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Leserundenarchiv => Frühere Leserunden => Archiv => Micaela Jary - Das Haus am Alsterufer => Thema gestartet von: dubh am 01. August 2014, 09:14:51

Titel: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: dubh am 01. August 2014, 09:14:51
Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines der Autorin) ist immer interessant.

Bitte vermeidet Spoiler in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die Micaelas Buch noch nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!

Außerdem wäre es sicherlich für Micaela sowie ihren Verlag Goldmann, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen mögt.
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: odenwaldcollies am 11. August 2014, 15:49:40
Inhalt:
Hamburg 1911: Die jüngste Tochter der Reedersfamilie Dornhain, Lavinia, hat es sich in den Kopf gesetzt, den Architekten Konrad Michaelis trotz der Ablehnung ihrer Familie zu heiraten und setzt alles daran, daß ihre Familie der Verbindung zustimmen muß, um einen Skandal zu vermeiden.
Dabei liebt Lavinias Schwester Nele Konrad, eine Beziehung, von der niemand etwas ahnt. Die Malerin Nele lebt in München und studiert an der dortigen Kunstakademie. Um ihre Schwester nicht zu verletzen, zieht sie sich schweren Herzens von Konrad zurück, aber beide können einander nicht vergessen.
Die junge Klara Tießen kommt auf Empfehlung in den Haushalt der Dornhains: es gibt eine Verbindung zwischen ihr und Victor Dornhain, dem Vater von Lavinia und Nele, von der niemand etwas weiß.

Meine Meinung:
Im Nachwort schreibt die Autorin, daß der Stoff für diese Familiengeschichte lange in ihrer Schublade lag, ich bin froh, daß sie sich dazu entschlossen hat, ihn nicht länger dort liegen zu lassen. Micaela Jary schafft es mühelos, die damalige Zeit durch die bildhaften Beschreibungen der Handlungsorte sowie die Details der politischen Lage auferstehen zu lassen. Der Leser erlebt hautnah die Kriegsbegeisterung der Hamburger, aber auch deren Gegenbewegung mit, wird über die globale Arbeit der damaligen Frauenbewegung informiert und erhält einen Einblick in die bedeutende Münchner Kunstszene, die mit Beginn des Ersten Weltkriegs auseinander fällt.

Außerdem erlebt der Leser, wie sich das Kriegsgeschehen auf das tägliche Leben der Hamburger, aber auch auf das Leben einer Reedersfamilie auswirkt, ebenso auf neutrale Staaten, wie die Schweiz.

Victor Dornhain ist das verwitwete Oberhaupt seiner Familie, der seinen Töchtern zwar einige Freiheiten läßt, aber stets darauf bedacht ist, daß seine Familie tunlichst nicht ins Gerede kommt. Unterstützt wird er dabei von seiner Mutter Charlotte, die ebenfalls eine konservative Linie verfolgt. Daher kommt eine Hochzeit der jüngsten Tochter Lavinia mit dem Architekten Konrad Michaelis für Victor und Charlotte nicht in Frage, da diese Verbindung nicht standesgemäß ist. Durch eine Intrige kann Lavinia aber ihren Kopf durchsetzen, so daß ihrem Vater nichts anderes übrigbleibt, als ihr seinen Segen zu geben, um einen Skandal zu vermeiden.

Die drei Töchter von Victor sind sehr unterschiedlich: Ellinor, die Älteste, tritt in die Fußstapfen ihres Vaters und schickt sich an, dessen Nachfolge in der Reederei zu übernehmen. Daneben engagiert sie sich in der Frauenbewegung gegen den Mädchenhandel in Europa. Ihr Engagement für Frauenrechte und gegen Zwangsprostitution haben mir sehr imponiert.

Die zweitälteste Schwester Helene, genannt Nele, studiert in München und ist Malerin: eine Flause, die zwar von Victor und Charlotte nicht gerne gesehen, aber akzeptiert wird, da München weit genug von Hamburg entfernt ist. In München wird ein lockerer Lebensstil als in Hamburg gepflegt, was zwar von Nele begrüßt wird, aber ganz kann sie ihre konservative Erziehung nicht ablegen, immer wieder spukt ihr im Hinterkopf, was ihre Großmutter Charlotte wohl dazu sagen würde. Durch die unglückliche Liebe zu Konrad und den Krieg durchläuft sie die bemerkenswerteste Entwicklung von den drei Schwestern.

Die jüngste Schwester Lavinia schlägt dagegen vollständig aus der Art: ihr Interesse gilt dem Einkaufen von schönen und modischen Dingen, alles geistige und politische interessiert sie schlichtweg nicht. Sie ist verwöhnt, dumm und egoistisch – und trampelt damit auf den Gefühlen ihrer Mitmenschen rum, ohne es zu merken. Nachdem sie es geschafft hat, Konrad an sich zu binden, verliert sie schnell das Interesse an ihm, das Spielzeug wird langweilig. An ihrer Schwester Nele hängt sie sehr, umso schwerer lastet Neles geheimes Verhältnis zu Konrad auf deren Gewissen.

Konrad Michaelis wird gegen seinen Willen in die lieblose Ehe mit Lavinia gezwungen, wenn er nicht beruflich ruiniert werden möchte. Seine wahre Liebe gilt allerdings Nele und ich habe mich als Leser mehrmals gefragt, ob es nicht eine Lösung für die Beiden gegeben hätte, wenn Konrad etwas mutiger gewesen wäre. Durch seine nachfolgenden Fronterlebnisse wird ihm aber immer klarer, für was er wirklich kämpfen will.

