohner. Alles verläuft nach starren Regeln ohne viel Gefühl. Es regiert die Wissenschaft und unmenschliche Forschungen werden betrieben, während in Adeva die mystischen Geheimnisse der Mantei unerklärlich bleiben. Sie sind einfach da! Dort aus Lúm stammt ein weiterer wichtiger Protagonist der Geschichte: Flynn. Sein Schicksal ist mit dem von Meleike fest verbunden und schnell wird klar, dass sie es nur gemeinsam schaffen können.

Während der Geschichte konnte ich als Leser so einige Gefühle ausleben. Es trafen Wut und Hass auf Mitgefühl und Verständnis. Auch Schockmomente blieben nicht aus. Die Autorin bedient sich altbewährter Klischees, lässt Gut gegen Böse antreten. Ich empfand es bei dem ansprechenden Schreibstil jedoch dauerhaft spannend und konsequent bis zum Schluss. Auch die kleine Liebesgeschichte beansprucht nicht viel Platz, was ich durchaus positiv sehe. Zum Ende hin gab es ein paar Reaktionen der Charaktere, die ich etwas befremdlich empfand. Und ich hätte mir insgesamt mehr Hintergründe gewünscht, aber die Story funktioniert auch so.

Meine Rezi erscheint auch auf Literaturschock, im Forum, auf Goodreads und Amazon.  :winken:

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Herzlichen Dank an meine Mitleser und besonders an Eva. Dein Debut hat Spaß gemacht!  8)


Offline Rhea

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Weil nicht sein kann was nicht sein darf

Nach einem alles zerstörenden Weltbrand beschließen die Überlebenden, eine bessere Welt aufzubauen. Als unparteiische Grundlage dafür wählen sie die Wissenschaft. Sicher deshalb, weil bei Kriegen oft religiöser Hass verantwortlich gemacht wird.
Was wird aus dieser eigentlich doch sehr vernünftig klingenden Idee werden?
Zunächst erfahren wir dazu als Leser nichts, denn wir werden sofort in eine Gegend gebracht, in der die Menschen fast ohne technische Hilfsmittel auskommen und wie die Trümmerfrauen nach 1945 aus der Asche Material sammeln. Diese Menschen haben allerdings etwas Besonderes, wenn sie in das Teenageralter kommen, zeigt sich bei  vielen Jugendlichen ein Mal, welches anzeigt, dass dieser Mensch eine besondere Begabung hat. Deshalb gibt es ein Fest aus Anlass des Erscheinens dieses Mals. Geleitet wird das Ritual von einer Art Guru, jemand, der anscheinend eine der seltensten Gaben hat und kraft seiner Erscheinung über die anderen herrscht. Diese Gesellschaft kann doch wohl nicht die erhoffte auf wissenschaftlicher Basis sein.

Meleike, die Protagonistin dieses Buches, stellt hohe Erwartungen an das Ritual, denn ihre Mutter und Großmutter haben die Gabe der Voraussicht. Allerdings bleibt bei ihr das Mal aus. Sie ist etwas Besonderes in einer Gesellschaft in der die Mystik normal ist.
Dann kommt der Leser zu einem zweiten Strang der Erzählung und da ist sie die auf Vernunft basierende Gesellschaft. Aber was ist aus dem Vorsatz geworden? Sind Vernunft und Wissenschaft wirklich keine nahen Verwandten? Der zweite Protagonist sitzt in Dunkelhaft, weil bei ihm ein Mal erschienen ist. Etwas, was nicht wissenschaftlich zu erklären ist. Sein Vater ist Arzt, einer, der nicht glauben will, dass sich der wissenschaftlichen Erkenntnis etwas entzieht.
Die beiden Stränge zeigen also totale Gegensätze, eigentlich nicht wie Licht und Dunkel, sondern eher wie Ying und Yang.  Die Protagonisten sind Jugendliche, die aus ihrem bisherigen Leben plötzlich herausgerissen sind und eine hohe Verantwortung übernehmen müssen. Sie beide ergeben die Einheit des YingYang.

Dieser Debütroman ist voller schöner Ideen und sehr symbolhaltig. Er ist flüssig geschrieben und unterhält den Leser mit Spannung. Die Protagonisten sind interessante Charaktere und viele Nebenfiguren haben interessante Ansätze, die leider nur teilweise zum Tragen kommen.
Ich bin kein Freund von Dystopien, aber obwohl dieses Buch für mich eindeutig eine Dystopie ist, hat es doch etwas, was die meisten Dystopien nicht haben. Es ist nicht ein völlig hoffnungsloses Dasein, weder  auf der Seite der lichten Diktatur von engstirnigen Wissenschaftlern noch auf der Seite der mystisch begabten,  sich aus dem Schmutz herausarbeitenden Gemeinschaft. Die Hoffnung ergibt sich für mich als Leser eben gerade aus der Möglichkeit, die jeweilige Einseitigkeit durch ein Zusammengehen zu relativieren und einen gemeinsamen Neuanfang zu machen.