Klara Tießen kommt als drittes Hausmädchen zu den Dornhains und fühlt sich schnell wohl in ihrem neuen Zuhause, auch wenn ihre Kollegin Meta ihr ab und an das Leben schwer macht. Als Klara ihrer großen Liebe begegnet, macht sie sich auf die Suche nach ihrer unbekannten Mutter.

Das Ende des Buches hat mir gut gefallen, da der Leser zwar einerseits einen Überblick über den Status Quo erhält, aber dennoch genügend Spielraum für eigene Überlegungen zur weiteren Entwicklung der Protagonisten läßt.

Zur Leserunde:
Ich bin natürlich weiterhin noch bei der Leserunde dabei, aber ich möchte mich schon mal ganz herzlich bei dir, liebe Micaela, bedanken, daß du wieder diese schöne Leserunde begleitest. Ich hoffe, wir lesen uns zu einem deiner nächsten Bücher wieder  :winken:

Meine Rezension erscheint bei:
Amazon (http://www.amazon.de/review/R2T96XEMIYEUX4/ref=cm_cr_rdp_perm)
Großes Literaturschock-Bücherforum (http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php?topic=34089.msg799166#msg799166)
Literaturschock.de (http://www.literaturschock.de/literatur/belletristik/historischeromane/discussions/review/id:6911/)
LovelyBooks (http://www.lovelybooks.de/autor/Micaela-Jary/Das-Haus-am-Alsterufer-1100214927-w/rezension/1106303207/)
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: nicigirl85 am 13. August 2014, 17:48:14
Ich habe die Leserunde wirklich sehr genossen und bin immer noch ganz verzaubert von dem Buch. Danke liebe Micaela für die tolle Leserundenbegleitung und ich hoffe, dass wir dein nächstes Buch dann vielleicht auch wieder gemeinsam lesen werden.

Meine Meinung zum Buch:

Titel: Liebe auf Umwegen...

Da sich der Beginn des ersten Weltkrieges gerade zum 100. Mal gejährt hat, habe ich großes Interesse an historischen Romanen, die zu dieser Zeit spielen, da verwundert es dann kaum, dass ich zu diesem tollen Roman gegriffen habe. Es ist mein erstes Buch der Autorin.

Als Leser werden wir in das Hamburg von 1911 geführt und begleiten das Leben der Familienmitglieder der angesehenen Reederfamilie Dornhain. Diese besteht aus Vater Victor und den drei Töchtern Ellinor, Helene und Lavinia. Die drei Schwestern sind sehr unterschiedliche Charaktere, die Ältere Ellinor ist ruhig und besonnen, die Mittlere Helene ist künstlerisch begabt und die Jüngste im Bunde ist eine oberflächliche Schönheit. Und dann gibt es da noch die illegitime Tochter Klara, die im Haus als Dienstmädchen arbeitet. Die jüngste Schwester Lavinia verliebt sich unsterblich in einen Architekten und hat sich in den Kopf gesetzt, dass sie nur diesen Mann heiraten kann, auch wenn er nicht standesgemäß ist. Zur selben Zeit lernt Helene auch einen Mann kennen, der Architekt ist und das Desaster nimmt seinen Lauf, erst Recht da der Krieg das Leben der reichen Familie ordentlich durcheinander wirbelt.

Im Roman begleiten wir jeden Charakter immer mal wieder im Wechsel und bekommen so von allen handelnden Personen ein gutes Bild. Für mein Empfinden sind sogar die Nebencharaktere besondere Persönlichkeiten, die man so schnell nicht vergisst. Das Schicksal aller berührt beim Lesen, man fühlt und leidet mit.

Im Vordergrund der Handlung steht nicht der Krieg, sondern der Werdegang der Familie Dornhain und die Umbrüche und Wandlungen der damaligen Zeit.

Mir hat an dem Roman vor allem gefallen, dass man sich die Stadt Hamburg einfach unheimlich gut vorstellen konnte und auch welchen Charme die Stadt versprüht hat.

Ebenso hervorheben möchte ich, dass die Autorin durch viele Nebensächlichkeiten die ganze Geschichte so bildhaft gestaltet, dass man beim Lesen das Gefühl hat eine extrem fesselnde Dokumentation / einen tollen Spielfilm zum ersten Weltkrieg zu schauen.

Mich hat dieser Roman ungemein gefesselt und sehr gut unterhalten. Zudem habe ich wieder einiges an Geschichtswissen aufbauen können.

Fazit: Ein toller Roman, der einen den Alltag vergessen lässt. Nicht nur etwas für Geschichtsinteressierte. Lesenswert und daher uneingeschränkt zu empfehlen!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Meine Rezension findet ihr außerdem hier:

Mein Blog: http://nicigirl85.blogspot.de/p/im-august-2014.html und http://nicigirl85.blogspot.de/2014/08/rezension-micaela-jary.html

Amazon: http://www.amazon.de/review/R20NCWYC2U4PV7/ref=cm_cr_rdp_perm

Buechereule: http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=80303

Literaturschock: http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php?topic=34089.0

Lovelybooks: http://www.lovelybooks.de/autor/Micaela-Jary/Das-Haus-am-Alsterufer-1100214927-w/rezension/1106964851/

Wasliestdu: http://wasliestdu.de/rezension/liebe-auf-umwegen-2





Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: Taubenschlag am 15. August 2014, 14:02:44
Hamburg 1911: Der verwitweter Reeder Viktor Dornhain lebt mit seinen 3 Töchtern und seiner Mutter in einem prächtigen Herrenhaus an der Alster. Mit unkonventionellen Mitteln setzt seine Tochter Lavinia ihren Heiratswunsch mit dem Architekten Konrad Michaelis durch. Leider verbindet diesen eine tiefe Liebe zu Lavinias Schwester Helene, die als Kunststudentin und Malerin im pulsierenden München lebt. Gleichzeitig kommt Klara, Viktors illegitime Tochter aus Glücksburg als Hausmädchen in Viktors Haushalt. Im Sohn des Uhrmacher findet sie ihre grosse Liebe. Dann bricht der 1. Weltkrieg aus und bringt weitgehende Veränderungen aller Familienmitglieder und ihrer Angestellten.

Abwechselnd verfolgen wir als Leser das Leben der einzelnen Charaktere und lernen diese mit ihren Eigenarten kennen. Sie selbständig Helena mit ihrem freien, für die Zeit sehr fortschrittlichem Leben in München, Lavinia mit ihrem Kampf um den Mann, den sie meint unsterblich zu lieben, die kühle, pflichtbewusste Ellionor mit ihrer wohltätigen Ader, Klara, das freundliche Hausmädchen mit den unbekannten Eltern, sowie den übrigen Personen, die die Geschichte prägen.
Die Charaktere werden dabei sehr lebendig beschrieben und der Leser erkennt schnell die Besonderheiten der einzelnen Personen und kann sich so gut mit ihnen identifizieren. Dazu kommen noch sehr detaillierte Beschreibungen des alltäglichen Lebens in der damaligen Zeit. Strassenszenen mit aufkommender U-Bahn und Strassenbahn, der Bau des Elbtunnels, der Strassenverkehr mit Autos und Pferdefuhrwerken, aber auch das Leben im Haus mit den neu aufkommenden Dingen wie Telefon, Bügeln oder anknöpfbaren Bettbezügen. Auch die Not während des Krieges wird gut beschrieben, die Mangelversorgung an Lebensmitteln, Kleidung und Seife, die Not und Proteste der einfachen Bevölkerung, das Bangen um die Männer an der Front. Durch die Perspektive des Hauspersonals werden auch die Nöte der kleinen Leute deutlich. So entsteht ein Bild der Zeit, das den Leser mit in die Jahre 1911 - 18 nimmt und ihn in das Geschehen eintauchen lässt.
 
Diese tollen Szenen der Zeit gleichen dann auch die etwas seichte Geschichte der Haupthandlung aus. Es handelt sich hier um eine typische Dreiecksbeziehung in der eine Schwester den unglücklichen Ehemann der anderen Schwester liebt und man hofft während der ganzen Geschichte auf ein Happy End der beiden. Die Autorin schafft es eine fesselnde Familiengeschichte zu schreiben, ohne dabei zu weit ins Kitschige ab zu gleiten. Vielmehr entsteht ein faszinierendes Bild der Zeit mit einer Rahmengeschichte, die ans Herz geht.

Das Buch ist absolut lesenswert für Leser, die sich für interessante Familiengeschichten gewürzt mit einem tiefen Blick in die entsprechende Zeit wünschen.
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: Emmy am 17. August 2014, 22:25:16
Ihr Lieben,

vielen Dank für die schöne Leserunde und besonders an Micaela
für die freundliche Begleitung.

Hier ist nun meine Meinung zu dem Roman:

In diesem sehr lesenswerten Roman begegnen uns nicht nur die Mitglieder der Hamburger
Reedersfamilie Dornhain, sondern auch einige historische Persönlichkeiten, Künstler und
Exzentriker, die jene Zeit des Umbruchs mitgestaltet und geprägt haben durch ihre Ideen,
ihren Mut, Neues zu denken und zu wagen und ihre Werke, die oftmals erst viele Jahre später
in ihrem Wert erkannt und gewürdigt wurden.

Es war die Zeit der eleganten Belle Époque, die mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs
jäh zuende ging. Eine Zeit ambitionierter Bauvorhaben,
wie dem ersten Elbtunnel und des technischen Fortschritts auf allen Gebieten, der allerdings mit dem Untergang der Titanic eine erste
Erschütterung erfahren musste.
Die Malerei hat neue Wege beschritten, in München wurde die Künstlervereinigung "Der Blaue Reiter"
gegründet, die Mode wurde moderner und die Frauen selbstbewußter, einige Mutige  demonstrierten sogar für ihr Wahlrecht.


In Victor Dornhain`s Welt gelten allerdings immer noch die Regeln der Generationen vor ihm,bei ihm gibt es keine Skandale,
 er steht als wohlhabender Reeder einerseits
für hanseatische Weltoffenheit, als Familienvater jedoch ist er der typische Vertreter
einer Gesellschaft, für die Konventionen und Regeln einen höheren Stellenwert haben
als persönliche Erfüllung und Entscheidungsfreiheit.
Seine älteste Tochter Ellinor engagiert sich für soziale Projekte, die mittlere Tochter Helene studiert Malerei in München,
während sich das Nesthäkchen  Lavinia Hals über Kopf in den jungen Architekten Konrad verliebt.