Wird diese Möglichkeit aber noch existieren, oder kann die Macht der Technik einfach die Unbegreiflichen vernichten?

Ein Buch über Ausgrenzung und Toleranz, über Macht und Freundschaft, über Fanatismus und Selbstlosigkeit.  Man bemerkt als Leser das Bemühen der Autorin, trotz dieser Ying und Yang Situation, die Charaktere nicht einseitig zu zeigen, Handlungsweisen zu begründen. Teilweise entstehen wunderbare Szenen dadurch. Ich persönlich hätte gern gelesen, wenn die Entstehung der Gesellschaften besser nachvollziehbar gewesen wäre und wenn einige der Klischees von Dystopien hier nicht eingeführt worden wären,  obwohl auch dort interessante Sichtweisen auftreten.

Fazit:
Dieser Roman zeigt  ein starkes Erzähltalent der Autorin und bringt viele interessante Ideen mit.
Nicht nur für Jugendliche eine spannende Geschichte, deren Hintergründe stärker ausgebaut sein könnten.


Die Leserunde hat viel Spaß gemacht. Vielen Dank an Eva für die Erklärungen und die Begleitung durch das Buch. Die Geschichte hat viel Potenzial, auch wenn einige logische Fehler auftreten, die bei mir keinen Einfluss auf die Lesefreude hatten, sind so viele schöne Ideen enthalten, so dass ich hoffe, bald wieder etwas von Dir zu lesen.

Offline JanaBabsi

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Bitte entschuldigt - so ein Krankenhausaufenthalt braucht dann doch mehr Vorbereitung als gedacht. Ich hab es leider nicht eher geschafft meine Rezi zu schreiben.

1 Staat, 1 Volk, eine Sprache – dank eines Völkerauflösungsvertrages

Die Autorin Eva Siegmund führt den Leser mit LÚM in eine Zeit 60 Jahre nach dem 3. Weltkrieg. Die Überlebenden dieses Krieges möchten mittels eines Völkerauflösungsvertrages von nun an alles besser machen – nur 1 Staat, 1 Volk, 1 Sprache und all das vereinigt im neuen Weltenstaat Unionsstaat des Lichts (UdL).

Doch der schöne Schein trügt – neben dem hellen, lichtüberfluteten, UdL gibt es da ein kleines Reservat – Adeva. Dort leben in Schutt und Asche die Pekuu.

Die Pekuu sind Menschen mit besonderen übersinnlichen Gaben. Meleike Mey ist die Enkelin einer großen Seherin und an ihrem 15. Geburtstag lastet großer Druck auf Meleike, denn an diesem Tag – der Mantai – erhalten die Pekuu üblicherweise ihre Gabe. Offenbar wird dies durch ein Zeichen, das am Handgelenk erscheint. Leider erscheint an Meleikes Handgelenk kein Zeichen, sie erhält keine Gabe, sie bleibt „leer“.

In LÙM, der hellen und hoch technisierten Hauptstadt des UdL, leben derweil ganz normale Menschen ohne irgendwelche Begabungen. So sehnsüchtig Meleike in Adeva auf ihre Gabe wartet, so schrecklich ist es, daß bei Flynn, Sohn eines Arztes, an seinem 15. Geburtstag ein Zeichen am Handgelenk erscheint. Wie kann das sein?

Noch wissen Meleike und Flynn nicht, daß ihr Leben schon bald ein anderes sein wird – sie kennen sich nicht, aber ihr Schicksal ist eng miteinander verwoben.

Fazit:

Genau wie es für die Autorin Eva Siegmund, ein Debütroman ist, ist es für mich ein Ausflug in den Bereich der Dystopie. Bisher standen Dystopien nicht unbedingt auf meiner Lese-Liste aber nach diesem Buch werde ich das ganz sicher ändern.

Das Cover des Buches ist ein echter Eyecatcher und wie auch das Buch selbst in der Farbe lila gehalten. Für mich ein sehr ansprechendes Äußeres!

Im Gegensatz zu meinen MitleserInnen der Leserunde sind für mich kleinere logische Mängel nicht so sehr von Bedeutung für den Lesegenuss, das schreibe ich der künstlerischen Freiheit der Autoren zu. Für mich ist wichtig, daß ein Buch mich unterhält und das hat „LUM“ auf jeden Fall getan.