Der Witwer  bietet  seinen Töchtern ein gesichertes und wohlgeordnetes Heim, Luxus und den Schutz seines
gutes Namens unter der Voraussetzung, dass die Regeln dieser Welt nicht hinterfragt werden dürfen.
Er hat selbst vor Jahren aus Angst vor einem Skandal ein großes Opfer bringen müssen,-  eine seelische Wunde,
die nie aufgehört hat, wehzutun - und als seine Töchter in vergleichbare emotionale Konflikte geraten,
verlangt er von ihnen dasselbe Opfer.
Zeitgleich mit dem politischen Versagen in Europa, das zu der Katastrophe des 1. Weltkriegs führt,
vollzieht sich ein Drama innerhalb der Familie, das Victor nicht mehr steuern und in seinem Sinne lösen kann.
Seine Welt wird unweigerlich zerbrechen und seine Wertvorstellungen durch die Folgen des Kriegs und die
Veränderungen in der Gesellschaft nicht länger Bestand haben.
Für seine Töchter und deren Generation  wird es aber neue Freiheiten  geben, die ihnen Wege zu  eigenen Entscheidungen und
Lebensentwürfen ermöglichen - wenn sie es richtig machen und nicht mehr aus Angst und Feigheit ihr Lebensglück
gesellschaftlichen Regeln und Zwängen unterordnen.
Dieser Roman hat mich restlos begeistert mit seiner dramatischen Handlung voller Lebensfülle und Emotionen und
den zeitgeschichtlichen Aspekten,  aber genauso durch die wunderschöne sprachlich- stilistische Gestaltung der Autorin Micaela Jary.






Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: Micaela Jary am 18. August 2014, 20:39:55
Ihr seid großartig! Vielen lieben Dank für eure Rezensionen!

Jetzt muss ich noch einmal mit meinem Hund raus, aber anschließend werde ich ein Glas Wein speziell auf euer Wohl trinken.
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: dodo am 19. August 2014, 10:28:31
Der angesehene und reiche Hamburger Reeder Viktor Dornhain muss sich am Vorabend zum ersten Weltkrieg damit abfinden, dass sich seine jüngste Tochter Lavinia in den Kopf gesetzt hat, den gesellschaftlich nicht ebenbürtigen Architekten Konrad Michaelis zu heiraten. Mit Hilfe einer kleinen Intrige schafft es seine Jüngste schließlich, dass er zähneknirschend sein Einverständnis zur Ehe gibt, nicht ahnend, dass Konrad und seine zweite Tochter Helene ineinander verliebt sind.

Währenddessen ist die Dienerschaft in Aufruhr. Die Dornhains haben ein drittes Dienstmädchen eingestellt, obwohl dies eigentlich nötig ist und es bist jetzt auch kein drittes gegeben hat. Keiner weiß, am wenigsten sie selbst, dass die neu angestellte Klara Viktor Dornhains illegitime Tochter ist.

Seine älteste Tochter Ellinor wird einmal seine Reederei übernehmen. Im Gegensatz zur Künstlerin Nele und zum bunten flatterhaften Schmetterling Livi ist sie die ruhigste der drei Dornhain-Schwestern. Doch auch stille Wasser sind tief. Ellinor engagiert sich mit Herz und Seele für Frauenrechte und übersieht dabei auch nicht die Ärmsten der Gesellschaft.

Micaela Jary platziert ihren Familienroman vor die Kulisse des ersten Weltkriegs. Man erlebt anhand der Geschichte der wohlhabenden  Familie Dornhain und ihren Dienstboten mit, wie sich der Krieg auf die unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten auswirkte. Ihr Roman ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite, reich an Verwicklungen, an Liebe und Herzschmerz. Gekonnte Schilderungen der Schauplätze zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts ergeben ein dichtes, atmosphärisches Bild, so dass der Leser voll und ganz in ihrer Welt eintauchen kann.

Das Ende beantwortet viele Fragen, lässt aber noch genug Platz zu Spekulationen. So kann man sich selbst ausmalen, wie es mit der Familie Dornhain und Klara im Nachkriegsdeutschland weiter gehen wird und/oder auf eine Fortsetzung hoffen.

Fazit: Ein gelungener Roman zur Zeit des ersten Weltkrieges, der sich nicht auf die Kriegsschauplätze sondern auf die Zivilbevölkerung konzentriert. Lesens- und empfehlenswert!

-------------
Literaturschockforum.de (http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php?topic=34089.0)

Thalia.at (http://www.thalia.at/shop/at_thalia_start/suchartikel/das_haus_am_alsterufer/micaela_jary/ISBN3-442-48028-0/ID37822249.html?fftrk=1%3A1%3A10%3A10%3A1&jumpId=10320327#)

Amazon.de (http://www.amazon.de/product-reviews/3442480280/ref=cm_cr_dp_hist_five?ie=UTF8&filterBy=addFiveStar&showViewpoints=0)
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: dubh am 24. August 2014, 17:32:17
Hallo zusammen,

allmählich wird es ruhiger, deshalb möchte ich die Runde hiermit beenden. Es wäre es schön, wenn die noch fehlenden Rezensionen noch eintrudeln würden (meine folgt in den nächsten Tagen :-[)!

Liebe Micaela, ich möchte Dir ganz herzlich für die Begleitung der Leserunde danken! Es hat sehr viel Spaß gemacht, in das "Innenleben" eines Buches zu schauen und Du hast uns dabei wirklich toll Rede und Antwort gestanden! Hoffentlich hat es Dir ebenso Spaß gemacht und wir lesen uns bei Deinem nächsten Buch hier wieder! Ich drücke Dir jedenfalls ganz doll die Daumen, dass es mit der Fortsetzung klappt und wünsche Dir weiterhin viel Freude beim Schreiben und viel Erfolg mit Deinen Büchern!

Herzliche Grüße
dubh
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: Dani am 31. August 2014, 17:45:08
Anbei noch meine Rezension, vielen Dank für das tolle Buch und die schöne Runde, auch wenn ich etwas hinterherhing!

Hamburg, 1911. Der Reeder Victor Dornhain hat drei Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Älteste, Ellinor, ist eine vernünftige junge Frau, die mangels Sohn vom Vater auch als Erbin des Familienunternehmens vorgesehen ist und entsprechend eingearbeitet wird. Sie ist immer eine vornehme junge Hamburger Dame, die aber auch ihren eigenen Kopf hat und sich für Frauenrechte und sozial benachteiligte Menschen einsetzt. Dies tut sie jedoch immer mit dem gebotenen Anstand und einer bewundernswerten Diplomatie, so dass sie gar nicht groß auffällt.
Ihre beiden Schwestern sind da anders. Helene, genannt Nele, will Künstlerin werden und darf sogar in München studieren. Dort lernt sie eine ganz andere Welt als den steifen Hamburger Kaufmannsadel kennen.

Und dann ist da noch Lavinia, genannt Livi, das Nesthäkchen der Familie. Ihr ließ man alles durchgehen und entsprechend ist sie zu einer ziemlich verwöhnten jungen Dame herangewachsen. Als sie sich in den Kopf setzt, den Architekten Konrad Michaelis zu heiraten, obwohl der gar kein Interesse an ihr zeigt, nimmt das Unheil seinen Lauf.
Denn gerade diesen Mann hat Nele vor kurzem zufällig kennengelernt und die beiden haben sich verliebt, ohne zu wissen, wer der andere ist.
Als Nele begreift, dass sie in den Verlobten ihrer kleinen Schwester verliebt ist, bricht sie den Kontakt zu ihrer Familie beinahe vollständig ab und beinahe kommt es in München zu einer Katastrophe. Nur langsam findet Nele ihren Weg im Leben wieder.

Die Ehe von Livi und Konrad steht so natürlich unter keinem guten Stern und letztlich ist keiner der drei mit der Situation wirklich glücklich. Doch eine Scheidung steht nicht zur Diskussion, so etwas gibt es in diesen Kreisen nicht, da bleibt Victor Dornhain hart. Auch er hat seine Erfahrungen gemacht, was unerlaubte Liebe angeht und leidet bis heute unter den Folgen, über die er mit niemandem sprechen kann.

Für mich war dieses Buch eine äußerst interessante Geschichte, die viele unterschiedliche Themen streift und behandelt, ob es nun um den Bau des Elbtunnels geht, den Kampf für die Frauenrechte, Künstlerkolonien in der Schweiz und vieles andere mehr.
Anhand der drei so unterschiedlichen Schwestern setzt die Autorin ein spannendes und abwechslungsreiches Bild jener Zeit zusammen, von Hamburg über München bis in die Schweiz.

Den Klappentext fand ich etwas unglücklich gewählt, enthüllt er doch praktisch schon, was es mit Klara, dem neuen Dienstmädchen im Hause Dornhain, auch sich hat. Auch wenn man sich das als Leser auch so schnell denken kann, hätte ich Klaras Hintergrund lieber selbst beim Lesen erfahren, denn sie als vierte Protagonistin bildet einen interessanten Gegensatz zu den drei Töchtern des Hauses.

Insgesamt auf jeden Fall eine wunderbar detailreiche Geschichte vom Beginn des 20. Jahrhunderts!

Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: JanaBabsi am 01. September 2014, 10:59:56
Hamburg 1911:
Der verwitwete Reeder Victor Dornhain lebt mit seiner Mutter und 2 seiner 3 Töchter in einem prächtigen Herrenhaus in Hamburg an der Alster.

Nach nur einer einzigen Begegnung mit dem Architekten Konrad Michaelis ist sich Lavinia sicher, daß sie ihn – und nur ihn – zu ihrem Ehemann machen möchte. Geschickt eingefädelt und durch einen kleinen Skandal erpresst sie sich quasi die Zustimmung ihres Vaters zur Hochzeit.

Helene ist die einzige Tochter die nicht mehr zu Hause wohnt. Sie studiert in München Malerei. Nicht unbedingt das, was Victor Dornhain sich für seine mittlere Tochter gewünscht hätte, aber das Studium wird von der Familie akzeptiert. Durch einen Brief ihrer Schwester Lavinia wird Nele dringend nach Hause gerufen und auf der Zugfahrt verliebt sie sich in ihren Mitreisenden – Konrad Michaelis.

Die älteste Tochter Ellionor tritt in die Fußstapfen ihres Vaters. Sie wird später einmal die Reederei Dornhain übernehmen. Neben ihrem Interesse am Lebenswerk ihres Vaters macht sie sich für die Frauenbewegung gegen den Mädchenhandel in Europa stark.

Die junge Klara stellt sich mit einem Empfehlungsschreiben im Hause Dornhain vor und wird als 3. Hausmädchen eingestellt – eigentlich unüblich, daß mehr als 2 Hausmädchen in einem Haushalt arbeiten. Was verbindet Klara mit Victor Dornhain?