Der Schreibstil von Eva Siegmund ist sehr angenehm, es lässt sich flüssig lesen und ich habe keine Probleme in die Geschichte hineinzufinden.

Die beiden Haupt-Protagonisten Flynn und Meleike sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Beide entwickeln sich im Laufe der Geschichte sehr schön weiter.

Das Ende hätte ein klein wenig anders ausfallen dürfen, das ging dann doch zu glatt, aber irgendwie muss ein Buch ja auch ein Ende finden.  :)

Leserunde:

Herzlichen Dank liebe Eva, für die Begleitung dieser Leserunde.
Mein Interesse am Genre Dystopie ist jetzt auf jeden Fall geweckt. Vielleicht gibt es da ja von Dir zukünftig noch mehr zu lesen, das würde mich freuen.

Danke an den cbt-Verlag für das Rezensionsexemplar !

Lieben Dank auch an meine MitleserInnen der Leserunde.

Rezensionen:

Meine Rezension ist gerade auf meinem Blog erschienen: Bücher sind fliegende Teppiche

und werden in den nächsten Tagen noch gestreut bei

Amazon
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Thalia / Weltbild (sofern dort gelistet)
auf meiner Facebook- und Google+-Seite
auf der Facebook-Seite von Eva Siegmund
Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

Mein Buchblog: Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie

Offline Eva Siegmund

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Danke Euch dreien für Eure Rezensionen und vielen Dank, dass Ihr mitgemacht habt!  :winken:

Offline lovesbooks85

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So, jetzt kommt auch meine Rezi - ich hatte schon Angst, dass amazon die gefressen hat.

 Gelungenes Dystopie-Debüt

Eva Siegmunds Buch "LUM - Zwei wie Licht und Dunkel" hat mich als erstes vom Cover her angesprochen. Es ist sehr ansprechend, eindrucksvolls aber auch mystisch gestaltet und auch die Farbgebung ist sehr schön. Also schnell mal die Inhaltsangabe gelesen und gedacht, dass Buch würde ich gerne lesen.

Nun muss ich erst einmal gestehen, dass ich gar keine großen Vergleichsmöglichkeiten habe, denn ich bin in der Welt der Dystopien sehr unbedarft und habe bisher wirklich noch sehr wenig gelesen - obwohl die wichtigen Bücher, fast alle vorhanden sind. Aber das ist ja auch nicht immer verkehrt.

Der Schreibstil von Eva Siegmund hat mir sehr gut gefallen und ich hatte keinerlei Probleme mich mit ihm anzufreunden, auch die Welten, die sie geschaffen hat, konnte ich mir gut vorstellen und habe mich schnell dort eingelebt. Einzig mit den Namen der Charaktere bin ich zu Anfang ein wenig durcheinander gekommen, denn es sind grade in Adeva sehr spezielle Namen. So heißt unsere Hauptdarstellerin Meleike, ihre Mutter Tirese und ihr Opa zum Beispiel Sabida. Aber nach einigen Kapiteln hatte ich das auch raus. Im Großen und ganzen haben mir die Charaktere sehr gut gefallen, auch wenn ich nicht mit allen Handlungen und Entwicklungen einverstanden war.
Die beiden Welten LUM und Adeva (Isolation A) haben mir sehr gut gefallen, ebenso wie ihre ganz deutlichen Unterschiede zu leben und was wirklich wichtig ist und zählt. Aber mehr will ich zum Inhalt eigentlich nicht verraten, denn am besten lest ihr "LUM - Zwei wie Licht und Dunkel" selber.

Der Lesefluss wear durch die relativ kurzen Kapitel sehr gut. Und die Gestaltung der Kapitelanfänge mit den aufsteigenenden Vögeln (wie auf dem Cover) fand ich auch sehr gelungen.

Jetzt noch ein kleiner Kritikpunkt: Trotz der spannenden Geschichte, gab es einige Stellen, die für mich als Leserin nicht ganz logisch waren bzw. einige Fragen, die unbeantwortet blieben. Und grade zum Ende hin, war es mir dann auch etwas zu actionreich.

Dennoch trotz kleiner Kritikpunkte ist "LUM - Zwei wie Licht und Dunkel" ein sehr spannendes und gutes Debüt einer deutschen Autorin, bei dem man nichts verkehrt macht, wenn man es sich einmal genauer anschaut!

3,5 Sternchen!

http://www.amazon.de/review/R15P6JY4YNCJFH/ref=cm_cr_pr_cmt?ie=UTF8&ASIN=3570163075#wasThisHelpful

 

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