Mein Fazit:

Im 1. Leseabschnitt fand ich Lavinia noch ganz sympathisch. Als jüngste Tochter einer reichen Familie sind ihr aber sicherlich die gebratenen Tauben immer in den Mund geflogen und sie musste sich niemals übermäßig anstrengen um ein Ziel zu erreichen. Nachdem sie Konrad Michaelis zum 1. Mal gesehen hat, möchte sie ihn haben – genau wie man ein Spielzeug haben möchte. In den Augen ihres Vaters und ihrer Großmutter ist eine Heirat mit dem Architekten nicht standesgemäß und niemals würde ihre Familie dieser Heirat zustimmen. Die verwöhnte Lavinia aber kann sich damit nicht abfinden und mit einem selbst inszenierten Skandal erzwingt sie sich die Zustimmung ihres Vaters zur Hochzeit.

Lavinia entwickelt sich im Laufe des Buches zwar weiter – aber nicht unbedingt nach vorne. Manchmal hat man das Gefühl sie hätte jetzt verstanden worum es im Leben geht jedoch kommt kurz darauf beim Lesen die Erkenntnis, daß sie mal wieder zu ihrem eigenen Vorteil gehandelt hat. Lavinia ist egoistisch, oberflächlich und interessiert sich nicht für ihre Mitmenschen. Wen wundert es, daß sie – kurz nach der Hochzeit – das Interesse an ihrem Ehemann schon wieder verliert. Eine Scheidung im Hause Dornhain ist jedoch ein Ding der Unmöglichkeit.

Helena, genannt Nele, verliebt sich auf der Zugfahrt von München nach Hamburg in ihren Mitreisenden – und umgekehrt. Die Feststellung, daß es sich bei Konrad Michaelis um den Verlobten ihrer Schwester handelt bzw. Nele die Schwester seiner Verlobten ist, ist ein Schock. Gibt es eine Chance für ihre Liebe? Wohl eher nicht. Nach einer schweren Erkrankung versucht Nele in einem anderen Land neu anzufangen und den Architekten zu vergessen.

Ellionor scheint die Stärkste der Schwestern zu sein. Sie setzt sich sehr stark für die Frauenrechtsbewegung ein und weiß genau wovon sie spricht.

Nicht zu vergessen das Hausmädchen Klara.
Klara ist bei Pflegeeltern aufgewachsen und kennt ihre richtige Mutter nicht. Als der Sohn des Uhrmachers sich für sie interessiert fängt sie an zu recherchieren ....... aber was genau hat Victor Dornhain mit Klara zu tun?

Dann kommt der Krieg und verändert alles.

Der Krieg ist nicht vordergründige Handlung im Buch aber er hat großen Einfluss auf das Leben der Dornhains.

Bevor ich hier anfange zu spoilern würde ich sagen: Besorgt Euch dieses wundervolle Buch und lest selbst.

Zur Leserunde:

Herzlichen Dank an Micaela für die Begleitung der Leserunde. Bei mir hat das Buch noch sehr lange nachgeklungen.
Vielen Dank an den Goldmann-Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplares.
Und - wie immer - ein dickes Dankeschön an meine MitleserInnen für den netten Austausch hier im Forum.

Meine Rezension ist zu finden bei:

Amazon (http://www.amazon.de/review/R3FNNPSW12YL45/ref=cm_cr_pr_perm?ie=UTF8&ASIN=3442480280)
Was liest Du? (http://wasliestdu.de/rezension/hamburg-1911)
Lovelybooks (http://www.lovelybooks.de/autor/Micaela-Jary/Das-Haus-am-Alsterufer-1100214927-w/rezension/1109841741/)
Thalia (http://www.thalia.de/shop/romane-erzaehlungen-10569/rezensent/?rezensent=120978&jumpId=2119138)
Literaturschock (http://www.literaturschock.de/component/content/article/12-literatur/belletristik/historische-romane/12573-das-haus-am-alsterufer)

Auf meinem Blog: Bücher sind fliegende Teppiche (https://buechersindfliegendeteppiche.wordpress.com/2014/09/01/das-haus-am-alsterufer-micaela-jary/)
sowie auf meiner Facebook- und Google+-Seite

Auf der Facebook-Seite des Goldmann-Verlages
Auf der Facebook-Seite von Micaela Jary
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: Micaela Jary am 01. September 2014, 16:04:45
Es hat mir so viel Freude gemacht, eure Kommentare zu lesen. Ich habe zeitlich leider zuweilen geschwächelt, aber das liegt daran, dass ich in den Endzügen eines Manuskriptes bin, das 2015 als Buch erscheint. Es ist immer ungut, wenn der Erscheinungstermin eines Romans mehr oder weniger mit einem Manuskriptabgabetermin zusammenfällt. Da wird die Zeit einfach wahnsinnig knapp. Aber ich hoffe, wir sehen uns wieder  :-*
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: odenwaldcollies am 01. September 2014, 20:50:11
Aber ich hoffe, wir sehen uns wieder  :-*

Das würde mich auch freuen.
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: claude20 am 03. September 2014, 19:54:17
Meine Rezension reiche ich noch in den nächsten Tagen bis Ende der Woche nach. Versprochen und ich werde sie dann auch in weiteren Foren veröffentlichen. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und ich habe mir bereits weitere Bücher von dir besorgt und dich auch in meiner Bibliothek (mache ich gerade ein Praktikum zur Studiumsvorbereitung) bereits weiterempfohlen ;)
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: claude20 am 04. September 2014, 21:40:02
Hier also nun auch meine Rezension:

Hamburg Anfang des 20. Jahrhunderts


Diese Familiensaga beginnt im Jahre 1911 in Hamburg. Der Reeder Victor Dornhain hat drei sehr verschiedenen Töchter. Die kreative Nele, die Malerei in München studiert. Die kämpferische Ellinor, die einmal das Familienunternehmen übernehmen soll sowie die verwöhnte und egoistische Lavinia, die immer ihren Kopf durchsetzen will. Genau dieser Dickkopf von Lavinia bereitet Victor Dornhain arge Kopfschmerzen, denn sie will unbedingt den Architekten Konrad Michaelis heiraten. Dass sie mit dieser Heirat ihre Schwester Nele sehr unglücklich macht ahnt Lavinia nicht, denn diese liebt den Bräutigam im Verborgenen. Etwa zur selben Zeit kommt ein neues Hausmädchen zu den Dornhains, die 16-jährige Klara Thießen. Sie ist die illegitime Tochter des Reeders, aber nur er und seine Mutter Charlotte Dornhain wissen darüber bescheid. Dann drei Jahre später bricht der 1. Weltkrieg aus. Dieser verändert das Leben der Familie und das Schicksal sorgt dafür, dass die Karten noch einmal neu gemischt werden.

Dieser historische Roman der Autorin Micaela Jary hat mir sehr gut gefallen. Schnell habe ich mich in die Geschichte einfinden können, was unter anderen dem tollen und auch sehr angenehmen Schreibstil der Autorin zu verdanken ist. Auch hat sie es mit einer Leichtigkeit geschafft zu jedem Ende eines Kapitels meine Neugierde aufrecht zu erhalten und mich somit dazu animiert die Geschichte immer direkt weiterverfolgen zu wollen.

Besonders angenehm fand ich es, dass die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln der jeweiligen Protagonisten erzählt wurde. So hatte ich immer das Gefühl jeden in der Familie heimlich über die Schulter zu schauen. Ich war mittendrin in den Ereignissen, den Geschehnissen und Tragödien, welche die Familie erlebte bzw. durchlebte. Fast fühlte ich mich wie ein Mitglied der Familie, ein stilles Mitglied, dass heimlich alles beobachtet und hofft, dass sich alles zum Guten wendet. In diesem Buch wurde vorrangig die Geschichte von Lavinia, Nele, Konrad und auch Klara erzählt. Gerne hätte ich unter anderem noch weitere Details über Ellinor und ihr Leben erfahren. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es hier noch eine weitere Geschichte von der Autorin geben wird.

Insgesamt hat mir die Geschichte der Familie Dornhain sehr gut gefallen und Micaela Jary hat mich mit ihrer Schrebikunst als neuen Fan gewonnen. Gerne lese ich auch noch weitere Bücher der Autorin und bewerte dieses Buch mit der vollen Punktzahl, also mit 10 Punkten.

© claude

Meine Rezension ist auch bei

LB http://www.lovelybooks.de/autor/Micaela-Jary/Das-Haus-am-Alsterufer-1100214927-w/rezension/1110296665/

WLD http://wasliestdu.de/rezension/hamburg-anfang-des-20-jahrhunderts

und auf meinem Blog http://claudes-schatzkiste.blogspot.de/2014/09/das-haus-am-alsterufer-von-micaela-jary.html

und Amazon zu finden

Danke für die tolle Leserunde und ich freue mich schon weitere Bücher von dir zu lesen  :)
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: nixe am 05. September 2014, 16:40:44
Nun endlich auch noch meine Rezension  :)
Noch einmal vielen Dank für das Freiexemplar und die Teilnahme an der Leserunde.

"Das Haus am Alsterufer" von Micaela Jary versetzt die Leser in die Zeit um den 1. Weltkrieg zwischen 1911 und 1918.
Wie durch ihre vorherigen Bücher gewohnt, hat mich Micaela Jary bereits von Anfang an gefesselt und mitgerissen. Man taucht sehr schnell mitten in das Geschehen ein. Das liegt vor allem an den detaillreich und sehr liebevoll dargestellten Hauptfiguren. Alle Figuren werden tiefgründig dargestellt. Sie verändern sich im Verlauf der Geschichte und jede hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Das macht sie menschlich und authentischer. Dazu gehört auch die Verwendung von Dialekten z.B. Bei Gesprächen in Hamburg oder in München.
Auch wenn man nicht alle Figuren sympathisch findet, so fiebert und leidet man doch mit ihnen mit oder schüttelt ungläubig den Kopf. Mit Hilfe der 3 unterschiedlichen Schwestern gelingt es der Autorin ein abwechslungsreiches Bild der Handlungszeit zu schaffen, da durch deren unterschiedliche Interessen verschiedene Themen der damaligen Zeit wie Kunst, die Frauenbewegung, Architektur, Mode etc. berührt werden. Da ich bisher kaum Bücher, die in der Zeit um den 1. Weltkrieg spielen, gelesen habe, war es für mich sehr interessant hier mehr darüber zu erfahren. Man merkt, dass Micaela Jary gründlich recherchiert hat und auch die Handlungsorte teilweise selbstkennt. Ihre Beschreibungen sind sehr detailliert und eindrucksvoll. Sie kann die Atmosphäre der damaligen Zeit sehr gut einfangen und wiedergeben. Wie immer in ihren Büchern, fühlte ich mich auch dieses Mal in das Geschehen hinein versetzt. Eindrucksvoll stellt sie den Einfluss und die Auswirkungen des 1. Weltkriegs für die Bevölkerung dar, egal in welcher Bevölkerungsschicht. Ich habe auch diesmal viel Zeit damit verbracht, im Internet Bilder z.B. zum alten Elbtunnel etc. Anzusehen.
Außerdem ist der Schreibstil sehr angenehm und flüssig. Die Seiten fliegen nur so dahin und Unterbrechungen fallen sehr schwer. Das Ende lässt noch einige Fragen offen. Ich hoffe auf eine Fortsetzung, damit ich erfahre wie es den liebgewonnenen Figuren weiter ergeht.

Einen Stern Abzug gebe ich, da der Klappentext aus meiner Sicht unglücklich gewählt ist. Das Buch wäre noch viel spannender ohne Kenntnis des Klappentextes gewesen. Er nimmt zu viel vorweg. Ich persönlich hätte lieber selbständig beim Lesen mehr über Klara herausgefunden.

Fazit: Eine spannende und berührende Familiensaga, mit tiefgründigen Figuren, die zur Zeit um den 1. Weltkrieg spielt. Die Atmosphäre ist sehr gut eingefangen, man fühlt sich direkt vor Ort. Aber Achtung: Um sich die Spannung nicht zu nehmen, sollte man zuvor nicht den Klappentext lesen, da er schon sehr viel verrät.

Hier habe ich meine Rezension veröffentlicht:
Goldmann-Verlag
http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Haus-am-Alsterufer-Roman/Micaela-Jary/e437655.rhd?mid=8&serviceAvailable=true#tabbox

Amazon
http://www.amazon.de/review/R3B7QRIP3J3Q7Z/ref=cm_cr_pr_perm?ie=UTF8&ASIN=3442480280

Was liest du
http://wasliestdu.de/rezension/spannende-und-beruehrende-familiensaga

lovelybooks
http://www.lovelybooks.de/autor/Micaela-Jary/Das-Haus-am-Alsterufer-1100214927-w/rezension/1110381137/
Titel: Re: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)
Beitrag von: dubh am 20. September 2014, 23:00:28
Hallo zusammen,

nun endlich auch meine Rezension. :-[

1911, Hansestadt Hamburg. Der reiche und verwitwete Reeder Victor Dornhain hat drei Töchter: Ellinor, Nele und Lavinia. Auch wenn er diese nach den Regeln der höheren Gesellschaft erzieht, können diese auch ab und an ihren Willen durchsetzen. Elli, die Älteste engagiert sich in der Frauenbewegung und für soziale Belange, Nele studiert in München Kunst und Lavinia setzt letzten Endes eine nicht standesgemäße Hochzeit durch - weil sie sich quasi von weitem in einen jungen Architekten verliebt hat. Nach einigem Aufruhr in der Harvestehuder Villa kommt es also zur Hochzeit - ohne dass jemand ahnt, dass damit gleich zwei Leben zu zerbrechen drohen…

Die Autorin Micaela Jary hat mit "Das Haus am Alsterufer" einen sehr atmosphärischen Roman vorgelegt, der nicht nur das Leben der Figuren toll einfängt, sondern auch die Zeichen der Zeit. Es sind schicksalsreiche Jahre und als der große Krieg ausbricht, bedeutet dies viel Not und Leid für weite Teile der Bevölkerung. Selbst an den Oberen der feinen Hamburger Gesellschaft gehen diese Jahre nicht spurlos vorbei - aber sie verändern auch das Denken in so einigen Köpfen. Während die Dornhains für die betuchtere Bevölkerungsschicht stehen, wird auch das "einfache Volk" nicht vergessen, denn die Autorin beleuchtet auch das Leben Klaras, einem der Hausmädchen der Familie.
Nicht zu vergessen sind die schönen Bilder der Hansestadt, die die Autorin immer wieder zeichnet: so begleitet der Leser die Protagonisten in den alten Elbtunnel oder zum Hotel Vier Jahreszeiten an der Binnenalster. Aber auch München wird beschrieben - ebenso wie das Leben in der (alternativen) Künstlerkolonie auf dem Monte Verità (wer hier die Augen offen lässt, sieht vielleicht eine schriftstellerische Berühmtheit!).
So besticht der Roman in meinen Augen nicht nur durch eine gekonnte Einbettung in die damalige Zeit, sondern vor allem auch durch seine Charaktere. Besonders Nele, Klara und der junge Architekt Konrad haben es mir angetan. Nicht allzu häufig leide ich so mit den Figuren eines Romanes und wünsche mir so sehr ein gutes Ende für die, die ich ins Herz geschlossen habe - bei diesem Buch war es definitiv der Fall. Und für Bangen und Hoffnung gibt es reichlich Raum, denn die Geschichte nimmt so manch unerwartete Wendung.

So bleibt im Grunde nach der Lektüre eine Hoffnung: dass es eine Fortsetzung der Geschichte gibt. Denn auch wenn es einen runden Abschluss gibt, so würde ich dennoch zu gerne mehr über die lieb gewonnenen Figuren lesen.

Fazit: Klare Leseempfehlung.



Zur Leserunde:
Es hat Spaß gemacht, mit Euch gemeinsam zu bangen und zu spekulieren. Vielen Dank dafür und hoffentlich bis zum nächsten Mal! :winken:

Ein ganz besonders herzliches Danke geht an Dich, Micaela! :-* Du hast uns so großartig und offen begleitet - es hat richtig viel Spaß gemacht! Ich hoffe sehr, dass es eine Fortsetzung vom "Alsterufer" gibt und Du wieder Lust und Zeit hättest, hier eine Runde mit uns zu machen. Bis dahin wünsche ich Dir viel Freude beim Schreiben und natürlich viel Erfolg mit Deinen Büchern!